Gentechnik
Naturland fordert Nachbesserungen im Gentechnikgesetz
Bundesländer und Parlament müssen handeln
Heute verabschiedet das Kabinett den Gesetzentwurf zum neuen Gentechnikgesetz. Gravierende Mängel des alten Gentechnikgesetzes wie die völlig unzureichende Haftungsregelung bei Kontaminationen unter 0,9 Prozent sollen bestehen bleiben.
Einer schleichenden gentechnischen Verunreinigung wird mit der neuen Regelung Tür und Tor geöffnet. "Naturland fordert eindringlich, dass die Haftung auch unter 0,9 Prozent gewährleistet ist, damit die Bauern, die gentechnikfrei erzeugen wollen, nicht auf den Kosten sitzen bleiben", kommentiert Hans Hohenester, Vorsitzender des Naturland Präsidiums die Kabinettsentscheidung.
Bundesländer sind gefordert
Nach der Sommerpause wird der Gesetzentwurf im Bundesrat behandelt, danach beginnt das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren. In verschiedenen Bundesländern wurden in den letzten Monaten kritische Stimmen zum Thema Agro-Gentechnik laut. Über 75 Prozent der Verbraucher lehnen den Einsatz von Gentechnik in Lebensmitteln ab. Jetzt ist es an der Macht der Länder, die Bürger ernst zu nehmen, und Nachbesserungen durchzusetzen. Dazu zählen: Die Haftung bei Kontaminationen unter 0,9 Prozent sicher zu stellen; keine Absprachen zwischen Nachbarn zuzulassen, die es ermöglichen auf Schutzmaßnahmen zu verzichten; die Übernahme von teuren Analysekosten durch die Verursacher. Eine GVO-Analyse kostet zirka 150 Euro. "Es kann nicht sein, dass über die Hintertür den Verbrauchern Gentechnik in Lebensmitteln serviert wird, die sie nicht wollen und Kosten entstehen, die der Verursacher nicht übernimmt", erläutert Naturland Bauer Hans Hohenester.
Positive Impulse nutzen
Immer mehr Verbraucher setzen auf Öko-Lebensmittel und stellen ihr Kaufverhalten um. Im letzten Jahr stieg der Umsatz mit ökologischen Produkten um fast 20 Prozent und lag bei 4,6 Milliarden Euro. Ein zweistelliges Wachstum, das im dritten Jahr in Folge anhält. Der Gentechnikgesetzentwurf muss verbessert werden, damit der nachhaltige Ökologische Landbau in Deutschland weiter eine Chance hat und Arbeitsplätze schaffen kann. Bei 4,9 Prozent Öko-Anbaufläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche besteht gegenüber den Nachbarländern dringend Nachholbedarf.
Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 46.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.







