Start / Ausgaben / BioPress 66 - Februar 2011 / Bioaffiner Standort

Bioaffiner Standort

Der Staufers Markt in Rechberghausen, ein 5.500 Einwohner-Nachbarort von Göppingen, öffnete 2007 seine Tore und erwies sich als bioaffiner Standort. „Wir verkaufen hier sehr viel Bio, und es wird immer mehr. Die Streckenlieferanten kommen kaum nach“, erklärt Vorstand Matthias Füchtner. Die Zahl der Bio-Produkte liegt bei rund 1.800. Von der Anzahl her ist das leicht überdurchschnittlich. Aber mit einem Umsatz-Anteil von 15 Prozent liegt Bio weit über dem Schnitt von 12 Prozent bei Staufers.


 

Das biologische O + G mit 45 Artikeln kommt vom Edeka-Fruchtkontor und ist verpackt. Lose Ware, die der Kunde bevorzugt, fehlt. Hier könnte ein regionaler Großhändler die Leistung sicher noch verbessern. Verschiedene Salate, mehrere Sorten Tomaten, Wintergemüse und mediterrane Sorten sind in Bio-Qualität vorhanden.


Beim Bio-Obst ist die Banane klare Nummer eins wie die große Präsentation zeigt. Bio-Äpfel vom Bodensee, Zitrusfrüchte, Kiwi und mehr sind im Regal. Die Bio-Ware wird dicht gedrängt präsentiert. Mehr Fläche ließe das Sortiment noch attraktiver aussehen.


Im Kühlregal sind die bekannten Bio-Mopro-Arti­kel zu finden. Bei Mopro dominiert die Bio-Eigenmarke der Edeka. Andechser wird natürlich auch gehandelt, ebenso Berchtesgadener als u. a. von Naturland fairzertifizierter Betrieb. Die weiße Linie Schwarzwälder Bioland aus dem badischen Landesteil wird noch angeboten. Bei den frischen Teigwaren ist Bio-Bürger Pflicht, sind doch Spätzle, Schupfnudeln und Maultaschen traditionelle Produkte im Stauferland.

Die Käsetheke wird von Großhändler Jäckle aus Ulm bestückt. Auch 25 Bio-Käse stehen in der Orderliste, von denen im Wechsel bis zu 15 in der Theke zu finden sind. Sie sind geordnet nach den Arten Frisch-, Weich-, Schnitt- und Hartkäse. Im Bio-Bereich dominiert der Schnittkäse mit rund zehn Sorten. Auch vorverpackt werden zwei Bio-Sorten in Scheiben präsentiert.

Bio-Fleisch in Selbstbedienung



Die Wurst- und Fleischtheke glänzen mit einer attraktiven Präsentation allerdings ohne Bio-Fleisch und bei Wurst mit wenigen Sorten Rack& Rüther. Frisches Bio-Fleisch gibt es in Selbstbedienung. Die Edeka Südwest liefert das Bio+ Programm des holländischen Fleischriesen Vion, die wichtigsten Teilstücke von Rind und Schwein aus kontrolliert ökologischer Tierhaltung.

Die kleine Fischtheke von 2,50 Meter ist (noch) biofrei. Das Thekenpersonal geht auf Kundenwünsche ein. Bio-Fisch hat sich noch keiner gewünscht. Bio-Lachs und -Dorade waren im Test-Verkauf, haben sich aber nicht durchgesetzt. Da muss aktiv verkauft und über die Unterschiede informiert werden.

In die Tiefkühl-Truhen ist bisher nur wenig Bio eingezogen. Die Pommes von Marktführer McCain, Brötchen von Coppenrath & Wiese und Demeter-Speiseeis von Racchelli, eine Bio-Pizza aus dem Haus Wagner können die Staufers-Kunden in den Einkaufswagen legen. Das TK-Gemüse und TK-Obst kommt von der Eigenmarke Bio-Wertkost.

Bei TK setzt Edeka mehr auf Markenartikler denn auf die Eigenmarke. Was fehlt, ist die Vielfalt. Kartoffelprodukte sollten es mehr als nur Bio-Pommes sein, auch bei Bio-Pizza wäre mehr Auswahl förderlich, um Bio in der Flut des Konventionellen nicht zu übersehen.

Im Bio-Trockensortiment ist die Genossenschaft prima aufgestellt. Die Dachmarken wie Bio-Zentrale, Bio Gourmet und Verival sind präsent. Ebenso die Einstiegsmarke Bio, die von Rila geliefert wird.

Bei den Essigen sind Apfel-, Weinessig und Balsamico verschiedener Bio-Marken wie BioGourmet und Gut & Gerne vertreten. Die Auswahl reicht vom Einstiegsprodukt bis zu Feinkost. Beim Bio-Knabbergebäck gibt es Mayka aus Baden und Huober aus Württemberg. Chips, Brezeln und Salzstangen kann der Göppinger hier kaufen. Gut & Gerne erweitert das Angebot bei Staufers um Erdnüsse, Cashew-Kernen und Grissini.

Süßwaren sind bei Bio von der Schokolade dominiert. Ritter Sport aus dem Ländle ist mit seinen Kleintafeln dabei. Von der Gepa werden fünf Schokoladen zum Sortiment beigesteuert und Bio-Sarotti ist ebenfalls erhältlich. Ergänzt wird die Schokolade von Fruchtgummis und Müsli-Riegeln der Bio-Zentrale.

