Start / Ausgaben / BioPress 71 - Mai 2012 / Projekt zur Züchtung von Bio-Möhren

Projekt zur Züchtung von Bio-Möhren

Ein dreijähriges Projekt zur Züchtung von Bio-Möhren wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Auftrag des BMELV unterstützt. Das Forschungsprojekt „Entwicklung verschiedenfarbiger Möhrensorten für den Bioanbau“ wird über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖLN) abgewickelt.

Im Gegensatz zur konventionellen Pflanzenzüchtung müssen Ökolandwirte auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten. Folglich müssen die Pflanzen unter anderem durch ver- besserte Sortenzüchtungen widerstandsfähiger ge­gen Krankheiten gemacht werden. Genau dies ist das Ziel der insgesamt dreijährigen Förderung, das mit BÖLN-Mitteln in Höhe von 230.000 Euro finanziert wird.

Aus Sicht der beteiligten Wissenschaftler stehen bei diesem umfassenden, praxisnahen Projekt für den Ökolandbau verschiedene Aspekte im Vordergrund: In erster Linie geht es um die Nutzung und Weiterentwicklung der vorhandenen genetischen Ressourcen, die damit züchterisch erschlossen und einer praktischen Nutzung zugeführt werden. Im Ergebnis soll durch die Förderung ein qualitativ und quantitativ besseres Sortiment für alle Möhren-Erzeuger, Öko-Erzeuger und konventionell arbeitende Landwirte, bei einer ökonomisch bedeutsamen Kulturart entstehen.

Die beteiligten Wissenschaftler wollen vor allem samenfeste und damit auch durch Landwirte direkt vermehrbare Sorten züchten. Diese sollen lange lagerfähig sein, Resistenzen gegen diverse Krankheiten besitzen und einen hohen Gehalt gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe aufweisen. Ausgangspunkt der Untersuchungen waren daher die qualitativen Kriterien Inhaltsstoffe wie Vitamingehalt, sensorische Eigenschaften und Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten, Erträge sowie Lager- fähigkeit.

Es zeigte sich, dass damit auch unterschiedliche Färbungen der Möhren genetisch verknüpft waren. Ein Kriterium, was man vermarktungstechnisch zum Vorteil des heimischen Möhrenanbaus nutzen kann. Also hat man auch dieses Kriterium in die Selektion zur Weiterentwicklung des Saatgutes mit einbezogen.


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