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Nicht nur zur Winterzeit

Nüsse und Trockenfrüchte in Bio-Qualität sind ein bewährtes, weiter erfolgreiches Duo – das ganze Jahr über

Nicht nur zur Winterzeit © Glücksmoment GmbH

Egal ob als Inspiration neben dem Obst- und Gemüseregal, als Klassiker bei den Backzutaten oder als gesunde Alternative neben Snacks und Frühstückscerealien - mit Nüssen und Trockenfrüchten lassen sich die verschiedensten Kundengruppen erreichen. Noch mal mehr Punkte können Händler sammeln, wenn es sich um Bio-Ware handelt, aus pestizidfreiem Anbau und ohne bedenkliche Behandlungsmittel.

Am meisten nachgefragt werden laut Bode Naturkost derzeit Mandeln, Cashew-, Para-, Hasel- und Walnüsse. Bei den Trockenfrüchten stehen an erster Stelle Datteln, gefolgt von Feigen, Aprikosen und Rosinenarten. Als erfahrenes Im- und Export-Unternehmen für weiterverarbeitende Bio-Betriebe kann Bode damit eine gute Einschätzung für den B2B-Handel geben.

Die bekannten Morgenland- und One nature-Produkte von EgeSun finden sich dagegen direkt im Einzelhandel wieder. Auch hier stehen bei den Nüssen Cashews und bei den Trockenfrüchten Datteln ganz oben auf der Hitliste. Speziell Nüsse haben sich dabei von typischen Winterwaren zu einem ganzjährig gefragten Segment entwickelt. Davon unabhängig erfahren Mandeln, Hasel- und Walnüsse ebenso wie Rosinen und Co. in der kalten Jahreszeit regelmäßig einen Nachfrageschub. Die Gründe liegen auf der Hand: Es wird mehr gebacken und frisches Obst macht sich rar.

Abwechslungsreich und gesund: die Sorten im Bio-Regal

Die Vielfalt an Nuss- und Obstsorten im Sortiment der zahlreichen Bio-Anbieter reicht von den vertrauten Klassikern wie besagten Hasel- und Walnüssen, getrockneten Apfelringen, Weinbeeren oder Bananenchips bis zu Para- und anderen Edelnüssen. Außerdem gibt es Mango, Cranberries und ähnliche Exoten.

Ein Großteil dieser Produkte stammt naturbedingt aus fernen Ländern. Gerade bei solcher Importware bevorzugen immer mehr Verbraucher Bio-Ware aus nachhaltiger, transparenter Herkunft. Hier können die Importeure und damit die Anbieter die kontrollierte Herkunft auch dann belegen, wenn etwa getrocknete Ananas aus Sri Lanka und Mango aus Burkina Faso oder Macadamias aus Süd- oder Ostafrika kommen. Viele pflegen enge Partnerschaften mit den Erzeugern vor Ort.

Das Bio-Siegel garantiert nicht nur, dass der Anbau und Transport ohne Chemiecocktails abläuft; die Bio-Ware ist auch nicht mit Schwefel gebleicht oder wurde durch CO2-Druckbehandlung, Schockfrosten oder andere physikalische Methoden vor einem Schädlingsbefall geschützt. Regelmäßige analytische und sensorische Untersuchungen gehören zur Tagesroutine, meint Kirstin Umland von Bode Naturkost und spricht damit stellvertretend für andere Unternehmen mit eigenem Lager und Verarbeitung.

Je nach Bedarf: Nachschub von Vollsortimentern oder Spezialanbietern
Bode Naturkost, Horst Walberg Trockenfrucht und Eco Terra gehören zu den Anbietern mit einer umfassenden Auswahl, die vor allem oder in gleichem Maße Bulkware für weiterverarbeitende Betriebe liefern, für andere Nüsse veredeln oder als Eigenmarke mischen und verpacken. Alle drei haben zusätzlich eine eigene Marke aufgebaut, mit der sie direkt im Handel vertreten sind.

Das Portfolio veranschaulicht gut, wie sehr sich das Bio-Angebot weiterentwickelt hat. So bereichern bei Bode Naturkost nunmehr verschiedene Spezialitäten das Sortiment: attraktive grüne Pistazienkerne mit Haut, mandelähnliche Aprikosenkerne, herb-säuerliche Berberitzen, farbintensive Aroniabeeren, grüne Rosinen oder Mini-Feigen.

