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Anuga: Bio-Kompetenzzentrum V

Jeder reklamiert Nachhaltigkeit

Den Anspruch auf soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit erheben viele Unternehmen der Lebensmittelbranche. Im Bio-Kompetenzzentrum auf der Anuga stellte Winfried Fuchshofen die Konzepte von Walmart und Whole Foods vor und Manon Haccius das System von Alnatura.

Das Handelsunternehmen Walmart hatte 2010 viel Aufsehen erregt mit seinem Vorhaben, einen Nachhaltigkeitsindex auf allen Produkten anzubringen. Davon ist das Unternehmen wieder abgerückt. Die Informationen gehen lediglich an die Hersteller.

Walmart hat sein eigenes Regelwerk für ein Global Social Compliance Programm geschaffen. Die Lieferanten können so nachhaltig wirtschaften. Walmart honoriert allerdings Nachhaltigkeit bei seinen Herstellern nicht. Nachhaltige Produkte werden nicht besser bezahlt im Einkauf. Walmart geht davon aus, dass die Hersteller Ressourcen sparen bei nachhaltiger Produktion.

Walmart selbst ist also alles andere als sozial nachhaltig. Der Handelsgigant lässt keine Gewerkschaften zu. Die Mitarbeiter sind schlecht bezahlt. Die Krankenversicherung ist minimal.

Das Handelsunternehmen Whole Foods ist mit einer Filiale in London auch in Europa vertreten. Während Walmart ein negatives Image hat, ist das Bild von Whole Foods in der Öffentlichkeit positiv.

Trotz eines nur 20prozentigen Bio-Anteil weckt das Unternehmen die Vorstellung, ein Bio-Supermarkt zu sein. Auch Whole Foods hat seine Standards selbst festgelegt, erkennt zusätzlich Fairtrade, Rainforst Alliance und IMO Fair For Life an.

Bei Whole Foods selbst wird soziale Nachhaltigkeit ebenfalls kleingeschrieben. Wie bei Walmart sind die Mitarbeiter nur minimal krankenversichert. Das Unternehmen ist gewerkschaftsfrei. „Whole Foods arbeitet aktiv gegen Gewerkschaften“, teilt Fuchshofen mit. Soziale Verantwortung ist bei beiden amerikanischen Handelsunternehmen noch unterentwickelt.

Alnatura aus Hessen hat da schon etwas mehr vorzuweisen. Bei dem Bio-Filialisten sind nur nachhaltige Produkte in den Regalen, sprich hundertprozentig Bio. Manon Haccius, zuständig für Qualität und Recht, stellte das Leitbild für Nachhaltigkeit vor mit den Säulen Soziales, Kultur, Wirtschaft, Energie, Luft, Pflanze und Tier. Für die eigene Marke Alnatura gibt es einen Leitfaden für nachhaltige Produktentwicklung.

Produkte mit sozialem Mehrwert gehören zum Sortiment. So gehen vom Peru-Cafe 40 Cent pro Packung an das Kinderhilfswerk terre des hommes. Für ökologisches Saatgut spendet Alnatura jährlich eine fünfstellige Summe. Für nachhaltige Verpackungen gibt es ebenfalls einen Leitfaden. Den Aufwand minimieren lautet hier das Prinzip.

Die amerikanischen Handelsunternehmen Walmart und Whole Foods stellen Regeln auf für ihre Lieferanten und tun selbst wenig, Alnatura ist dagegen auch selbst aktiv.

AG


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