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Schokolade

Ritter bleibt Bio treu

Zusätzlich sind die kleinen Schoko-Quadrate UTZ gesiegelt

Ritter Sport Bio, die kleinen Tafeln aus der Schokoladenfabrik im schwäbischen Waldenbuch, tragen jetzt zusätzlich das UTZ-Zeichen. Auch das Cacaonica-Anbauprojekt in Nicaragua wird fortgeführt und nicht beendet, wie 2013 zu lesen war. Ritter nimmt allerdings keine neuen Bio-Bauern hinzu, wie Alfred Ritter, Vorsitzender der Geschäftsführung, sagt. Unter Verwendung von 80 Tonnen nicaraguanischem Bio-Kakao macht der mittelständische Lebensmittelhersteller 250 Tonnen Bio-Schokoladen. Der Umsatz stagniert. Kakao-Anbauer, die als neue Lieferanten hinzu kommen, sollen sich UTZ zertifizieren lassen.

Eigentümer Alfred T. Ritter denkt nicht an das Ende des Bio-Engagements beim Cacaonica-Projekt in Nicaragua. Cacaonica, das Miteigentümerin Marli Hoppe-Ritter 1990 ins Leben gerufen hat, wird weiter geführt. Ritter wünscht sich sogar mehr Bio-Umsatz: „Wir wissen, dass wir mehr Bio-Landwirtschaft brauchen. In den Köpfen der Konsumenten wird ein Salat oder Apfel mit Bio in Verbindung gebracht. Bei Süßwaren ist selbst Akademikern nicht bewusst, dass Kakao landwirtschaftlich erzeugt wird.“

Bio-Schokolade nützt der Umwelt

Die Verbraucher bringen die 65-Gramm-Tafeln nicht mit Bio in Verbindung. Der Marken-Artikler muss hier noch die überzeugende Ansprache finden. „Gesünder ist Bio-Schokolade nicht, aber sie ist besser für die Umwelt“, nennt Alfred Ritter den Unterschied. Nachhaltigkeit ist das entscheidende Argument pro Bio.

Der Versuch von Geschäftsführer Thomas Mönkemöller, zuständig für Vermarktung, Ritter Sport Bio im Fachhandel zu etablieren ist zunächst gescheitert: „Der Fachhandel will keine A-Marken des LEH. Dabei könnten Produkte aus dem LEH dem Fachhandel neue Konsumenten erschließen“, ist Mönkemöller überzeugt.

Das Traditionsunternehmen hat mit 10.000 Verkaufsstellen ein dichte Distribution für seine Bio-Linie mit fünf Produkten. „Wir sind die einzige klassische Schokoladen-Marke mit Bio und wollen hier langfristig erfolgreich sein“, bekräftigt Alfred Ritter.

Keine Zweitmarke für den Fachhandel

Eine Zweitmarken-Strategie kommt für Ritter nicht in Frage. Bio wird nicht dreieckig oder rund. Ritter bleibt quadratisch. Private Label ist für die Schwaben ebenfalls tabu. Über diese Türe wird Ritter den Bio-Markt nicht betreten, um zusätzliche Umsätze zu generieren. Nur wo Ritter drauf steht, ist auch Ritter drin.

Im Geschmack unterscheidet sich Ritter Bio nicht von konventionellen Sorten. Ritter setzt auf Milchschokolade und den milden Rübenzucker statt des herberen Rohrzuckers, der bei Bio üblich ist. Rübenzucker ist für das Traditionsunternehmen ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Bio-Markt.

Ritter vertraut bei Fairtrade auf UTZ

Fairtrade geht bei Schokolade oft Hand in Hand mit Bio. Das wäre eine Möglichkeit, um mehr Aufmerksamkeit auf Bio zu lenken. Das Unternehmen vertraut hier auf UTZ. Alfred Ritter bescheinigt der Organisation „hohe Transparenz bei der Mittelverwendung“.

UTZ wurde vom holländischen Handelsunternehmen Ahold ins Leben gerufen und deckt soziale Nachhaltigkeit ab. Die Standards des Internationalen Gewerkschaftsbundes müssen eingehalten werden: Keine Kinderarbeit, Koalitionsfreiheit und Schutz der Bauern beim Einsatz von Spritzmitteln sind Kriterien.

Das Verbot von Kinderarbeit ist Herstellern und Handel das entscheidende Argument für UTZ. Beim Handel trifft das Zeichen für nachhaltigeren Kakao-Anbau auf Gegenliebe. UTZ erlaubt aber Agrarchemie. Da ist der biologische Landbau schon erheblich weiter.

Anton Großkinsky


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