Start / Naturland verbietet Nano

Naturland verbietet Nano

Bio-Verband fordert Transparenz für Verarbeiter und Verbraucher

Der Öko-Verband Naturland hat die Verwendung von Nano-Materialien für Lebensmittel und Kosmetika, auch in deren Verpackungen, verboten.  „Wir wissen zurzeit zu wenig über die möglichen Umweltauswirkungen von Nano-Materialien und ihre Wirkungen auf den Menschen. Daher hat Naturland im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes die Nanotechnologie als Risikotechnologie eingestuft“, erläutert Naturland Präsidiumsvorsitzender Hans Hohenester.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erläutert, dass insbesondere von Nanoprodukten, in denen gefährliche Nanomaterialien in ungebundener Form vorliegen, Risiken ausgehen könnten. Das EU-Parlament verabschiedete am 06. Juli eine Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln, die auch Nanomaterialien umfasst. Ab Herbst 2014 müssen alle eingesetzten Nanoteilchen auf Verpackungen mit der Bezeichnung „Nano“ angegeben werden.

Trotz der Hinweise auf Risiken für Mensch und Umwelt werden Nanomaterialien bereits in Form von Hilfs- und Zusatzstoffen in herkömmlichen Lebensmitteln eingesetzt. In größerem Umfang finden sich die kleinen Teilchen in Kosmetika wie Sonnenschutzmitteln und Anti-Aging-Produkten. Ob die Technik bei einem Produkt angewendet wird, können Kunden zurzeit nicht erkennen. Der Öko-Verband schafft daher Klarheit, indem er die Verwendung von Nanoteilchen in Naturland zertifizierten Lebensmitteln mit einer Übergangsfrist bis Anfang 2012 verboten hat. Dies schließt die Verpackungen mit ein. Die Verwendung von Nanoteilchen in Kosmetika hatten die Naturland Richtlinien bereits seit 2009 ausgeschlossen.

„Die Risikoforschung zeigt, dass Nano-Teilchen äußerst mobil sind und sich schnell im Wasser, Boden oder der Luft anreichern können. Nano-Partikel können ungehindert Zellwände durchdringen und sich im Blutkreislauf oder in den Organen von Menschen ablagern. Sollte sich in langfristig angelegten Studien zeigen, dass Nano-Technologie keine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt darstellt, muss die Richtlinienvorgabe neu bewertet werden“, erklärte Hans Hohenester.

[ Artikel drucken ]

Ticker