Einige Produkte punkten zusätzlich mit einer Demeter- oder Fairtrade-Zertifizierung. Was trotz der langjährigen Aktivität als Bio-Importeur schwierig bleibe, sei ein festes Angebot an regionalen Bio-Produkten, bedauert das Unternehmen. Zumindest aus europäischen Ländern wie Polen und der Türkei könne man durchaus hochwertige Bio-Ware anbieten. Wobei Bode Naturkost auch lose Ware für Spender, wie sie in Unverpackt-Läden stehen, liefert.

Horst Walberg ist noch nicht ganz so lang als Importeur für Bio-Produkte im Geschäft, aber das Sortiment umfassst über 50 verschiedene Nüsse und Trockenfrüchte von Aroniabeeren bis zu Walnüssen. Nach Aussage des Unternehmens nehme das Interesse an fertig abgepackten Produkten zu, nachdem die meisten Kunden aus dem Lebensmittelhandel lange Zeit Großgebinde bevorzugt hätten.

Davon profitiert nicht zuletzt die unternehmenseigene Marke HOWA. Diese umfasst neben den ‚Bio-Standards‘ auch als Superfoods eingestufte Früchte wie getrocknete Sauerkirschen, Physalis und Gojibeeren. Damit der Verbraucher schon im Regal das Produkt in Augenschein nehmen könne, habe man bewusst schlichte Klarsichtbeutel als Verpackung gewählt. Sonst findet man Bio-Nüsse und Trockenfrüchte oft in Papierbeuteln mit schützender Innenbeschichtung und großem Sichtfenster.

Eco Terra vertreibt und importiert vornehmlich Edelnüsse, außerdem eine Auswahl an exotischen Trockenfrüchten für die Industrie, den Großhandel und Private Label sowie als Ecoterra-Eigenmarke. Das Unternehmen hat Partnerschaften und Joint Ventures in den Herkunftsländern aufgebaut, aus denen die Bio-Produkte ohne Zwischenhandel und nach FLO-Standards bezogen werden. Besonders ausgefallene und speziell veredelte Nüsse führt Eco Terra unter der Premiummarke Nutfield. Während dort vor allem die Maracadamia-Varianten am meisten bestellt würden, seien es sonst Paranüsse. Das spricht dafür, dass auch die Feinschmecker Nüsse für sich entdeckt haben.

Produkte, die Geschichten erzählen

Gerade die Bio-Markenanbieter wollen sich häufig mit zusätzlichen Mehrwerten von konventionellen Betrieben abheben.
So beliefert EgeSun hauptsächlich direkt den Lebensmittelhandel – teils als Kleinverpackungen und teils lose in praktischen Boxen für die Gemüsetheke oder ein Holzregal. Nach der Unternehmensphilosophie ‚alles aus einer Hand‘ stammt ein Großteil der Produkte aus eigenen Anbau- und Verarbeitungsprojekten. So kommen von Partnern aus der Türkei Haselnüsse, Äpfel, Aprikosen, Feigen und Kirschen, aus Südafrika Macadamia-Kerne, aus Kirgistan Pflaumen und wilde Walnüsse.

Von der engen Zusammenarbeit profitieren alle Seiten. Bis hin zum Verbraucher, der sich auf transparente Warenströme verlassen und zudem die jeweilige Geschichte hinter Nüssen und Früchten erfahren kann.

Aktuell stellt EgeSun nach den Kokosnuss-Produkten weitere auf Naturland-Qualität um. Als Grund nennt Vertriebs- und Marktetingleiterin Alice Fridum die strengeren Bio-Kriterien und die Auditierung von Sozial Standards.
Auch sonst wird verbraucherorientiert gedacht: Sparen können diese durch die Auswahl zwischen ganzen Cashewkernen und preiswerterem Bruch im großen Beutel.

Zwei weitere Beispiele für netzwerkende Unternehmen sind Cashwe4U und Limbua Deutschland, wobei sich beide vorerst auf Bio-Nüsse konzentrieren. Cashew4Us Schwerpunkt liegt auf den beliebten aromatischen Samen der Cashewbäume, teils aus Burkina Faso, teils von der Elfenbeinküste und vor allem aus Nigeria. In der selbst aufgebauten Produktionsstätte in Nigeria könne man inzwischen 30 Mitarbeiter beschäftigen, berichtet Geschäftsführer Amos Bucher. Die Kombination Bio plus Fairtrade ist Standard und wird auch für anvisierte  Sortimentserweiterungen gelten, so wie für die für Herbst angekündigten Datteln und Mangos.

