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Tee

Der Winter wird heiß

Mit Bio-Tee und -Punsch am Puls der Zeit

Mit einer enormen Vielzahl an aromatischen Geschmacksvarianten und Konsummöglichkeiten ist Bio-Tee weiterhin auf Erfolgskurs. Passend zur kommenden kalten Jahreszeit finden Kaufleute reichlich Auswahl, um ihre Regale mit Beuteln und Kartons zu bestücken. Eine passende Ergänzung für das Flaschensortiment stellen hochwertige Bio-Punsche dar.
 

Die Deutschen trinken immer mehr Tee – nicht nur, aber besonders im Winterhalbjahr. Verstärkt wird der Aufwärtstrend dadurch, dass Spezialitäten wie Matcha und andere Grün- oder Gewürztees bei vielen jüngeren Menschen zum Lifestyle-Getränk avanciert sind. Allein was den Verbrauch von Schwarz- und Grüntee betrifft, meldet der Deutsche Teeverband für 2013 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um 300 Tonnen) auf 19.396 Tonnen (+ 6,7 Prozent). Unter Berücksichtigung von Kräuter- und Früchtetees lägen die Verbrauchsmengen zweifellos noch deutlich höher.

Der Bio-Anteil liegt dabei auf einem relativ niedrigen Niveau, was sich ändern sollte. Denn würde man unter Verbrauchern ein Brainstorming zum Thema Bio-Tee machen, kämen zu Recht viele Mehrwerte zur Sprache: Natürliches Aroma, enorme Sortenauswahl, Pestizidfreiheit, vertrauenswürdige Herkunft, Fairer Handel, nette Verpackungen, individuell, gesund, wohltuend, anregend, entspannend, stilvoll…. Mehr Auswahl in den Regalen dürfte dazu animieren, dem Bewusstsein Taten folgen zu lassen.

Wie in jedem Jahr starten die Bio-Anbieter in die Herbst- und Wintersaison mit zahlreichen Neuheiten. In diesem Jahr gehören dazu auffällig viele hochwertige echte Tees aus Camellia sinensis sowie aromatische Kräutermischungen. Oft begleiten die Anbieter dies mit neuen und aufmerksamkeitsstarken Verpackungen.

Innovative Highlights bei den Universalisten

Lebensbaum / Ulrich Walter aus Diepholz, Marktführer im Bio-Fachhandel, und Ökotopia aus Berlin bieten eine äußerst umfassende Auswahl an feinen Grünteespezialitäten, Schwarztees klassisch und exklusiv, Kräuter-, Früchte-, Gewürztees und Rooibos. Solokräuter sind ebenso erhältlich wie Kräutermischungen.

Während bei den Grün- und Schwarzteespezialitäten lose Tees dominieren, finden sich ansonsten oft sowohl Beuteltees als auch lose Ware. Beide Unternehmen bringen jetzt gleich in verschiedenen Segmenten zeitgemäße Neuheiten auf den Markt. Zum einen kommen sie mit heimischen Kräutertees dem Wunsch der Verbraucher nach Vertrautem, nach Heimat, nach Region entgegen. So hat Lebensbaum nicht nur die Themen-Beuteltees der Teezeit-Linie erweitert, sondern aktuell eine blumige Wiesenkräuter- und eine würzige Almkräuter-Teemischung mit den typischen Pflanzen eingeführt.

Gleich sechs Varianten umfasst dagegen die pfiffige neue Kräutertee-Linie „Um uns herum“ von Ökotopia. Entsprechend der Namen, wie Feld, Garten oder Wald, bestehen sie aus in dieser Umgebung wachsenden Pflanzen, Quelle beispielsweise unter anderem aus Wasserminze, Birke, Schlüsselblumen und Weidenrinde. Dabei bezieht Ökotopia die Rohstoffe wenn möglich aus Brandenburg. Ganz neu ist die Idee nicht, denn schon länger steht ein Grüntee im Lieferprogramm, der mit Brandenburger Blüten geschmückt ist.

