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Naturkostfachhandel: Umsatz zurück auf Vor-Corona-Niveau

BNN vermutet gebremste Umsatzentwicklung auch für 2023

Laut den Marktdaten des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) haben Bioläden und Bio-Supermärkte im vergangenen Jahr 3,83 Milliarden Euro umgesetzt. Das seien 12,3 Prozent weniger als noch 2021, aber zwei Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Der Bio-Großhandel setzte 2022 laut BNN 2,13 Milliarden Euro um.

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die drastisch gestiegene Inflation sowie die steigenden Kosten bei Energie, Mobilität und Alltagsversorgung hätten dazu geführt, dass die Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf deutlich preissensibler geworden sind, so der BNN. Die Vorjahre 2021 und 2020 seien coronabedingte Ausnahmejahre, in denen die Umsätze im Bio-Fachhandel aufgrund von Lockdowns sowie Einschränkungen in Gastronomie und Tourismus um bis zu 16 Prozent über dem Umsatz von 2019 gelegen haben.

„Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blieben die Kund*innen dem Naturkostfachhandel 2022 weit überwiegend treu“, kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin, die aktuelle Lage. Die Auswertung der Kassiervorgänge zeige, dass die Anzahl der Bons 2022 um durchschnittlich acht Prozent und die Bon-Summen um durchschnittlich fünf Prozent zurückgingen. Insbesondere die flächenmäßig kleinen Bioläden, also mit einer Ladengröße bis zu 100 Quadratmeter, hätten ihre Stammkunden weitestgehend halten können. Diese kauften jedoch deutlich preisbewusster ein. Größere Bio-Läden und -Supermärkte hätten einen höheren Anteil an Wechselkunden, was zu stärkeren Umsatzrückgängen geführt habe.

Der BNN geht davon aus, dass eine anhaltend hohe Inflation auch 2023 die Umsatzentwicklung im Bio-Fachhandel bremsen wird. Ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Kostensteigerungen bei Logistik, Energie und Personal setzten die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen des Bio-Fachhandels zusätzlich unter Druck. Damit Bio in vielfältigen und dezentralen Strukturen weiter wachsen kann, fordert der BNN politische Maßnahmen wie die Absenkung der Mehrwertsteuer auf null Prozent für Bio-Produkte.

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