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Keine Gentechnik in Bio-Märkten

BÖLW kritisiert Falschmeldung des ZDF

Das ZDF-Magazin WISO berichtete am Montag von gentechnisch verändertem Bio-Gemüse in Bio-Märkten. Dem widersprach der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein stellt richtig: „Im Ökolandbau wird keine Gentechnik eingesetzt. Die Behauptung des ZDF, CMS-Sorten seien Gentechnik, ist falsch. Die von WISO getesteten Waren aus CMS-Sorten fallen eindeutig nicht unter das Gentechnikrecht.“

Löwenstein betont aber auch, dass die kritische Auseinandersetzung der Verbände über den Ausschluss von Gentechnik hinausgehe. Weil bei einem solchen Züchtungsverfahren die Integrität der Zelle verletzt wird, hätten die Anbauverbände des Ökologischen Landbaus in Deutschland deshalb den Einsatz von CMS-Sorten bereits vor Jahren in ihren Richtlinien verboten. „Die Öko-Verbände wollen langfristig die Verfügbarkeit von Sorten absichern, die ohne kritische Züchtungsverfahren erzeugt wurden und die den besonderen Anforderungen der ökologischen Wirtschaftsweise gerecht werden“, sagt Löwenstein.

Der BÖLW fordert eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Züchtungsmethoden durch die Züchte. So könnten Landwirte und Gärtner die Züchtungsmethoden des angebotenen Saatguts sicher erkennen. Auf dieser Grundlage hätten auch Händler und Verarbeiter die Möglichkeit, eine freiwillige Kennzeichnung vorzunehmen. Der BÖLW fordert, dass das Verbot von CMS-Sorten auch in der EU-Öko-Verordnung verankert wird.

Mittels Zellfusionstechnik wird die Eigenschaft der Cytoplasmatischen Männlichen Sterilität (CMS) z.B. von einem Rettich auf andere Kreuzblütler wie Blumenkohl oder Brokkoli übertagen. Diese Eigenschaft ist bei der Züchtung von Hybridsaatgut von Bedeutung. Sie könnte auch auf dem natürlichen Weg der Brückenkreuzung eingezüchtet werden. Beim Chicorée wird die genannte Eigenschaft von der Sonnenblume übertragen, einem verwandten Korbblütler. Es findet keine Neukombination isolierter DNA statt. Damit ist es keine Gentechnik.

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