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Aktionsplan zur Reduzierung der Risiken im Pflanzenschutz

EU fordert neue landwirtschaftliche Praxis

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fördert neue Methoden der landwirtschaftlichen Praxis als Teil des nationalen Aktionsplans (NAP) zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschuztmitteln. Sie ermittelt Zahlen und erstellt Agrarstatistiken, koordiniert und betreut Forschungsvorhaben sowie innovative Projekte im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) um die Qualität von pflanzlichen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu erhalten.

Forscher widmen sich derzeit der Vorbeugung der häufigsten Apfelkrankheit, dem Apfelschorf. Dazu zählen Stärkung der baumeigenen Immunabwehr, Zersetzung von Falllaub als Überwinterungsquartier der Erreger oder gar Regensensoren zur Messung der Blattfeuchtigkeit.

Die EU hat alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis Ende 2013 Aktionspläne zu erstellen mit dem Ziel, neue Pflanzenschutzvorschriften in die landwirtschaftliche Praxis einzuführen. Die bestehenden Risiken bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sollen gesenkt werden.

Vorbeugung von Apfelschorf im Ökolandbau

Beim Lieblingsobst der Deutschen, dem Apfel, setzt auch der Pflanzenschutz einen Schwerpunkt: Um die Verbreitung und Vermehrung der häufigsten Apfelkrankheit „Apfelschorf“ zu vermeiden, fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) in der BLE derzeit mehrere große Forschungsprojekte.

Der Erreger des Apfelschorfs ist ein Pilz, der im Falllaub überwintert und die Bäume im Frühjahr bei günstigen Witterungsbedingungen erneut befällt. In einem Projekt versuchen Forscher und Berater deshalb, die Zersetzung des Laubes zu fördern. Extrakte aus Hefe, Yucca, der Schlüsselblume, Soja oder der Rinde des südamerikanischen Seifenrindenbaumes sollen das Laub für Regenwürmer und andere Bodenorganismen schmackhafter machen. Auch im Ökolandbau kommt Technik zum Einsatz mit dem Laubsauger „Emma“. Mit seiner Hilfe kann altes Laub entfernt und kompostiert werden. Die Wissenschaftler untersuchen, wie sich dies auf das Bodenleben sowie das Vorkommen von Apfelschorf auswirkt.

Eine Alternative zum Ökologischen Landbau ist High Tech an den Bäumen. Ein Regensensor soll die Schorfprognose im Apfelanbau optimieren. Mit Messungen des Falllaubs und des Wasserfilms auf den Blättern lässt sich dann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringern. Der Apfelschorf ist nur eíner von mehreren Untersuchungsschwerpunkten.

Der integrierte Pflanzenschutz setzt weiterhin darauf, dass Pflanzenschutzmittel alternativlos sind. Wie sich der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft mit den Vorgaben der EU in Zukunft gestalten lässt, darüber tauschen sich ab dem 1o. September 2012 Wissenschaftler, Verbände, Wirtschaftsbeteiligte und Experten auf dem diesjährigen Deutschen Pflanzenschutztag an der Technischen Universität Braunschweig aus. Es werden mehr als 1.300 Teilnehmer erwartet auf der größten Fachveranstaltung für Phytomedizin und Pflanzenschutz im europäischen Raum.

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