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Bio-Umsätze in Österreich wachsen weiter

Corona beflügelt Umsätze des LEH im ersten Halbjahr 2020

Auch in Österreich hat Corona die Menschen sensibler für die Qualität und Herkunft von Lebensmitteln gemacht. Wie überall kommt dies den Bio-Lebensmitteln besonders zugute. Nach der Agrarmarktanalyse der AMA (Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH) legte Bio im ersten Halbjahr 2020 in fast allen Produktgruppen zu.

Die eingekaufte Menge an frischen Bio-Lebensmitteln (ohne Brot und Gebäck) stieg im ersten Halbjahr 2020 gegenüber den ersten sechs Monaten im Jahr 2019 um 14,4 Prozent, der Wertzuwachs betrug sogar knapp 20 Prozent.

Erstmals zweistelliger Bioanteil

Der Bioanteil steigt seit Jahren kontinuierlich und erreichte im Juni mit zehn Prozent erstmals einen zweistelligen Wert. Nur in den strengen Lockdown-Monaten März und April war die Zuwachsrate etwas geringer. „Zwei Meinungsumfragen bestätigten bereits unsere Einschätzung, dass die Wertschätzung für Lebensmittel so hoch ist wie noch nie. Nun sichern dies auch die tatsächlichen Marktzahlen unseres Haushaltspanels ab. Corona konnte das stetige Wachstum von Bio nicht stoppen“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing.

Den höchsten Bioanteil im österreichischen LEH verbuchen die Sortimente Milch und Eier. Kartoffeln, Gemüse und Fruchtjoghurt liegen ebenfalls weit über dem Durchschnitt. Jedes zehnte Produkt in den Warengruppen Butter, Käse und Obst stammt aus biologischer Landwirtschaft.

Unterdurchschnittlich fällt der Bioanteil bei Wurst und Schinken sowie Fleisch und Geflügel aus (s. Grafik oben). Einzig bei Eiern gab es im ersten Halbjahr einen Rückgang beim Bioanteil, was allerdings der geringen Verfügbarkeit geschuldet war. „Im März und April war die Nachfrage nach Bio-Frischeiern im Lebensmitteleinzelhandel höher, als sie die Legehennenhalter und Packstellen bedienen konnten“, analysiert Blass.

Wichtigste Einkaufsquelle für Bio ist der LEH

Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt kaufte im ersten Halbjahr 2020 biologische Frischeprodukte im Wert von 97 Euro im LEH ein. Das entspricht einem Plus von knapp 17 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Fast jeder Österreicher griff mindestens einmal in den vergangenen sechs Monaten zu einem biologischen Lebensmittel, die Käuferreichweite lag bei 95 Prozent. Sowohl die Einkaufshäufigkeit als auch die eingekaufte Menge an Bio-Produkten stiegen kontinuierlich an. Wichtigste Einkaufsquelle für Bio-Lebensmittel ist der klassische Lebensmitteleinzelhandel, zwei Drittel der Bio-Produkte werden dort gekauft, ein Drittel im Discount. Im Jahr 2019 wurden etwa 80 Prozent aller Bio-Lebensmittel im klassischen LEH abgesetzt.

Elke Reinecke

Agrarmarktanalyse RollAMA
Die RollAMA ist die rollierende Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing in Zusammenarbeit mit der GfK und KeyQUEST Marktforschung. Basis ist das GfK-Haushaltspanel. Dabei führen 2.800 österreichische Haushalte Aufzeichnungen über ihre Einkäufe im Lebensmitteleinzelhandel. Die Roll-AMA-Daten umfassen die Warengruppen Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Eier, Tiefkühlprodukte, Fertiggerichte, aber nicht Brot und Gebäck.
 

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