Start / Ausgaben / BioPress 41 - November 2004 / Bio-Qualität der Rhön begeistert in Berlin

Bio-Qualität der Rhön begeistert in Berlin

Seit zwei Jahren werden die Produkte der Kelterei Elm erfolgreich in der Hauptstadt verkauft.

In 70 verschiedenen Bio-Läden, Bio-Supermärkten, Reformhäusern und Naturkostläden der Hauptstadt sind die naturbelassenen Säfte der Kelterei Elm aus Flieden inzwischen im Sortiment. Seit zwei Jahren verkaufen die Hessen ihre Bio-Säfte, die aus den verschiedenen Streuobstbeständen in Thüringen, Hessen und Bayern stammen, schon in der deutschen Bundeshauptstadt. Die durch sie initiierte „Rhöner Apfelinitiative", ein Zusammenschluss von inzwischen 1.500 Erzeugern aus diesen drei Bundesländern, hatte vor gut zehn Jahren damit begonnen, die für die Landschaft der Rhön so typischen Streuobstwiesen wieder zu nutzen.

Heute bilden Apfelinitiative und Kelterei eine Partnerschaft, der es gelungen ist, einen regionalen Kreislauf in Gang zu setzen, der seinesgleichen sucht. Die Kelterei Elm bezahlt dem Erzeuger für qualitativ einwandfreien Äpfel nämlich mehr als handelsüblich und schafft damit den Anreiz für die Bauern, ihre Streuobstwiesen zu pflegen und somit die Rhöner Kulturlandschaft zu erhalten.

Apfelinitiative und Kelterei kümmern sich auch gemeinsam um die gezielte Neuanpflanzung von hochstämmigen Streuobstbäumen, damit das mühsam aufgebaute System in den kommenden Jahren und Jahrzehnten funktioniert. Zusammen mit einer Baumschule haben sie das „Projekt 1.000" ins Leben gerufen – 1.000 Obstbäume sollen pro Jahr nachgepflanzt werden, um die Verarbeitung zu den begehrten naturbelassenen Produkten abzusichern.

Auf der Grünen Woche 2001 hatten die Vertreter der Kelterei den Berliner Diplomingenieur Heinz Weilert kennengelernt. Seit 20 Jahren ist der bereits im Fruchtgeschäft tätig. Zuletzt war er in Kapstadt in Südafrika, wo er eigene Säfte und Fruchtweine entwickelte. Davor baute er ein solches System in Neuseeland auf. Jetzt hat er die Vertretung der Kelterei Elm für Berlin und die neuen Bundesländer übernommen und kann Monat für Monat immer mehr Naturkostfachgeschäfte der Hauptstadt für den Öko-Qualitätssaft aus der Rhön begeistern.

„Dort, wo es uns gelingt, eine Verkostung zu organisieren, da werden wir auch gelistet", sagt Heinz Weilert. Am Anfang, fügt er hinzu, kannte niemand die Rhön. „Und keiner wusste, dass es in der Rhön Äpfel gibt, die sich in ihrer Qualität grundlegend von denen aus anderen Gebieten unterscheiden." Das raue Klima des Mittelgebirges sorgt nämlich stets für ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis der Früchte. Auch in heißen Jahren wie 2003 schmeckt der Apfelsaft aus der Rhön deshalb nie geradeweg süß, sondern besitzt immer eine herzhafte, erfrischende Note.

Für Weilert waren die vergangenen beiden Jahre ein hartes Stück Arbeit. „Wir hatten zunächst nur über Verkostung und Preis eine Chance. Heute hat sich unser Qualitätsprodukt herumgesprochen", sagt er. Dabei gehen Heinz Weilert und die Kelterei der Rhön einen ganz eigenen, kundenfreundlichen Weg: Von Montag bis Samstag beliefert ein Transporter die verschiedenen Geschäfte und füllt stets das Sortiment auf. „Das garantiert dem Händler, dass er nie einen Engpass hat. Er braucht sich um die Nachbestellung nicht zu kümmern, er braucht nicht zu telefonieren. Die Verbraucher haben ihren Saft aus der Rhön immer frisch auf dem Ladentisch", erklärt Weilert. Diese Art der Lieferung sei zwar die teuere Variante, aber auch klar die beste. Außerdem haben die kleinen Läden oft keinerlei Lagerkapazität, können sich also nicht mit beliebig vielen Flaschen bevorraten.

Dass der Service der Rhöner Kelterei so flexibel ist, wissen auch die jeweiligen Marktleiter sehr zu schätzen. „Die Qualität der Säfte ist sehr gut, und der Preis ist topp", sagt etwa Regina Sorge, Chefin des Bio Company-Marktes in der Vogtstraße in Berlin-Friedrichshain. Pro Woche nimmt sie allein eine Palette naturtrüben Öko-Apfelsaft ab – neben den anderen Mischsäften. Neben Bio Company und „LPG" ist die Kelterei Elm mit ihren Rhöner Produkten auch bei „EO" vertreten. Das sind alles Bio-Gemeinschaften, die mehrere Läden unter einem Dach beherbergen. Bei LPG sind die Rhöner Säfte in fünf Geschäften, bei Bio Company ebenfalls in fünf Märkten und bei EO in vier Läden gelistet.

