Start / Ausgaben / BioPress 66 - Februar 2011 / Professoren gegen Massentierhaltung

Professoren gegen Massentierhaltung

In einem gemeinsamen Appell haben über 300 sowie weitere Wissenschaftler zum Ausstieg aus der Massentierhaltung aufgerufen. „In der Massenhaltung wird mit Tieren auf eine Weise umgegangen, die uns als Gesellschaft beschämen muss“, heißt es in dem Appell. Die Wissenschaftler verweisen auf die Auswirkungen der Massentierhaltung auf Umwelt, Klima, Gesundheit und globale Gerechtigkeit. In ihrem Appell fordern sie von der EU sowie von Bund und Ländern ein Ende der Tierquälerei und den Umstieg auf eine sozial-ökologische Landwirtschaft.

Hierfür empfehlen sie eine Neuausrichtung der Agrarsubventionen nach Tier- und Umweltschutzstandards, den Stopp von Exportsubventionen und eine Haltungskennzeichnung für Fleisch, ähnlich wie sie bereits für Eier gilt. Generell müsse die Politik den Tier- und Klimaschutz wirksam verbessern. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören der Theologe Eugen Drewermann, der Umweltethiker Konrad Ott, der Mediziner Wolfram Sterry, der Literaturwissenschaftler Dieter Borchmeyer und der Philosoph Dieter Henrich.

„Wir wollen mit diesem Appell demonstrieren, dass es sich bei der Debatte um Massentierhaltung längst nicht mehr nur um ein Randthema von Tierschützerinnen und Veganern handelt“, betonte Friederike Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am philosophischen Seminar der Universität Heidelberg. Neben den Professoren haben auf der Internetseite www.gegen-massentierhaltung.de zahlreiche weitere Unterstützer den Appell unterzeichnet.

Mobilisierend wirken werde dabei auch eine zentrale Demonstration gegen Massentierhaltung am 22. Januar in Berlin, die unter dem Motto „Wir haben es satt!“ stattfindet. „Wir wollen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die gesammelten Appell-Unterschriften möglichst bald nach der Demonstration übergeben“, erklärte Schmitz.

Umwelt- und Tierschutzverbände unterstützen den Appell. „Im industriellen Maßstab ist Tierhaltung nur möglich, wenn Umwelt- und Tierschutz in den Verordnungen für die Haltung der Tiere ausgeblendet werden. Viel zu viele Tiere werden auf geringstem Raum in immer größeren Ställen zusammengepfercht und bezahlen mit ihrem Leid für das Profitstreben der Fleischkonzerne und das Versagen der Politik“, kritisierte Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND.


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