Start / Ausgaben / BioPress 68 - August 2011 / Der Ei-Catcher im Supermarktregal

Der Ei-Catcher im Supermarktregal

Auffälliges Verpackungsdesign stärkt den Abverkauf

Die Zeiten, da ein Ei aussah wie das andere, sind längst vorbei. Bunte Verpackungen, aufwändige Produktpräsentationen und zahlreiche Anbieter machen dem Kunden die Entscheidung nicht leicht. Deshalb ist eine deutliche Positionierung wichtig. Eine zielgruppengerechte Verpackung, individuell und attraktiv, steigert den Abverkauf deutlich und bindet den Kunden langfristig an die Marke. Denn für Bio-Produkte wird eine ansprechende Aufmachung immer wichtiger.


 

Heute gibt es kaum einen Supermarkt mehr ohne Bio-Eier. Gesunde Lebensmittel aus artgerechter Haltung und ökologischer Erzeugung sind gefragter denn je. Jedoch können sich die Bio-Eier in puncto Verpackung meist noch eine Scheibe bei den Nicht-Bio-Konkurrenten abschneiden. Diese bieten ihre Eier zwar auch in den umweltfreundlichen Faserformverpackungen an, nutzen aber bereits verstärkt die Signalwirkung von auffälligen Farben und Designs. Verbraucherfreundliche Kleingrößen decken außerdem den Bedarf von Single-Haushalten. Das kommt beim Kunden an.

Bio ist nicht mehr gleich Öko

Der Einzelhandel merkt es immer deutlicher: In den letzten Jahren haben sich die Wünsche der Käufer in Bezug auf Bio drastisch geändert. Vor allem in den Großstädten findet man eine wachsende Konsumentengruppe, die bei ihren Kaufentscheidungen zwar die Herkunft kritisch hinterfragt, gleichzeitig aber großen Wert auf Optik und Qualität legt. Verbraucherstudien bezeichnen sie als Lohas. Lohas steht für “Lifestyle of Health and Sustainability” und definiert eine Käufergruppe, die laut GfK aktuell bereits mehr als 20 Prozent der Verbraucher ausmacht.

Die Lohas verbinden trendigen Chic mit gutem Gewissen gegenüber sich und der Umwelt. Neben bewusstem Konsum charakterisiert diese Bevölkerungsschicht vor allem die Verbindung von Nachhaltigkeit mit Genuss. Im Unterschied zu den Ökos, die als Pioniere der derzeitigen Nachhaltigkeitsbewegung zu sehen sind, haben sie viel höhere Anforderungen an Ästhetik. Die Lohas kaufen tendenziell Bio-Produkte in auffallenden und schönen Verpackungen. Sie achten auf ihre Gesundheit und interessieren sich für die Details der Erzeugung, aber die Produkte sollen auch appetitlich und ansprechend ausschauen. Ethische und ökologische Bedürfnisse kollidieren für diese Gruppe nicht mit Design und Luxus. Sie wollen beides haben!


Die Verpackungen von Bio-Produkten müssen für diese wachsende Gruppe aber nicht nur etwas für’s Auge sein, sondern es muss auch genug Platz für umfangreiche Deklarationen und Angaben zur genauen Herkunft vorhanden sein. Im Beispiel Eier bieten Eierverpackungen mit großem Frontdisplay ausreichende Möglichkeiten, den Kunden optimal zu informieren, auch in kleinen Größen. Durch die zusätzliche Information und das ansprechende Äußere wird die Verpackung zum Verkaufsargument. Und die hochwertigen (Bio-)Eier landen im Einkaufskorb.

Neue Wege im Verpackungsdesign

Inwieweit hat sich die Verpackungsindustrie schon auf die veränderte Nachfrage eingestellt? Wir haben nachgefragt bei einem der führenden Hersteller von Faserformverpackungen, der Hartmann Verpackung GmbH. Das Unternehmen ist bereits seit über 50 Jahren am Markt und bietet einen umfangreichen Full-Service von der Marketingstrategie über die Produkte bis hin zum Verpackungsdesign. Hartmann hat eine hauseigene Grafik-Design- und Marketingabteilung, die Eierverpackungen kundenspezifisch auf die jeweilige Zielgruppe abstimmt. Hier wird ständig an neuen Ideen gearbeitet.

„Wir gestalten Labels für Bio-Eiverpackungen so, dass die Zielgruppe sich mit ihrem Design identifizieren kann. Die gestaltete Verpackung muss den Anspruch an das Produkt widerspiegeln“, erklärt Beatriz Frahm, stellvertretende Leiterin des Internationalen Grafik Design Service bei Hartmann.

Bei der Ausarbeitung des Designs spielen auch Markenimage und Regalwirkung eine große Rolle. Um eine entsprechende Differenzierung am Regal zu ermöglichen, arbeiten die Kommunikationsdesigner mit innovativen, grafischen und kreativen Stilen: typografisch, illustrativ, fotorealistisch. Auch mit Veredelungstechniken werden wichtige Akzente für die Qualitätsanmutung gesetzt. „Um maßgeschneiderte Verpackungs- und POS Konzepte erfolgreich entwickeln zu können, ist es wichtig, die aktuellen Trends im Eiergeschäft zu erkennen und für unsere Kunden gewinnbringend umzusetzen“, so Iris Weckler, verantwortlich für das europäische Marketing.

Regelmäßige von Hartmann durchgeführte Konsumentenstudien liefern dafür die notwendigen Informationen.

 


 

Der Prototyp der Nachhaltigkeit

Eierkartons aus Faserform sind ein echtes High-Tech-Produkt: leicht, stabil und umweltfreundlich. Das für Lebensmittel zertifizierte Verpackungsmaterial ist CO2-neutral und biologisch abbaubar. Nach dem Gebrauch kann der Karton wieder vollständig recycelt werden, was wertvolle Ressourcen spart und das Problem der Abfallentsorgung reduziert.

Faserformverpackungen bieten Eiern außerdem gleich mehrfachen Schutz: Sie sichern vor Stößen und Licht und ermöglichen gleichzeitig einen Luft- und Feuchtigkeitsaustausch.

Unterschiedliche Verpackungstypen, -farben und -größen unterstützen die Produktgestaltung und dienen als Orientierungshilfe am Regal. Eine große Kommunikationsfläche kann gut für Informationen genutzt werden, die entweder gesetzlich gefordert sind oder aber von den zunehmend kritischen Verbrauchern gefordert werden. Für Eierproduzenten ergeben sich so vielfältige Möglichkeiten, die Eiermarke  unverwechselbar zu machen. Eine unter Marketinggesichtspunkten gestaltete Verpackung hilft den Verbraucheransprüchen gerecht zu werden und unterstützt damit ganz wesentlich die erfolgreiche Vermarktung von Eiern.


 


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