Start / Ausgaben / BioPress 66 - Februar 2011 / Landwirtschaft kein Klimaschutz-Instrument

Landwirtschaft kein Klimaschutz-Instrument

Sekem-Geschäftsführer Helmy Abouleish hat nach seiner Teilnahme am Klimagipfel in Cancún/Mexiko seine Forderung erneuert, ökologische Landwirtschaft und privatwirtschaftliches Engagement endlich besser in die Bemühungen zur Reduzierung des Klimawandels zu integrieren. Ihre Einbindung in den Kampf gegen die globale Erwärmung lässt weiter auf sich warten. Hoffnungen weckte hingegen der „Green Climate Fund“, ein neuer Hilfsfonds, der finanzielle Anreize für privatwirtschaftliches Engagement für den Klimaschutz schafft und die Entwicklungsländer dabei unterstützen wird, Projekte gegen den Klimawandel und seine Folgen durchzuführen. Sekem betreibt in Ägypten biologischen Landbau.

„Die Verhandlungen ließen hoffen, dass 2011 in Durban ein Vertragswerk zustande kommen kann, welches verbindliche Klimaziele festschreibt. In einem effektiven Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll muss die biologische Landwirtschaft eine größere Rolle spielen“, erklärte Abouleish. Die Rolle der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel wurde in den Verhandlungen in Cancún kontrovers diskutiert. Viele Industrienationen bevorzugen ihre Einbeziehung in einer Weise, die vorrangig nichtnachhaltige Ansätze fördert und große Agrarkonzerne bevorzugt. Derzeitige umweltschädliche Praxis würde damit noch ausgeweitet.

Die meisten Entwicklungsländer und Sekem unterstützen demgegenüber die Deklaration ausschließlich biologischer Methoden als klimafreundlich und daher förderungswürdig. Aufgrund der großen Meinungsunterschiede ist der Landwirtschaftssektor daher erneut nicht in einen Abkommenstext aufgenommen worden. Das sei zwar kein Fortschritt für die Bio-Bewegung und das Klima, andererseits aber auch kein Rückschlag, da es weiterhin möglich ist, ausschließlich nachhaltige Landwirtschaft in zukünftigen Verhandlungen im Vertragswerk zu verankern.

Abouleish demonstrierte die positiven Konsequenzen einer solchen Förderung am Beispiel der bio-dynamischen Landwirtschaft Sekems. Untersuchungen auf dem Gelände der ägyptischen Farm haben gezeigt, dass bei nachhaltiger Landwirtschaft der Boden in hohem Maße Kohlenstoff speichert und Wasser zurückhält.

Die nächste Konferenz wird im November 2011 in Durban, Südafrika abgehalten. Sie hat unter anderem das Ziel, ein Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu entwickeln.


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