Agrarpolitik
Julia Klöckner zu Stand und Zukunft der ökologischen Lebensmittelwirtschaft
Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft als Rednerin auf dem fünften BÖLW-Empfang in Berlin
Berlin, 18.01.2019 | Der BÖLW, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, ist auch in diesem Jahr wieder auf der Internationalen Grünen Woche vertreten. Zum inzwischen fünften Empfang der BÖLW versammelten sich die mehr als 700 Gäste im Marschallhaus auf dem Gelände der Messe Berlin. Als Rednerin trat auch Bundesministerin Julia Klöckner an.
In einer etwa zehnminütigen Rede wies sie darauf hin, dass Bio inzwischen kein Nischenprodukt mehr sei und dass auch der in der letzten Woche vorgestellte Ernährungsreport des Ministeriums gezeigt habe, dass jeder zweite Verbraucher beim Einkauf auf das Bio-Siegel achte. Damit die im Koalitionsvertrag vereinbarten 20 Prozent ökologische Anbaufläche bis 2030 tatsächlich erreicht würden, müsse die Politik positive Rahmenbedingungen für Betriebs-Umstellungen auf Öko schaffen.
Die maßgeblichen Stellschrauben für eine positive Branchenentwicklung in Deutschland seien bereits in der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) benannt: Um die fünf Handlungsfelder auszufüllen, sieht Klöckner das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) als wichtigstes Finanzierungsinstrument. Der Etat habe 2018 und 2019 jeweils 30 Millionen Euro betragen und solle in den Folgejahren auf diesem Niveau bleiben.
Für die nähere Zukunft kündigte die Ministerin zur weiteren Stärkung der Ökoforschung eine „Roadmap Forschung“ an, außerdem lasse das Ministerium zurzeit eine mögliche stärkere Integration des Ökolandbaus in die berufliche Bildung wissenschaftlich prüfen. Es werde auch eine Informationsoffensive mit dem Ziel geben, den Bio-Anteil in der Gemeinschaftsverpflegung öffentlicher und privater Einrichtungen in der Gastronomie und Hotellerie zu steigern.
Zum Abschluss warb sie vor allem im Hinblick auf die Gemeinsame Agrarpolitik GAP noch einmal für ein Nebeneinander von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. Sie betonte, die freiwilligen Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen in der zweiten Säule würden auch künftig eine wichtige Rolle spielen, „aber wir brauchen auch weiterhin eine wirksame erste Säule. Konventionelle wie ökologisch wirtschaftende Betriebe profitieren gleichermaßen von den Direktzahlungen. Eine abschließende Bewertung kann nur im Gesamtpaket „Grüne Architektur“ erfolgen. Wir prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten zur Ausgestaltung.“