Dazu kommt eine Reihe kleinerer Naturkostläden und Reformhäuser. Manche nehmen pro Woche mehrere Paletten, einige nur zwei oder drei Kisten ab. In den vergangenen 18 Monaten, berichtet Heinz Weilert, sind pro Monat drei Läden dazu gekommen – ein Siegeszug der Rhöner Öko-Produkte, die so manche Konkurrenz hat aufhorchen lassen. „Gerade innerhalb der Bioschiene sind die Gleise ziemlich eingefahren, was Produzenten und Lieferanten betrifft", weiß Heinz Weilert. Aber er weiß auch, dass er ein absolutes Qualitätsprodukt verkauft, das seinesgleichen sucht.

Am liebsten trinken die Hauptstädter den naturtrüben Öko-Apfelsaft aus der Rhön. Danach kommt der Apfel-Kirsch und der Apfel-Holunder. Im Sommer, wenn es richtig warm ist, entwickelt sich der Apfel-Cidre zum wahren Renner. Weitere Absatzmärkte, beispielsweise in Plauen, Chemnitz, Eberswalde, Rheinsberg und Görlitz sind bereits erschlossen und werden schrittweise ausgebaut.

Doch es sind nicht nur die typischen „Öko-Freaks", die auf den herzhaften Saft aus der Rhön scharf sind. Das Schering-Casino in Berlin-Wedding ist seit langem ein fester Kunde. Hier hat der weltweit agierende Pharmakonzern seinen Hauptsitz. In Forschung, Produktion und Verwaltung arbeiten weit über 4.000 Mitarbeiter. „Die gesamte Chefetage trinkt unsere Rhöner Apfelschorle. Es gibt keine Hauptversammlung, die ohne unsere Schorle beginnt", sagt Heinz Weilert, und aus seiner Stimme klingt ein wenig Stolz. „Ja", gibt er zu, „das war mein härtester Brocken, aber auch mein größter Erfolg." Viele Telefonate mit der Verwaltungsdirektorin von Schering waren nötig, ehe er eine Palette mit allen Produkten der Kelterei Elm anliefern durfte. Schließlich entschied sich die Chefetage für die 0,33 Liter-Mehrwegflasche Rhöner Apfelschorle. Jeden Dienstag, manchmal auch montags und freitags, rollt der Transporter von Heinz Weilert „zwischen zehn vor sieben und fünf nach sieben" an das Schering-Tor, um seine Fracht pünktlich zu liefern.

In 70 verschiedenen Bio-Läden, Bio-Supermärkten, Reformhäusern und Naturkostläden der Hauptstadt sind die naturbelassenen Säfte der Kelterei Elm aus Flieden inzwischen im Sortiment. Seit zwei Jahren verkaufen die Hessen ihre Bio-Säfte, die aus den verschiedenen Streuobstbeständen in Thüringen, Hessen und Bayern stammen, schon in der deutschen Bundeshauptstadt. Die durch sie initiierte „Rhöner Apfelinitiative", ein Zusammenschluss von inzwischen 1.500 Erzeugern aus diesen drei Bundesländern, hatte vor gut zehn Jahren damit begonnen, die für die Landschaft der Rhön so typischen Streuobstwiesen wieder zu nutzen.

Heute bilden Apfelinitiative und Kelterei eine Partnerschaft, der es gelungen ist, einen regionalen Kreislauf in Gang zu setzen, der seinesgleichen sucht. Die Kelterei Elm bezahlt dem Erzeuger für qualitativ einwandfreien Äpfel nämlich mehr als handelsüblich und schafft damit den Anreiz für die Bauern, ihre Streuobstwiesen zu pflegen und somit die Rhöner Kulturlandschaft zu erhalten.

Apfelinitiative und Kelterei kümmern sich auch gemeinsam um die gezielte Neuanpflanzung von hochstämmigen Streuobstbäumen, damit das mühsam aufgebaute System in den kommenden Jahren und Jahrzehnten funktioniert. Zusammen mit einer Baumschule haben sie das „Projekt 1.000" ins Leben gerufen – 1.000 Obstbäume sollen pro Jahr nachgepflanzt werden, um die Verarbeitung zu den begehrten naturbelassenen Produkten abzusichern.

Auf der Grünen Woche 2001 hatten die Vertreter der Kelterei den Berliner Diplomingenieur Heinz Weilert kennengelernt. Seit 20 Jahren ist der bereits im Fruchtgeschäft tätig. Zuletzt war er in Kapstadt in Südafrika, wo er eigene Säfte und Fruchtweine entwickelte. Davor baute er ein solches System in Neuseeland auf. Jetzt hat er die Vertretung der Kelterei Elm für Berlin und die neuen Bundesländer übernommen und kann Monat für Monat immer mehr Naturkostfachgeschäfte der Hauptstadt für den Öko-Qualitätssaft aus der Rhön begeistern.

