Gentechnik
Zerstörung von genmanipulierten Apfelbäumen in Pillnitz
Gäa ist doppelt betroffen
Der bundesweit anerkannte Anbauverband für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau mit Sitz in Dresden distanziert sich von dem Anschlag gegen das Julius Kühn Institut in Dresden Pillnitz am vergangenen Wochenende, wo über 250 zum größten Teil genmanipulierte Apfelbäume durch Unbekannte zerstört wurden.
„Wir fühlen uns doppelt betroffen“, sagt Gäa Vorsitzende Kornelie Blumenschein. „Die Zerstörung fremden Eigentums darf generell nicht toleriert werden, ganz gleich welche Motive dahinter stehen.“ Die Zerstörer der Genapfelfläche in Dresden Pillnitz erschweren mit ihrer Aktion die weitere Gesprächsbereitschaft der Sächsischen Politiker mit allen, die sich fachlich kompetent und engagiert für eine gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft in Sachsen einsetzen.
„Wir fühlen uns aber auch im höchsten Maße betroffen über den unakzeptierbaren Angriff unseres Staatsministers für Landwirtschaft und Umwelt in der Presse gegenüber allen, die sich nicht für, oder gar gegen Agrogentechnik in der Land- und Lebensmittelwirtschaft aussprechen“, so Blumenschein. „Dazu gehört z.B. die gesamte ökologische Land- und Lebensmittelbranche mit Tausenden sicheren Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und wertvollen Leistungen für Umwelt und Gesellschaft und auch die deutliche Mehrzahl der mündigen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, die hier als fortschrittsfeindlich an den Pranger gestellt werden. Das können wir weder verstehen noch akzeptieren“.
Zahlreiche sächsische Bürgerinitiativen haben sich mit dem anspruchsvollen Thema - Genmanipulation in Lebensmitteln- in den vergangenen Jahren auseinander gesetzt und versucht ihre Fragen, Ängste, Befürchtungen und Fakten an die Politik zu bringen. Aber offensichtlich ohne großen Erfolg. Nur die Grünen und die Linken scheinen sich im Sächsischen Landtag mit diesen Fragen ernsthaft auseinander gesetzt zu haben und sind bereit zu Gesprächen.
Im Mai 09 wurde auf Initiative von einem Sächsischen Gäa-Betrieb im Kreis Döbeln und Bündnis 90/ Die Grünen im Sächsischen Landtag eine gentechnikfreie Region Nordsachsen ausgerufen, wo sich inzwischen konventionelle und ökologisch wirtschaftende Landwirte mit über 5400 Hektar zusammen für eine gentechnikfreie Bewirtschaftung verpflichtet haben. „Diesen Weg begleitet Gäa gern“, so Blumenschein, „bringt er doch die Möglichkeit des miteinander Redens, Verstehens und Handelns – und das genau brauchen wir in unserer Landwirtschaft, ohne dass wir uns auf Druck einzelner Politiker zur Einführung von Risikotechnologien, die generell nicht mehr rückholbar sind, blind einlassen“.
Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau,
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