Limbua Deutschland  hat sich ausschließlich auf Macadamia-Nüsse aus Kenia spezialisiert. In kleinem Maßstab angefangen, arbeitet das deutsch-kenianische Mutterunternehmen, die Limbua-Group, heute mit mehr als 5000 Kleinbauern zusammen und zählt zu einem der führenden Macadamia-Produzenten weltweit. Fairness ist fest verankert. So tragen die in drei eigenen Manufakturen vor Ort produzierten Edelnüsse zusätzlich das Fair for Life-Siegel.

Laut Verkaufsleiter Klaus-Werner Horlitz sind die Mengen für andere Vermarktungswege als für die weiterverarbeitende Industrie momentan noch zu klein. Auch sei die Nachfrage generell weit höher als die Mengen, die sie in Kenia ernten und verarbeiten könnten. Stattdessen ist eher eine Sortimentserweiterung geplant. Da die Kleinbauern alle mit Mischkulturen arbeiteten, denke man etwa an eine Vermarktung von getrockneten Mangos.

Weit gereist, aber fair gehandelt, das trifft genauso für viele Bio-Produkte von Rapunzel zu. Bei der großen, im Fachhandel fest verankerten Auswahl an Trockenwaren sichert vor allem das eigene Türkeiprojekt den regelmäßigen Nachschub an Haselnüssen, Pistazien, Feigen, Aprikosen und Sultaninen. Ansonsten sind unter anderem Datteln, Cashews, Pekannüsse, Mangos und Kokos fair gehandelt, wobei Rapunzel die eigenen, strengen Hand in Hand-Kriterien zugrunde legt.

Mit Faible für das gewisse Extra

Dass der Bio-Anteil im Sortiment von C. W. Clasen mittlerweile auf rund 70 Prozent gestiegen ist, dazu dürften Transparenz und Rückverfolgbarkeit vom direkten Rohwareneinkauf bei langjährigen Partnerbetrieben bis zur eigenen Röstung im Hamburger Werk sowie die zuverlässige Qualität beigetragen haben. Ebenso aber auch, dass Kunden hier immer wieder besondere Produkte bekommen.

Aktuell stünden etwa die saftigen naturbelassenen Ko- kos-Chunks mit der dünnen braunen Haut hoch im Kurs, führt Geschäftsführer Thomas Bönsch als Beispiel an. Genauso die in der Schale gerösteten Pistazien sowie die leuchtend gelben Mangostreifen aus Ghana.

Mal roh, mal wild

Zu den weiteren Qualitätsmerkmalen vieler Bio-Produkte zählt eine natürliche Trocknung unterhalb von 40 Grad Celsius, die Nährstoffe und Farbe schont. Bei EgeSun können aufgrund dieser Verarbeitung unter anderem Aprikosen und -kerne, Gojibeeren, Haselnüsse und Mandeln als Rohkost angeboten werden. Der online-Versender Keimling setzt fast ausschließlich auf Rohkost-Qualität. Terrasana will diese in einer separaten Linie mit Superfood-Charakter verbinden. Der Verbraucher kann dabei etwa zwischen Berberitzen, Physalis, Goji- und Maulbeeren wählen.

Bevorzugt Rohkost gilt auch für die Premium Nüsse und Trockenfrüchte der Flores Farm. Neben der Auswahl an Goji-, Maulbeeren, Zedernnüssen  und anderen unter der eigenen Marke, versorgt Flores Farm verarbeitende Unternehmen mit Rohstoffen. Ganz neu sind hier Datteln der Sorten Aseel und BJ aus einem neuen Anbauprojekt in Pakistan. Einem weiteren müsste man sagen, denn auch die Flores Farm unterstützt mit dem Verkauf ihrer Trockenprodukte ausgewählte Kleinbauernprojekte. Angefangen mit Bio-Cashewkernen aus Indonesien, gibt es ein Projekt für Zedernüsse in der Mongolei, Physalis in Südafrika, Granatapfelsamen in Indien.

