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Tierhaltung

Antibiotika-Missbrauch in der Tiermast

Grüne fordern Kurswechsel in der Agrarpolitik

Im Jahr 2011 wurden in der Tierhaltung mehr als doppelt so viele Antibiotika eingesetzt als von der Regierung angenommen. Ursprünglich wurde von 800 Tonnen ausgegangen, tatsächlich waren es 1.734 Tonnen. Außerdem wurden sechsmal mehr Antibiotika bei Tieren als bei Menschen eingesetzt. „Das ist ein echter Skandal“, kommentierte Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Grünen.

Die Brisanz dieser Zahlen stehe im umgekehrten Verhältnis zur Bereitschaft der Bundesregierung, endlich Maßnahmen zu ergreifen. Stattdessen lege die Regierung einen Gesetzentwurf vor, der nichts an der Lage verändern wird. Es gehe darin weiterhin nur um Dokumentation und Forschung, wie Ostendorff erklärte. 

Der Antibiotika-Mißbrauch in der Tiermast führt zum Behandlungsnotstand in der Humanmedizin. Sensible, für den Menschen wichtige Antibiotika werden durch den massiven Antibiotikaeinsatz wirkungslos, warnte Ostendorff. 

Er forderte einen radikalen Umbau der Tierhaltungssysteme. Mehr Platz und weniger Tiere in den Beständen müsse die Zielvorgabe sein. Wir brauchen klare und strenge Regeln für die antibiotische Behandlung kranker Tiere. Wir müssen endlich die Mengenrabattierung von Antibiotika beenden.

Es kann nicht sein, dass Großtierarztpraxen durch massenhafte Verschreibung von Medikamenten noch einen Wettbewerbsvorteil haben. Die palettenweise Belieferung ganzer Tierbestände muss sofort aufhören.Die BVR-Daten zeigen, dass es eigentlich schon fünf nach zwölf ist. „Die Bundesregierung muss endlich aufhören zu verschleppen und zu verzögern und entschlossen handeln“, forderte Ostendorff.

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