Verbraucher greifen verstärkt zu Bio
Bio-Produkte wachsen deutlich schneller als konventionelle Lebensmittel
Dioxinskandal, EHEC-Krise und die Reaktorkatastrophe von Fukushima: Die dramatischen Entwicklungen im Laufe dieses Jahres haben die Verbraucher erheblich verunsichert. Viele trieb das Bedürfnis nach sicheren Lebensmitteln wieder verstärkt zu Bio. Bioprodukte verzeichneten nach einer schwachen Entwicklung im Vorjahr in den ersten neun Monaten 2011 nun ein kräftiges Umsatzplus von 9,5 Prozent und einen Absatzzuwachs von acht Prozent.
Selbst Preiserhöhungen in einigen Bio-Warengruppen schreckten die Verbraucher nicht mehr vom Griff ins Bioregal ab. Parallel dazu stieg der Umsatz für Warenklassen mit Bio-Angeboten im Zeitraum Januar bis September 2011 gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent; von der konventionellen Ware in den betreffenden Warengruppen wurde jedoch nicht mehr verkauft.
Insgesamt kletterte das Umsatzvolumen der Bioprodukte in den von Nielsen betrachteten Warengruppen in den ersten neun Monaten 2011 auf 1,848 Milliarden Euro. Die klassischen Bio-Warengruppen lagen dabei nach wie vor im Trend: Bio-Milch, -Fruchtsäfte, -Naturjoghurt und Müsli sowie abgepackter Bohnenkaffee konnten fast durchweg zweistellige Zuwachsraten verbuchen; teilweise vervielfachten sich die Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahr sogar. Der Anteil von Bio am Lebensmittel-Umsatz in LEH und Drogeriemärkten erhöhte sich 2011 somit leicht auf rund 3,3 Prozent.
Ein Drittel des betrachteten Bioumsatzes wird in den Verbrauchermärkten erzielt. Discounter und Drogeriemärkte stehen jeweils für ein Viertel der Bioumsätze, der Rest entfällt auf die Supermärkte. Insbesondere die kleineren Verbrauchermärkte, aber auch die Discounter glänzten dabei im ersten Dreivierteljahr 2011 sogar mit zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz. Die höchsten Durchschnittsumsätze mit Bioprodukten pro Geschäft erzielen allerdings die großen Verbrauchermärkte. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete jeder Markt dieser Vertriebsschiene im Durchschnitt allein 223.000 Euro mit Bio-Produkten. Bio-Frischwaren wie Bio-Obst, -Gemüse, -Eier und –Fleisch sind hierbei noch gar nicht eingerechnet.
Nach Warengruppen betrachtet, fiel das Bio-Wachstum in den verschiedenen Geschäftstypen unterschiedlich aus. Trotz Preiserhöhungen im Mai waren die Discounter bei Frischmilch besonders erfolgreich, während das Wachstum bei Naturjoghurt aus den Verbrauchermärkten stammte. Bei stabilen Preisen wurde das Wachstum dabei sowohl von Bio-Marken wie auch Bio-Handelsware getragen. Auch bei Müsli teilten sich Bio-Marken und Bio-Handelsmarken den Zuwachs, wobei die Handelsware allein die Hälfte des Umsatzzuwachses generierte. Das Markenwachstum fand in den Drogeriemärkten statt.