„Dort, wo es uns gelingt, eine Verkostung zu organisieren, da werden wir auch gelistet", sagt Heinz Weilert. Am Anfang, fügt er hinzu, kannte niemand die Rhön. „Und keiner wusste, dass es in der Rhön Äpfel gibt, die sich in ihrer Qualität grundlegend von denen aus anderen Gebieten unterscheiden." Das raue Klima des Mittelgebirges sorgt nämlich stets für ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis der Früchte. Auch in heißen Jahren wie 2003 schmeckt der Apfelsaft aus der Rhön deshalb nie geradeweg süß, sondern besitzt immer eine herzhafte, erfrischende Note.

Für Weilert waren die vergangenen beiden Jahre ein hartes Stück Arbeit. „Wir hatten zunächst nur über Verkostung und Preis eine Chance. Heute hat sich unser Qualitätsprodukt herumgesprochen", sagt er. Dabei gehen Heinz Weilert und die Kelterei der Rhön einen ganz eigenen, kundenfreundlichen Weg: Von Montag bis Samstag beliefert ein Transporter die verschiedenen Geschäfte und füllt stets das Sortiment auf. „Das garantiert dem Händler, dass er nie einen Engpass hat. Er braucht sich um die Nachbestellung nicht zu kümmern, er braucht nicht zu telefonieren. Die Verbraucher haben ihren Saft aus der Rhön immer frisch auf dem Ladentisch", erklärt Weilert. Diese Art der Lieferung sei zwar die teuere Variante, aber auch klar die beste. Außerdem haben die kleinen Läden oft keinerlei Lagerkapazität, können sich also nicht mit beliebig vielen Flaschen bevorraten.

Dass der Service der Rhöner Kelterei so flexibel ist, wissen auch die jeweiligen Marktleiter sehr zu schätzen. „Die Qualität der Säfte ist sehr gut, und der Preis ist topp", sagt etwa Regina Sorge, Chefin des Bio Company-Marktes in der Vogtstraße in Berlin-Friedrichshain. Pro Woche nimmt sie allein eine Palette naturtrüben Öko-Apfelsaft ab – neben den anderen Mischsäften. Neben Bio Company und „LPG" ist die Kelterei Elm mit ihren Rhöner Produkten auch bei „EO" vertreten. Das sind alles Bio-Gemeinschaften, die mehrere Läden unter einem Dach beherbergen. Bei LPG sind die Rhöner Säfte in fünf Geschäften, bei Bio Company ebenfalls in fünf Märkten und bei EO in vier Läden gelistet.

Dazu kommt eine Reihe kleinerer Naturkostläden und Reformhäuser. Manche nehmen pro Woche mehrere Paletten, einige nur zwei oder drei Kisten ab. In den vergangenen 18 Monaten, berichtet Heinz Weilert, sind pro Monat drei Läden dazu gekommen – ein Siegeszug der Rhöner Öko-Produkte, die so manche Konkurrenz hat aufhorchen lassen. „Gerade innerhalb der Bioschiene sind die Gleise ziemlich eingefahren, was Produzenten und Lieferanten betrifft", weiß Heinz Weilert. Aber er weiß auch, dass er ein absolutes Qualitätsprodukt verkauft, das seinesgleichen sucht.

Am liebsten trinken die Hauptstädter den naturtrüben Öko-Apfelsaft aus der Rhön. Danach kommt der Apfel-Kirsch und der Apfel-Holunder. Im Sommer, wenn es richtig warm ist, entwickelt sich der Apfel-Cidre zum wahren Renner. Weitere Absatzmärkte, beispielsweise in Plauen, Chemnitz, Eberswalde, Rheinsberg und Görlitz sind bereits erschlossen und werden schrittweise ausgebaut.

Doch es sind nicht nur die typischen „Öko-Freaks", die auf den herzhaften Saft aus der Rhön scharf sind. Das Schering-Casino in Berlin-Wedding ist seit langem ein fester Kunde. Hier hat der weltweit agierende Pharmakonzern seinen Hauptsitz. In Forschung, Produktion und Verwaltung arbeiten weit über 4.000 Mitarbeiter. „Die gesamte Chefetage trinkt unsere Rhöner Apfelschorle. Es gibt keine Hauptversammlung, die ohne unsere Schorle beginnt", sagt Heinz Weilert, und aus seiner Stimme klingt ein wenig Stolz. „Ja", gibt er zu, „das war mein härtester Brocken, aber auch mein größter Erfolg." Viele Telefonate mit der Verwaltungsdirektorin von Schering waren nötig, ehe er eine Palette mit allen Produkten der Kelterei Elm anliefern durfte. Schließlich entschied sich die Chefetage für die 0,33 Liter-Mehrwegflasche Rhöner Apfelschorle. Jeden Dienstag, manchmal auch montags und freitags, rollt der Transporter von Heinz Weilert „zwischen zehn vor sieben und fünf nach sieben" an das Schering-Tor, um seine Fracht pünktlich zu liefern.


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