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Gentechnik

30.000 Demonstranten fordern klares Nein zur Gentechnik

Wir haben es satt! - Demonstration in Berlin für eine echte Agrarwende

Berlin, 19.01.2014  |  30.000 Menschen haben zur Internationalen Grünen Woche in Berlin gegen Gentechnik und für eine echte Agrarwende demonstriert. Sie forderten einen Kurswechsel in Richtung einer Agrarpolitik, die ihrer Verantwortung gegenüber Verbrauchern und Landwirten, Tieren, Umwelt und Klima gleichermaßen gerecht wird. Das machten bei der Auftaktkundgebung am Samstag auf dem Potsdamer Platz zahlreiche Redner unterschiedlicher Organisationen deutlich, darunter auch Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Naturland Präsidiumsmitglied.

„Die Menschen wollen keine Gentechnik auf Äckern und Tellern. Die Zukunft aller Landwirte in Deutschland hängt daher davon ab, ob sie weiterhin gentechnikfrei produzieren können“, sagte Löwenstein: „Es ist deshalb entscheidend, dass die Bundesregierung in Brüssel mit einem klaren Nein gegen die Zulassung des Gentech-Maises ‚1507‘ stimmt.“

Bis 28. Januar müssen die Agrarminister in Brüssel signalisieren, ob sie den Anbau der Genmaissorte „1507“ in der EU zulassen wollen. Die Haltung der Bundesregierung war bis zuletzt unklar. Während CSU und SPD die Agro-Gentechnik eigentlich ablehnen, hatte die CDU der gentechnikfreundlichen Kanzlerin eine entsprechende Festlegung im Koalitionsvertrag verhindert.

Naturland gehört zu den Trägern der bundesweiten „Wir haben es satt!“-Demonstration, die bereits im vierten Jahr in Folge zum Beginn der Grünen Woche, der weltweit größten Landwirtschaftsmesse, stattfand. Den Auftakt der Proteste machte am Morgen ein Korso mit 70 Traktoren durch die Stadt, an dem auch mehrere Naturland Bauern mit ihren Schleppern teilnahmen. Nach der Kundgebung auf dem Potsdamer Platz setzte der Demonstrationszug sich dann in Richtung Kanzleramt in Bewegung, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

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