Der Bereich der echten Tees wird ebenfalls erweitert: Bei Ökotopia werden ab Oktober / November ein gelber Hauangdi – eine seltene Spezialität aus China, die sich durch die gelbe Tasse und Bekömmlichkeit auszeichnet – und ein frischer Green Sprout-Grüntee in den Listen stehen.

Ausgesuchte Premium-Qualität ist auch die Basis für gleich fünf neue Spezialitäten-Tees von Lebensbaum. Angeboten als lose Ware in einer passenden stilvollen schwarzen Dose mit aromaschützendem Innenbeutel, stellen sie ein Hingucker im Regal dar. Zur Auswahl stehen Grüntee und Matcha, Weißer Ceylon-Tee sowie zwei Darjeelings. Hier findet man auch die für hochwertige Bio-Tees übliche Herkunftsangabe. So wachsen die herkunftsreinen Darjeelings First und Second Flush in Nordindien, zum einen im Tiger-Hill-Gebirge und zum anderen auf 2.100 Metern Höhe im Himalaya. Der Grüntee und der Matcha wiederum stammen von der südkoreanischen Vulkaninsel Jeju. Damit hat Lebensbaum zugleich den Grundstein für eine neue enge Lieferantenzusammenarbeit gelegt.

Spezialisten mit Expertise

Aiya Europe, Tochter des japanischen Traditionsunternehmens AIYA, ist klarer Marktführer im Segment Matcha Grüntee und stellt hochwertige japanische Grüntees in zertifizierter Bio-Qualität her. Ihre eigene Marke The Tea vertreiben sie über Tee Gschwendner und die Marke Izumi über Reformhäuser. Aiya ist aber auch im Private Label-Bereich sehr aktiv.

In schützenden Dosen stehen gleich sieben Matcha-Qualitäten zur Auswahl. Indem die  Tencha-Teepflanzen zum Ende der Erntezeit überschattet werden, gelingt es, den Gehalt an Chlorophyll, Aminosäuren und Antioxidantien zu fördern. Tatsächlich sprechen Untersuchungen für einen sehr hohen Orac-Wert von 1711. Das Interesse insbesondere für Matcha wachse erheblich, stellt man in diesem Zusammenhang bei Aiya fest, was sie durch wechselnde Rezeptideen und Infos zum Thema unterstützen. Zwei Ideen wurden auch direkt in Produkte umgesetzt: Neben Matcha for Cooking ein trendiger Matcha Latte to go als fertiges gesüßtes Pulver, das der Verbraucher nur noch mit heißem Wasser und Milch aufschäumen muss.

Spezialisten für Tees aus einzelnen, heimischen Kräutern und Früchten gibt es ebenfalls, zum Beispiel für Sanddorn, Zitronenverbene oder Brennnessel. Im Betrieb von Sanddorn-Storchennest wurde 1980 erstmalig in Deutschland  Sanddorn in kulitivierter Form angebaut.

Nach über 30 Jahren Erfahrung (davon 20 Jahre ökologischer Anbau) und mit 120 Hektar Plantagen ist das Ludwigsluster Unternehmen der größte Anbieter von Sanddornbeeren in Deutschland. Bei den Sanddorn-Tees, hergestellt aus schonend getrocknetem Beerentrester, bieten sie bisher sechs lose Sorten an, unter anderem  Sanddorn-Holunder, Sanddorn-Früchtetee und Classic (mit Sanddornbeeren). Demnächst wird  eine Sor­te mit Ingwer die Range ergänzen. Der Einsatz von Aromen ist für Sanddorn-Storchennest wie für die meisten Bio-Hersteller tabu und dank der Rohstoff-Qualität auch unnötig.

Zitronenverbene – oder klangvoller Verveine – findet ebenfalls immer mehr Freunde. Die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle sollen für eine ausgleichende Wirkung sorgen. In Frankreich und der Schweiz wird der milde Aufguss auch deshalb traditionell oft nach dem Essen getrunken. Gabriele Stoll von Gourveine zählt zu den wenigen Unternehmen, die selber die zarten Pflanzen in der Ortenau ökologisch anpflanzt und in Form von Ganzblatttees vermarktet.

