Start / News / Bio-Tops / Düngemittelkrise erhöht Druck auf Landwirtschaft

Ernährungssicherheit

Düngemittelkrise erhöht Druck auf Landwirtschaft

Institut für Welternährung fordert Umdenken zum Ökolandbau

Düngemittelkrise erhöht Druck auf Landwirtschaft © stock.adobe.com_pavlobaliukh

Die angespannte Lage auf den internationalen Düngemittelmärkten rückt die Abhängigkeit der modernen Landwirtschaft von fossilen Energieträgern in den Fokus. Ausgerechnet in der Frühjahrssaison, einer entscheidenden Phase für Aussaat und Düngung, steigen die Preise für fossile Energien und setzen Landwirte unter Druck. „Es ist Zeit für eine klimaresiliente und nachhaltige Landwirtschaft“, folgert das Institut für Welternährung.

Bereits 2022 führten steigende Gaspreise zeitweise zur Stilllegung von Ammoniak- und Stickstoffdüngerproduktionen in Europa, wie das Institut für Welternährung berichtet. Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutete das höhere Kosten und das Risiko von Lieferengpässen – eine ernsthafte Herausforderung für die globale Ernährungssicherheit. Ammoniak, der zentrale Rohstoff für mineralische Dünger, wird aus Stickstoff und Wasserstoff hergestellt. Letzterer stammt fast ausschließlich aus Erdgas. Die energieintensive Produktion mache die Branche extrem anfällig für geopolitische Krisen und Preisschocks, warnt das Institut. Und: Rund die Hälfte der weltweit produzierten Nahrungsmittel hänge direkt oder indirekt von synthetischem Stickstoffdünger ab.

„Der Irankrieg sollte ein Weckruf sein“, betont Agnes Streber, Vorständin des Instituts für Welternährung e.V. „Ein krisenfestes Ernährungssystem ist möglich – aber es erfordert jetzt politische Entschlossenheit, strukturelle Reformen und einen gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltiger Produktion und Ernährung.“

Ökologische und regenerative Anbaumethoden zeigten, dass es auch anders geht: Fruchtfolgen, Leguminosen, Kompost und organische Düngung können Stickstoff nachhaltig in den Boden zurückführen, die Biodiversität fördern und die Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe erhöhen. Eine solche Landwirtschaft sei weniger abhängig von externen Energie- und Chemieinputs und langfristig resilienter bei Rohstoffkrisen. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer müsse jetzt handeln und die ökologische und regenerative Landwirtschaft aktiv fördern, fordert das Institut.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

EU-Düngemittelgipfel: Bio-Branche fordert Ausstieg aus fossiler Abhängigkeit

Bio wirtschaftet krisenresilient ohne Kunstdünger

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert anlässlich des Krisentreffens von Agrarkommissar Christophe Hansen mit der Düngemittel-Wirtschaft am kommenden Montag Bundesregierung und Europäische Kommission dazu auf, den Ökolandbau als Ausweg aus der Abhängigkeit von fossil erzeugten Düngemitteln in den Fokus zu nehmen.

10.04.2026mehr...
Stichwörter: Landwirtschaft, Düngemittel, Markt, Rohstoffe, Dünger, Ökolandbau, Ernährungssicherheit, Agrarsystem, Agrarwende, Ernährungssystem, Institut für Welternährung, Resilienz, Stickstoffdünger

Vitalität statt Pestizide: Forschung zu neuen Wegen für die Landwirtschaft

FH Oberösterreich untersucht, wie Dünger die Abwehrkraft von Nutzpflanzen beeinflussen

Vitalität statt Pestizide: Forschung zu neuen Wegen für die Landwirtschaft © FH OÖ

Eine optimierte Nährstoffversorgung kann die natürliche Abwehrkraft von Pflanzen stärken und somit den Bedarf an chemischem Pflanzenschutz reduzieren – so lautet die Hypothese, die Molekularbiologin Nicole Ollinger durch ihre Forschung am Campus Wels der FH Oberösterreich belegen will. Unter kontrollierten Laborbedingungen untersucht sie den Einfluss verschiedener Düngervarianten. Ziel sei es, den Landwirten nachhaltige und wirtschaftlich tragbare Alternativen zum Einsatz von Pestiziden zu eröffnen.

09.04.2026mehr...
Stichwörter: Landwirtschaft, Düngemittel, Markt, Rohstoffe, Dünger, Ökolandbau, Ernährungssicherheit, Agrarsystem, Agrarwende, Ernährungssystem, Institut für Welternährung, Resilienz, Stickstoffdünger

Humusbildung im Ökolandbau: nicht mehr, aber nachhaltiger

Studie des Thünen-Instituts liefert neue Erkenntnisse

Humusbildung im Ökolandbau: nicht mehr, aber nachhaltiger © Thünen-Institut/BZE-LW

Bio-Äcker bevorraten im Mittel nicht mehr Bodenkohlenstoff als konventionelle. Entscheidend seien die gewählten Bewirtschaftungsmaßnahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Thünen-Instituts. Dabei geschehe die Humusbildung im Ökolandbau mit weitaus weniger negativen Umwelteffekten. Bio-Verbände heben die ganzheitlichen Klimaschutz- und Umweltleistungen der Bio-Landwirtschaft hervor.

04.12.2025mehr...
Stichwörter: Landwirtschaft, Düngemittel, Markt, Rohstoffe, Dünger, Ökolandbau, Ernährungssicherheit, Agrarsystem, Agrarwende, Ernährungssystem, Institut für Welternährung, Resilienz, Stickstoffdünger


Umweltleistungen und Kleinbauern fördern

Strategischer Dialog der EU fordert Kehrtwende in der Agrarsubventionspolitik

11.09.2024mehr...
Stichwörter: Landwirtschaft, Düngemittel, Markt, Rohstoffe, Dünger, Ökolandbau, Ernährungssicherheit, Agrarsystem, Agrarwende, Ernährungssystem, Institut für Welternährung, Resilienz, Stickstoffdünger

Agrarflächen in Ostdeutschland werden dauerhaft verpachtet

Bund und Länder unterzeichnen ‚Flächenmanagementgrundsätze 2024‘

15.04.2024mehr...
Stichwörter: Landwirtschaft, Düngemittel, Markt, Rohstoffe, Dünger, Ökolandbau, Ernährungssicherheit, Agrarsystem, Agrarwende, Ernährungssystem, Institut für Welternährung, Resilienz, Stickstoffdünger