Mit Pekan- und weiteren Nüssen aus Wildsammlung lässt sich eine weitere Besonderheit im Gesamtsortiment hervorheben - wobei pflanzliche Lebensmittel aus Wildsammlung erst seit Inkrafttreten der Öko-Basis-Verordnung (EG) 834/2007 biozertifiziert werden dürfen.

Stichwort Datteln

Datteln, die energiereichen Früchte der Dattelpalme und Spitzenreiter unter den Bio-Trockenfrüchten, tragen ebenfalls häufig einen Hinweis auf Sonnentrocknung oder Rohkostqualität. In Bio-Qualität stammen sie oft aus Algerien, Tunesien, Ägypten und Israel. Zu den bekanntesten Sorten gehört dabei die ,Deglet Nour‘, die ein besonders weiches und helles Fruchtfleisch besitzt.

Zwar bringen die Bäume nur alle zwei Jahre ihre länglichen Früchte hervor, das aber bis zu 100 Jahre lang. Datteln liefern reichlich Ballaststoffe, Stärke und Zucker sowie relativ viel Calcium und Magnesium, Kalium und B-Vitamine. Durch den Zucker gut haltbar, lassen sie sich vielseitig verwenden. Mit ihrem fruchtig-malzigen Geschmack eignen sich Datteln als purer Snack, zu pikanten Gerichten oder Käse oder in Müsli oder Porridge gemischt.

Datteln in Form von entsteinten Trockenfrüchten im dekorativen ‚Nest‘ und gefüllt mit Erdnüssen finden sich im Sortiment von Sekem Europe, die die Demeter-zertifizierten Erzeugnisse der gleichnamigen Initiative in Ägypten vermarkten. Ein Teil des Profits fließt in die Gemeinschaft zurück und dient der Weiterentwicklung der bio-dynamischen Landwirtschaft, der Fortbildung oder dem Ausbau medizinischer Versorgung.

Eden Fruits sieht sich als einer der größten Dattel-Verkäufer auf dem europäischen Markt. Rund 60 Prozent der Datteln in Europas stammen nach eigenen Angaben aus der Produktionsstätte in Algerien, die sogar IFS Global Markets Food zertifiziert ist. In den Handel gelangen die Datteln mit und ohne Stein über Großabnehmer.

Gefragt nach der zukünftigen Marktentwicklung von Bio-Nüssen und Trockenfrüchten, sieht Eden Fruits ein weiteres Wachstum voraus: Eine Bio-Zertifizierung sei bei den heutigen Qualitätsansprüchen für sie als Dattel-Lieferant mehr oder weniger ein Muss. Anders ausgedrückt: Bio-Qualität gehört dazu, um mit den Anforderungen des heutigen Markts Schritt halten zu können.

Bettina Pabel

Snack-Trends
Immer mehr Bio-Anbieter entwickeln zusätzlich veredelte und gemischte Snackprodukte. An erster Stelle steht nach wie vor Studentenfutter, wobei manche Bio-Anbieter alternativ Mischungen ohne getrocknete Weinbeeren vorrätig halten. Nussallergiker freuen sich über Trockenfrucht-Mischungen. Genauso gibt es eine umfangreiche Palette von gefüllten und gewürzten Produkten.
Die enorme Vielfalt spiegeln schon diese Beispiele: Gesalzene Bananenchips oder mit Kokosflocken beschneite Datteln (Bode Naturkost), Macadamia geröstet und gesalzen, Jumbo Cashew Curry oder Honig, geröstete Pekan mit Chili (Eco Terra / Nutfield), mit Erdnüssen gefüllte oder mit Schokolade ummantelte Datteln (Sekem), Mischungen aus Beeren, Nüssen und Saaten in verschiedenen Kombis (Terrasana), Studentenfutter klassik und Nusskernknabbermischung (Walberg), Themen-Mischungen wie Smart Start-, Work Out- und Earlybird-Mischung (Vita+Naturprodukte).

 

Listungs-Checkliste:

  • Mono-Produkte: einzelne Nusssorten, einzelne Trockenfruchtsorten
  • Mischen: Nussmischungen / Trockenfruchtmischungen / Trockenfrucht-Nussmischungen
  • Veredelte und gewürzte Nüsse 7 Trockenfrüchte
  • Verarbeitete und zerkleinerte Nüsse (Backsortiment)

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