Neuerdings ergänzt ein Verveine Tee-Apfelsaftgetränk das Angebot, das in Zusammenarbeit mit einem Ortenauer Safthersteller entstanden ist und ebenso heiß wie kalt genossen werden kann.

Wie lässt sich ein für Deutschland doch relativ unbekanntes Nischenprodukt bekannter machen? Für Gourveine gehört neben der zertifizierten Regionalität (Bio Baden-Württemberg) höchste handwerkliche Qualität unbedingt dazu. Dies unterstützen die aktuelle Demeter-Zertifizierung und die Auszeichnung mit dem DLG Goldenen Preis 2014.

Als weiteres Beispiel für heimische Bio-Kräutertees aus traditionellen Heilpflanzen seien noch die Bio-Brennnessel-Tees der Grünen Vogtei erwähnt. Nach  Klostertee, Abendtee, Morgentee und Gartentee plant das Unternehmen nun ebenfalls Neuheiten im Spezialitätenbereich.

Mit fairem Bio-Tee über den Tassenrand schauen 784 Millionen Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für Produkte aus fairem Handel aus. Damit ist der Gesamtabsatz im Vergleich zu 2012 um 21 Prozent gestiegen – ein klares Zeichen dafür, dass sich viele Menschen mehr Gedanken über die Auswirkungen ihres Konsums machen. Und das quer durch alle Altersgruppen. Tee trägt seit Beginn der Bewegung erheblich zu diesem Erfolg bei, wobei heute der weitaus größte Teil zugleich ein Bio-Siegel trägt.

Die Gepa hat sich als Pionier des Fairen Handels zum Ziel gesetzt, über die allgemeinen Fair-Handelskriterien hinaus zu gehen und verdeutlicht dies seit ein paar Jahren mit dem firmeneigenen fair+ Zeichen. Teilweise tragen die Tees, die zu 100 Prozent aus ökologischem Anbau stammen, zusätzlich das grün-weiße Naturland-Fair-Siegel.

Das Sortiment umfasst klassische Grün- und Schwarztees, Weiß-, Rooibos-, Früchte- und Kräutertees (letzterer demnächst ergänzt durch weitere innovative Mischungen). Da­zu kommen mit den exotischen Momenten im Beutel und den „Edlen Tassen“ zwei Spezialitäten-Linien, letztere mit hochwertigen Sorten wie Weißem Tee (vom langjährigen Partner Tea Promoters India), China Jasmintee oder Darjeeling Grün. Deren Verpackung besteht aus passenden edlen Kartons. Hergestellt aus Baumwollresten und handgeschöpft, werden auf diese Weise weitere Arbeitsplätze im Ursprungsland geschaffen.

Die Ravensburger Fairhandelsgenossenschaft dwp bietet ein ebenso umfassendes Angebot an Bio-Tees an, wobei hier schon nahezu alle Tees Naturland Fair-zertifiziert sind. dwp legt den Schwerpunkt klar auf Tees von Kleinbauern. Auf den Verpackungen kommen die Produzenten zu Wort, und veranschaulichen, wie wichtig der Absatz der fairen Bio-Tees für sie ist.

Tees im Beutel praktisch und gut

Die meisten Bio-Anbieter führen sowohl lose als auch praktische Beuteltees. Wobei die Auswahl an Beuteln von bekannten Dop­pelkammerbeuteln über große Kannenbeutel (bei Lebensbaum) bis zu dekorativen Pyramidenbeuteln (bei Sonnentor) reicht.

Pukka Herbs aus England und das Thüringische Traditionsunternehmen Goldmännchen gehören zu den Anbietern, die ausschließlich klassische Beuteltees anbieten. Sie stehen aber in einer Vielzahl an aromatischen Sorten zur Verfügung. Rund 30 Sorten umfasst das Angebot von Pukka Herbs. Kräuter-, Früchte-, Detox- und Ayurvedatees stehen in den Sortimentslisten, dazu eine zunehmende Anzahl an Schwarz und Grüntees.

Ein gutes Beispiel dafür, wie Bio-Tees schon durch den Namen neugierig machen, findet man bei Goldmännchen. So ergänzt der Hersteller, der schon lange den Einzelhandel ebenso wie Großverbraucher versorgt, das Portfolio an Früchte-, Kräuter- und Grünteemischungen seit einiger Zeit durch sechs spannende Bachblütentees, die mit Bachblütenessenzen verfeinert sind.

