Start / Ausgaben / BioPress 41 - November 2004 / Wendländisches Bio-Bier als Türöffner

Wendländisches Bio-Bier als Türöffner

Ökologisch gebrautes Bier als Türöffner für Verbraucheraufklärung und Vermarktung ökologischer Produkte, so lautet eines der Ziele, das die Modellregion Wendland/Elbetal mit dem Projekt „WendlandBräu-Ökobier" verfolgt. Das Produkt WendlandBräu existiert bereits, allerdings wird das Öko-Bier bisher nur in kleinen Mengen in einer Hausbrauerei gebraut.

Im Rahmen von „Regionen aktiv" wird seit November 2003 unter der Leitung von Mathias Edler die Marktfähigkeit einer wendländischen Biermarke untersucht sowie ein Entwicklungsplan zur Gründung einer regionalen Kleinbrauerei erstellt.

Das Modellvorhaben „Regionen aktiv - Land gestaltet Zukunft" ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Im Zeitraum von 2002 bis 2005 unterstützt das Bundesverbraucherschutzministerium 18 Modellregionen darin, die Zukunft ihrer Region durch innovative Ideen und Projekte nachhaltig zu verbessern. Den Modellregionen stehen dabei insgesamt mindestens 45,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Hinter dem Öko-Bier-Projekt steht wesentlich mehr als die Realisierung einer Kleinbrauerei allein. Das Erlebnisprodukt Öko-Bier soll regional und überregional mit seinem besonderen Image als Genussmittel und der hohen Identifikationskraft den Verbraucher über das einzelne Produkt hinaus für ökologisch erzeugte Lebensmittel sensibilisieren. Zahlreiche regionale und überregionale Informationsveranstaltungen rund um das Öko-Bier haben gezeigt, dass sich über das Produkt ein leichter Einstieg in das Thema ökologisch erzeugte Lebensmittel und deren besonderen Mehrwert findet. „Besonders im Außenauftritt ergeben sich Synergieeffekte mit allen anderen Vermarktern ökologisch erzeugter Lebensmittel aus der Region", fasst Edler die Erfahrungen der zahlreichen Veranstaltungen zusammen.

Das Wendland war Mitte des 19. Jahrhunderts ein bedeutendes Hopfenanbaugebiet in Deutschland. Allein im Südkreis der heutigen Modellregion gab es elf Brauereien, die Braurohstoffe Gerste und Hopfen wurden auf kleinen Höfen in der Umgegend angebaut. Diese Tradition und die damit verbundene Geschmacksvielfalt der einzelnen Biersorten soll nun wieder belebt werden.

„Das größte Problem stellt zurzeit noch der Hopfen dar. In ganz Deutschland gibt es gerade einmal zehn Hopfenanbauer, die ökologisch wirtschaften", erklärt Projektträger Udo Krause, der bereits seit 20 Jahren sein eigenes Bier braut. Aber nicht nur die Rohstoffe werden sorgsam produziert.

Auch das Bier selbst wird in einem aufwändigen, handwerklichen und schonenden Brauverfahren hergestellt. Krause: „Wir rühren die Maische mit dem Braupaddel von Hand und kochen die Würze über Feuer." Auf zusätzliche Filtrierung, Pasteurisierung und Schönung des Bieres wird bewusst verzichtet. „Dadurch bleiben die wertvollen aber leicht verderblichen Eiweißstoffe erhalten, die dem Produkt seinen unverwechselbaren Geschmack verleihen", berichtet Krause.


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