Auch Demeter-Qualität im Regal

Müsli sind eine Bio-Domäne. Auch bei Staufers nehmen sie viel Raum ein. Die Bio-Range von Kölln steht hier zusammen mit der Bio-Zentrale, BioGourmet, Hipp und den demeter-Produkten von Campo verde im Regal. Neben den klassischen Frucht-Müsli, werden gebackene Varianten und Popps angeboten. Hier überzeugt der Lebensmittelhändler. Außerdem gibt es Spezialitäten wie Buchweizen-, Reis- und Johannesbrot-Mehl von Gut & Gerne. Auch Südzucker ist in Bio-Qualität vorhanden.

Bei den Getreide-Produkten findet sich ebenfalls ein breites und tiefes Bio-Angebot. Mit Bulgur, Polenta und Hirse von Campo Verde zeigt Staufers Sortimentskompetenz genau wie beim Reis. Basmati, Risotto, Milchreis: die Vielfalt beeindruckt.

Bei den Bio-Teigwaren ist das Sortiment natürlich ebenfalls umfangreich: Weiß, Vollkorn mit Ei, eifrei, italienische und deutsche Ausformungen sind vorhanden. Campo Verde markiert hier mit einem Kilopreis von runden sechs Euro preislich die Spitze. Zablers eifreie Bio-Pasta aus der Nudel-Hochburg Baden-Württemberg ist mit 4,60 Euro/Kilo weit darunter angesiedelt. Der Einstieg liegt bei 1,60 Euro mit Spaghetti der Marke Bio.


Bei Feinkost kann der Staufers Kunde ebenfalls zugreifen. Der baden-württembergische Hersteller Urloffer liefert Bio-Bärlauch Pesto. Bio-Ketchup ist ein Pflichtartikel beim Vollsortimenter. Bio-Senf ist im Glas und in der Tube erhältlich.

Konserven gehören zum modernen Haushalt mit einer schnellen Küche dazu. Industrie-Marken wie Hengstenberg sind mit ihrer fein-sauren Bio-Linie bei der Edeka gelistet. Aber auch BioFit, die für Sauerkonserven bekannt sind. Die BESH ist mit ihren biologischen Wurstkonserven bei der Edea Südwest vertreten. Die Landmetzgerei Lang aus dem Kreis Göppingen stellt ebenfalls einige Hausmacher Bio-Konserven her.

Der Winter ist die Zeit der Heißgetränke. Staufer ist in Bio bestens gerüstet. Beim Bio-Kaffee ist die Gepa zur Pflicht geworden. Im Premium-Bereich ist der von Naturland zertifizierte Kaffa aus äthiopischer Wildsammlung dabei. Das Bio-Teeregal bietet ebenfalls große Auswahl an Tees von Yogi, Fruteg, Gepa und anderen.


Bei den Getränken glänzt die Wein-Abteilung mit Öko-Weinen aus Deutschland und den europäischen Anbaugebieten Spanien, Italien und Frankreich. Der Schwabe bevorzugt die württembergischen unter den 25 Bio-Weinen. Regionale Bio-Tropfen wie Schloss Affaltrach laufen am besten. Der Carstens Bio Sekt ist vorhanden. Zu Bio-Prosecco kann der Kunde ebenfalls greifen. Champagner fehlt. Bei diesem Produkt gibt es keinen Preisabstand zwischen Bio und konventionell.

Aus dem benachbarten Bad Boll kommt unter dem Namen Boller Bio-Getränke: Apfel-, Birnenwein und ein BioBizzler (Apfelsecco) werden dort aus Rohware von schwäbischen Streuobstwiesen gewonnen. Regionalität wird Groß geschrieben bei Staufers.

Auch bei den alkoholfreien Getränken ist Boller mit Bio-Säften aus Birne, Traube, Holunder und Apfel als regionaler Lieferant im Regal. Die Sirupe der Bio-Zentrale als Zutaten für Mischgetränke ergänzen das Sortiment.

Staufers bietet dem Bio-Kunden nicht alles, aber vieles. Göppingen ist gut versorgt mit Bio im Supermarkt.

Anton Großkinsky


Zukunftspreis für Staufers

Die Lebensmittelmärkte der Konsumgenossenschaft Göppingen eG sind mit dem Zukunftspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. „Diese Anerkennung macht uns stolz und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und uns für die Zukunft bestens gerüstet haben“, sagt Matthias Füchtner, geschäftsführender Vorstand. Die Genossenschaft fühlt sich dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage und einer intakten Umwelt verpflichtet. Alle neu gebauten Märkte wurden daher energiebewusst geplant und realisiert. So wird Geothermie als Wärmequelle genutzt und der Einsatz fossiler Brennstoffe minimiert.


Staufers Edeka

Konsumgenossenschaft
Pfarrstraße 1-3
73o33 Göppingen

Anzahl Märkte:      14
Verkaufsfläche:     10.600 qm
Umsatz 2010:        50 Mio. Euro
Bio-Anteil:            12 Prozent
Artikelzahl:           18.000
Bio-Artikel:           1.800
Mitarbeiter:           425

 


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