Ebenfalls erfolgreich entwickelt sich die Linie der liebenden. Für die sogenannte 20er Bio-Linie (20 Beutel pro Packung) verfeinert Goldmännchen die Hauptzutaten mit ausgesuchten, passenden natürlichen Zutaten. Entstanden sind so Rooibos liebt Limette, Pfefferminze liebt Verbene oder Hagebutte liebt Karkade.

Goldmännchen sieht weiterhin viel Potenzial für neue Produkte mit einer noch individuelleren Vielfalt. Im Handel bestünden ebenfalls noch Möglichkeiten, zwischen der Nachfrage der Kunden und den Angeboten der Hersteller eine Brücke zu schlagen: „Der Markt ist sichtlich neugierig auf weitere Innovationen. Konsumenten werden es auch zunehmend zu schätzen wissen, dass sich mit Tee viele spannende und gesunde Rezepte für Mischgetränke realisieren lassen.“

Wärmender Genuss mit Bio-Punsch

Mit Bio-Tees, Gewürzen, Zitrusfrüchten, eventuell Wein und Honig, lassen sich alle möglichen Heißgetränke kreieren. Noch einfacher und vor allem schneller gelingt dies mit fertigen Bio-Punschgetränken, die dank der schonenden Pasteurisation zugleich lange haltbar sind. Die Basis bilden hochwertige, bevorzugt rote Fruchtsäfte, bio-typisch in Form von Direktsäften. Geschmacklich fein abgestimmt werden die Mehrfruchtsäfte mit typischen Wintergewürzen beziehungsweise Auszügen, wie Zimt, Nelken und Muskat, wobei manchmal Honig oder Fruchtsüße für eine harmonische Süße sorgen.

Als Klassiker gilt hier Holunderbeersaft, der sich durch seinen Gehalt an Vitaminen, Anthocyanen und anderen Antioxidantien auszeichnet. Die dunkelvioletten Beeren finden sich daher auch bei den drei führenden Bio-Anbietern gleich mehrfach wieder. Bei Voelkel im Familien-, Winter- und Holunder-Glühpunsch, bei Beutelsbacher im Holunder- und im Früchte-Glühpunsch und bei Haus Rabenhorst im Klassiker Der Heiße Rabe.

Der herbfruchtige Holundersaft ist oft nicht die Hauptkomponente, sondern begleitet andere mildere Sorten wie Trauben- und Apfelsaft. Vor allem bei den Kinderpunschen wie dem Winterbäckchen von Haus Rabenhorst  oder dem Familienpunsch von Voelkel ist deren Anteil meist höher.

Vermehrt setzen die Bio-Hersteller zusätzlich auf andere aroma- oder farbstarke Früchte. Der Hei­ße Rabe enthältauch den populären Acerolasaft. Als Spezialität bietet Rabenhorst daneben ei­nen Aronia-Vanille Punsch aus weißen Trauben, Aronia, Streu­obstapfel und Vanille an.

Zum großen Sortiment von Voelkel zählen in diesem Zusammenhang Granatapfelpunsch und die neue Sorte Heiße Winterkirsche, ein Spanischer Glüh­wein und die Sorte Heißer Winterapfel sowie, ebenfalls neu, ein Zitrone-Ingwerpunsch. Beutelsbacher kombiniert Früchte aus regionalem Streuobstanbau und aus Wildfruchtsammlung, etwa in Streuobst Wildfrucht Holunder.

Als Verpackungsmaterial wählen die Hersteller bewusst Glas, da es hier zu keinerlei Einbußen im Geruch oder Geschmack kommt. Anders als bei Voelkel und Beutelsbacher, gibt es die charakteristischen dunklen Rabenhorst Flaschen je nach Vertriebskanal als 750 Milliliter-Mehrweg- oder als 700 Milliliter-Einwegflasche. Keine Regel ohne Ausnahme – was Voelkel mit dem Winterpunsch im Tetra-Pack zeigt.

 Bettina Pabel


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