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Umweltinstitut München: Geheime Absprachen zwischen Kommission und Glyphosat-Herstellern

Am 4. April veröffentlichte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis einen offenen Brief an die ‚Glyphosate Task Force‘, in der die Hersteller des Pestizidwirkstoffes zusammengeschlossen sind. Der Kommissar forderte die Unternehmen auf, bisher unter Verschluss gehaltene Studien zur Krebsgefahr von Glyphosat zu veröffentlichen. Das Schreiben des Kommissars erweckte den Eindruck, dass hier stärkere Transparenz für das Zulassungsverfahren gefordert wurde. In Wirklichkeit war der Brief vorab mit der Industrie abgesprochen. Das belegen Dokumente, die das Umweltinstitut München heute veröffentlicht hat.

Auch der von der Industrie als „Reaktion“ veröffentlichte Vorschlag, Leseräume für die Studien einzurichten, sei bereits Wochen zuvor mit der Kommission abgestimmt worden. Der EU-Kommissar müsse jetzt erklären, ob er die Öffentlichkeit mit seinem Vorstoß gezielt täuschen wollte, fordert das Umweltinstitut. Falls ihm tatsächlich an Transparenz gelegen sein sollte, stelle sich außerdem die Frage, warum er sein Anliegen nicht weiterverfolgt habe: Weder seien die Studien im weiteren Verlauf des Wiederzulassungsverfahrens veröffentlicht noch die angebotenen Leseräume von der Industrie eingerichtet worden.

Das Protokoll der Absprachen und alle Hintergründe finden Sie hier.

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