Start / Ausgaben / BioPress 41 - November 2004 / Legehenne „Biotier des Monats“

Eier

Legehenne „Biotier des Monats“

Statistisch betrachtet isst jeder Deutsche alle 36 Stunden ein Ei. Bundesweit werden somit jährlich etwa 18 Milliarden Eier konsumiert. Die Eier stammen aus rund 90.000 Betrieben mit knapp 50 Millionen Legehennen. Vier von fünf dieser Hühner werden heute noch in beengten Käfigen gehalten. Seit der Einführung des Herkunftsstempels zum Jahresanfang 2004, der Auskunft über Art der Haltung und den Erzeugerbetrieb liefert, hat der Absatz von Bio-Eiern um 20 Prozent zugenommen.

Dieser Trend bestätigt, dass über 90 Prozent der Verbraucher Käfighaltung ablehnen und bestärkt Biobetriebe in ihrer Wirtschaftsweise. Bioland kürt nun die Legehenne zum „Biotier des Monats November". Unter www.biotiere.de wird sichtbar, worin sich die Biohenne vom Käfighuhn unterscheidet. Besucher der Homepage finden zudem zahlreiche Fotos, Rezeptvorschläge und Adressen von Geflügelhaltern.

Leitbild für die Bio-Geflügelhaltung ist das arteigene Verhalten der Tiere. Denn trotz intensiver Zuchtarbeit zeigen die Hennen das gleiche Verhaltensmuster wie ihre wilden Vorfahren aus Südostasien. Hierzu gehören neben einem ständigen Auslauf die freie Nahrungsaufnahme mit Futtersuche, Scharren, Flattern sowie die Möglichkeit zur Körperpflege und zum Sand- und Sonnenbaden.

Dies verursacht in einem Biobetrieb mehr Aufwand und höhere Kosten. Auch das gentechnikfreie Biofutter ist bis zu dreimal teurer als die konventionelle Ware. Dies erklärt, warum im Geschäft ein Bio-Ei rund 30 Cent und ein Ei aus Boden- oder Käfighaltung lediglich die Hälfte kostet. Zehn-Cent-Eier können niemals von einem Betrieb stammen, der tierfreundlich, nachhaltig und gentechnikfrei im Sinne einer ökologischen Tierhaltung wirtschaftet.

Für Eier der Güteklasse A muss grundsätzlich ein Herkunftsstempel aufgetragen werden. Dieser enthält insgesamt vier Komponenten. Mit den Ziffern Null bis Drei wird die Haltungsform erklärt (3: Käfighaltung; 2: Bodenhaltung; 1: Freilandhaltung; 0: Ei aus ökologische Produktion). Danach folgen Länderkürzel für Natio- nalstaat und Region, schließlich die vierstellige Zahl für den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb und die Stallnummer.


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