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Carlo Petrini ist gestorben

Slow Food trauert um seinen Gründer

Carlo Petrini ist gestorben © Marcello Marengo

Gestern ist der Slow Food-Gründer Carlo Petrini im italienischen Bra im Alter von 76 Jahren verstorben. Das hat Slow Food heute mitgeteilt. Als visionäre Führungspersönlichkeit und engagierter Intellektueller, der sich dem Gemeinwohl, zwischenmenschlichen Beziehungen und der Natur verbunden fühlte, hinterlasse Petrini ein bleibendes Vermächtnis.

Carlo Petrini wurde 1949 in Bra im Piemont geboren. Im Jahr 1986 gründete der Gastronom, Journalist und Autor gemeinsam mit Gleichgesinnten die Vereinigung ‚Arcigola‘, aus der später Slow Food Italien hervorging. Drei Jahre später unterzeichneten in Paris über 20 Delegationen das Slow Food-Manifest und Petrini wurde zum Präsidenten gewählt – ein Amt, das er bis 2022 innehatte.

Ein Meilenstein unter Petrinis Präsidentschaft war die Gründung von Terra Madre im Jahr 2004 – ein weltweites Netzwerk, das Landwirte, Fischer, handwerkliche Produzenten, Köche und Wissenschaftler verbindet. Es bildet seither das Herzstück von Slow Food und trug entscheidend dazu bei, die Bewegung in über 160 Ländern zu verankern. Im selben Jahr wurde auf Petrinis Initiative hin die Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo gegründet, die sich Lebensmitteln in einem interdisziplinären Ansatz widmet.

Petrini war Mitgründer der Laudato-Si‘-Gemeinschaften – einem Netzwerk aus rund 80 lokalen Gruppen, die sich von der Enzyklika ‚Laudato Si‘ inspirieren lassen, in der Papst Franziskus zu einer ganzheitlichen Ökologie aufrief. Als Journalist schrieb er für große italienische Tageszeitungen wie La Stampa, La Repubblica, Il Manifesto oder Il Fatto Quotidiano. Außerdem veröffentlichte er verschiedene Bücher, in denen er sich mit den kulturellen, sozialen und ökologischen Dimensionen von Lebensmitteln auseinandersetzte und das Thema Ernährung mit globalen Herausforderungen verband.

Für sein Engagement wurde Petrini vielfach geehrt. So erhielt er von verschiedenen Universitäten Ehrendoktortitel in Kulturanthropologie, Geisteswissenschaften, Agrarwissenschaften sowie in vergleichender Rechtswissenschaft, Ökonomie und Finanzwissenschaft. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen zeichnete ihn als ‚Champion of the Earth‘ aus und die UN-Welternährungsorganisation (FAO) ernannte ihn 2016 zum Sonderbotschafter für das Ziel ‚Zero Hunger‘ in Europa.

„Wer Utopie sät, wird Wirklichkeit ernten“, zitiert Slow Food seinen Gründer. „Seine Energie, seine Entschlossenheit und sein lebenslanges Engagement für andere bleiben als Inspiration für die gesamte Slow Food Bewegung und alle, die seine Vision teilen.“

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