Start / Ausgaben / BioPress 73 - November 2012 / Einwegverpackungen ökologisch

Einwegverpackungen ökologisch

Die Essgewohnheiten und die Art der Food-Präsentation haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Daran angelehnt gibt es im Bereich Lebensmittelverpackung inzwischen viele zweckmäßige Lösungen, die optisch jedoch auch überzeugen müssen, denn das Auge isst ja bekanntlich mit!

Im Zeitalter der hoher Anforderungen an Nachhaltigkeit sind die Ansprüche an Material und Verarbeitung stark gestiegen. Dank beeindruckender Weiterentwicklungen konnten vor allem im Bereich der Lebensmittelverpackungen große Fortschritte gemacht werden.

Im Hinblick auf Optik und Material betrachtet es der Verpackungsspezialist MaWe-Pack als Herausforderung, stilvolle, nachhaltige und appetitlich aussehende Verpackungslösungen für Lebensmittelrohstoffe bis hin zu einer passenden Lösung für fertige Gerichte in seinem Sortiment zu führen. Der Alltagsnutzen dieser Produkte bleibt dabei immer ein wichtiges Basis-Kriterium.

Unter dem Überbegriff Woodline beschäftigt sich MaWe-Pack mit ökologischen Einwegverpackungen. Das ausgereifte Sortiment reicht von ansprechend gestalteten und auf Wunsch auch personalisierten Kaffee- und Trinkbechern über Holzschiffchen, Teller aus Palmblättern, Natur-Bestecke bis hin zu Holzbackformen und Zuckerrohrprodukten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Speziell im Bereich Catering sind die Woodline-Kreationen wahre Eyecatcher. So modern und formschön das Styling der organisch anmutenden Produkte ist, die Vergänglichkeit folgt auf dem Fuße und das ganz bewusst. Die Produkte stehen im Einklang mit der Umwelt, sie sind daher gut kompostier- und recycelbar. Zur Verwendung kommen nachwachsende Rohstoffe wie Palmblätter, Zuckerrohr, Pflanzenstärke, Zellulose, Hölzer, BioPap sowie Kartonagen.

Die junge Firma am Fuß der Schwäbischen Alb in Dettingen/Erms versteht sich als Verpackungskünstler und ist seit August 2006 kreativ am Werk. Der Name „MaWe“ ist eine Wortschöpfung von Firmeninhaber Martin Weber. Heute arbeiten elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team MaWe-Pack.


Interview mit Martin Weber, Inhaber MaWe-Pack

Das Thema Nachhaltigkeit in der Lebensmittelverpackungsbranche hat mittlerweile einen hohen Stellenwert. Welchen Beitrag leisten Sie mit Ihrem Sortiment?

Mit den Produkten aus unserer Woodline-Reihe übernehmen wir ein Stück Verantwortung zur Schonung und zum Erhalt fossiler Rohstoffe. Wir leisten einen nachhaltigen Beitrag durch den Einsatz nachwachsender und kompostierbarer Rohstoffe in unseren Produkten.

So verwenden wir zum Beispiel Zuckerrohrfasern, die bei der Herstellung von Zucker als Restwertstoff anfallen oder getrocknete Palmblattscheiden der Betelnusspalme „Adaka“, die vor allem zwecks Ihrer Früchte angebaut wird. Das Palmblatt selbst fällt – ähnlich wie Herbstblätter in unseren Regionen – einfach von der Palme, wird gesammelt und durch einen speziellen Prozess thermogeformt.

Alle unsere Woodline-Produkte sind CO2 neutral und tragen zum Klimaschutz bei, sind biologisch abbaubar, meist kompostierbar und schließen damit den natürlichen Kreislauf und somit auch das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Einwegverpackungen und Nachhaltigkeit passen auf den ersten Blick nicht zusammen….

Es gibt Situationen, wie beispielsweise ein Open Air oder ein Event, bei denen die Besucher trinken und essen. Dabei kann jedoch nicht das übliche Geschirr oder Becher zum Einsatz kommen. So haben wir beim Festival „Das Fest“ in Karlsruhe mit insgesamt 225.000 Besuchern nur Verpackungen aus natürlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt und zusammen mit dem Veranstalter durch ein Pfandsystem sichergestellt, dass alle eingesetzten Verpackungen am Ende der Veranstaltung in einer Biogasanlage wieder in reine Energie umgewandelt wurden.

Welche Trends beobachten Sie bei den ökologischen Lebensmittelverpackungen am deutschen Markt?

In unserer Gesellschaft spielen neben sozialen Aspekten auch Klima- und Umweltschutz eine zunehmende Rolle. Moderne Konsumenten wollen gesünder Leben und legen Wert auf natürliche und regionale Nahrungsmittel, die auch natürlich verpackt sind. Der Trend geht eindeutig zu mehr Umweltbewusstsein und somit auch zu einem großen Interesse an natürlichen Rohstoffen. Auch bei großen Events erleben wir eine eindeutige Tendenz zu ökologischen Materialien.

Wie wird Ihrer Meinung nach die Zukunft der ökologischen Lebensmittelverpackungen aussehen?

Nachhaltigkeit wird auch weiterhin das Schlagwort im Bereich der Verpackungen bleiben und somit wird sich auch der Stellenwert von ökologischen Lebensmittelverpackungen weiterhin verbessern. Wir sind alle ein Stück verantwortlich für unsere Umwelt und die Zukunft unserer Kinder.

Claudia Riester


Ticker Anzeigen