Start / Imker-Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs

Imker

Imker-Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs

BÖLW fordert Politik zum Schutz vor Gentechnik-Schäden auf

Berlin, 28.3.12. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat geurteilt, was die Kläger nicht glauben können: Zwar hat ein Imker, der durch Verunreinigung seines Honigs mit nicht zugelassenen GVO-Pollen geschädigt ist, ein Recht auf Schadensersatz. Anspruch auf Schutz, dass es gar nicht erst zur Verunreinigung kommt, hat er jedoch nicht.

„Das Urteil zeigt, dass Imker - und ebenso Bauern - keinen ausreichenden Schutz vor Gentechnik-Kontaminationen haben“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft.

Löwenstein weist in diesem Zusammenhang auf die Petition hin, die er im Frühjahr 2011 in Vertretung eines breiten Bündnisses von Organisationen und Verbänden zusammen mit über 100.000 Unterstützern in den Bundestag einbrachte. „Wir fordern mit der Petition, dass sich die Bundesregierung in der EU für einen Zulassungsstopp für genmanipulierte Pflanzen einsetzt. Das Urteil macht deutlich, wie berechtigt unser Anliegen ist. In Brüssel werden Gentechnikpflanzen mit völlig unzureichenden Verfahren zugelassen und zu Hause wird uns der Schutz vor Kontamination verweigert!“

Löwenstein fordert Ministerin Ilse Aigner auf, endlich in Brüssel vorstellig zu werden: „Angesichts der selbst vom Europäischen Parlament und dem Umwelt-Ministerrat festgestellten Mängel in den Zulassungsverfahren muss ein Moratorium ausgerufen werden, dass weitere Zulassungen stoppt“. Er erinnert daran, dass von den etwa dreißig zur Zulassung zum Anbau angemeldeten Gentechnikpflanzen kein Nutzen für die Gesellschaft erkennbar sei. Nach wie vor würde die überwältigende Mehrheit der Europäer Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller ablehnen.

Mehr zur Petition: http://www.boelw.de/petition-gentechnik.html

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

EU-Rat stimmt für Gentechnik-Deregulierung

Bio-Branche appelliert an EU-Parlament, Bündnis fordert lückenlose Transparenz

Der Rat der EU-Außenminister hat heute mit knapper qualifizierter Mehrheit die geplante Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) formal bestätigt, am 19. Mai soll die finale Abstimmung im EU-Parlament folgen. Bio-Verbände warnen vor dem Verlust von Transparenz und Wahlfreiheit. Sie sind Teil einer Kampagne, die sich für den Erhalt der Kennzeichnungspflicht auch für Neue Gentechnik stark macht.

21.04.2026mehr...
Stichwörter: Imker, Gentechnik

Mehrheit der EU-Bürger lehnt Patente auf Saatgut ab

Umfrage in fünf EU-Mitgliedstaaten zeigt klares Stimmungsbild

Eine neue Umfrage in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und den Niederlanden zeigt eine deutliche Opposition gegenüber Patenten auf Saatgut und Lebewesen. Rund 80 Prozent der Befragten lehnen demnach Patente auf Lebewesen wie Pflanzen oder Tiere ab. Mehr als 70 Prozent sprechen sich gegen Patente auf natürlich vorkommende Gene aus. Die Umfrage wurde im Auftrag der internationalen Koalition ‚Keine Patente auf Saatgut!‘ vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt.

14.04.2026mehr...
Stichwörter: Imker, Gentechnik

‚Ohne Gentechnik‘-Markt wächst auf über 18 Milliarden Euro

Umsatzplus: 6,1 Prozent

‚Ohne Gentechnik‘-Markt wächst auf über 18 Milliarden Euro © VLOG

Rund 18,1 Milliarden Euro wurden 2025 in Deutschland für ‚Ohne Gentechnik‘-Lebensmittel ausgegeben, über eine Milliarde mehr als 2024. Das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr liegt damit bei rund 6,1 Prozent. Überdurchschnittlich war die Umsatzsteigerung mit 14,6 Prozent bei Geflügelfleisch und mit 9,3 Prozent bei Eiern.

27.03.2026mehr...
Stichwörter: Imker, Gentechnik