Start / Ausgaben / BioPress 71 - Mai 2012 / Bioladen mit Obst und Gemüse Schwerpunkt

Bioladen mit Obst und Gemüse Schwerpunkt

O+G Großhändler Zylka trägt Bio mit Einzelhandelgeschäft in die Stadt

„Ich war es leid, meinen Bekannten immer Obst und Gemüse vom Großmarkt mit­zubringen, da habe ich ein Geschäft eröffnet“, scherzt Bio-Fruchtgroßhändler Roy Zylka vom Großmarkt Nürnberg. Seit 2008 betreibt er neben dem Großhandel noch einen Naturkostladen nur drei Kilometer vom Großmarkt entfernt. Auf 80 Quadratmeter werden 1.000 Produkte präsentiert. Schwerpunkt bildet das grüne Sortiment, wie könnte es anders sein.

Mit Roy’s Naturkostladen in einer Wohngegend im Westen Nürnbergs will Zylka Menschen erreichen, die bisher Bio fern geblieben sind. „Meine Ladenkunden sind vorwiegend Menschen, die Bio neu entdecken und das ist genau die Zielgruppe, die wir in unserem Laden haben wollen“, macht er deutlich. Das Geschäft trägt den Bio-Gedanken weiter und tiefer in die Frankenmetropole Nürnberg hinein, in einen Stadtteil, der nicht als bioaffin gilt. Damit erweist sich Zylka als Pionier in der Stadt.

Frischebetontes Bio-Sortiment

Das Geschäft erfüllt die Funktion des Nachbarschaftsladens. Vom Single über Familien bis zum Rentner kaufen alle dort ein. Einen kleinen aber feinen Naturkostladen für die Nahversorgung hat der Fruchtprofi eingerichtet. „Zuerst war es ein reiner Bio-Obst- und Gemüse-Laden. Das hat aber nicht funktioniert“, erzählt Zylka. Um das Schwerpunkt-Sortiment O+G hat er ein frischebetontes Bio-Sortiment herum gebaut. Mit Milch, Käse und SB-Wurst kamen Kühlprodukte dazu. Frisches Brot wird angeboten. Ein kleines Trockensortiment überwiegend von Rapunzel ist ebenfalls  vorhanden.

Mit einem Newsletter für die Kunden nutzt der Naturkostladen moderne Kommunikationsmittel, um Kunden zu gewinnen.  Da werden Hersteller wie Rapunzel vorgestellt. Rezepte werden veröffentlicht, zum Beispiel für Macadamia Cashew Muffins. Gewinnspiele halten die Kunden bei Laune. Wochenaktionen werden propagiert: Williams Birnen aus Argentinien für 1,98 Euro/Kilo, Schlangengurken aus Holland für 0,78 Euro/Stück. Wer sagt denn, dass ein Naturkostgeschäft teuer sein muss?

Bio muss nicht teuer sein

Bei den Äpfeln liegt das Wochenangebot ebenfalls bei 1,98 Euro. Der Standardpreis beträgt 2,98 Euro und die Club-Äpfel sind mit 3,98 Euro kalkuliert. Da sind alle Preisstufen vertreten von günstig bis gehoben.  Aus 13 Sorten Bio-Äpfeln kann der Kunde wählen.

Natürlich zeigt Roy hier mit 150 Bio-Artikeln seine Obst- und Gemüse-Kompetenz. Das grüne Sortiment ist das Herz des Naturkostladens. Bei Obst und Gemüse kann der Kunde wählen zwischen Bedienung und Selbstbedienung. Service steht ganz oben. Exoten wie biologische Mispeln, Cherimoya und Sapote sind im Regal. Seltene Früchte wie die tropische Mangostan oder Passionsfrucht werden dem Kunden mit Info-Material erklärt. ­Flug­ananas sind ebenfalls im Programm. Bei neun Euro pro Stück werden die kein Massen-Artikel.

Fair Trade Frischfrucht von Kipepeo werden präsentiert: Ananas, Baby-, Kochbananen, Papayas, Avocados und Ingwer sind im Sortiment. Handel statt Hilfe ist das Motto von Kipepeo.

Salate gibt es in reicher Auswahl: Kopf, Eichblatt, Endivie. Wintergemüse wie Wirsing führt der Naturkostladen. Vier Sorten Zwiebeln und mehrere Sorten Kartoffeln lassen kaum Wünsche offen. Alles wird ansprechend präsentiert und verschafft dem Kunden ein kleines Einkaufserlebnis. Für Früchte, die nicht oder nicht mehr den hohen Ansprüchen des Inhabers genügen, gibt es die Ein-Euro-Ecke. Es muss bei kleinen optischen Mängeln nicht gleich in den Abfall wandern.

Mopro aus der Region

Mopro wird in der Region beschafft. Das Bundesland Bayern ist eine Hochburg der Milchwirtschaft. Von Weißenhorner kommen pfiffige Desserts. Die Ökologischen Molke­reien Allgäu (ÖMA) in Kißlegg sind mit mehreren Artikeln im Sortiment. Die Molkerei Schroz­berg aus dem benachbarten Bundesland Baden-Württemberg liefert Milchprodukte. Der Käse kommt von Feinkost-Großhändler Gerald Bartke aus Regelsbach. Bartke ist ein Kollege aus der Bio-Innung. Die gelbe Linie wird in SB oder im Prepacking angeboten.

Frische Backwaren gibt es in Bedienung. Die werden von der Nürnberger Vollkorn Bäckerei Imhof geliefert. Bäckermeister Herbert Imhof hat bereits 1986 auf biologischen Betrieb umgestellt. Beim Süßgebäck setzt der Bioland-Bäcker auch Zutaten aus fairem Handel wie Mascabado-Zucker und Kuvertüre ein.

Das Trockensortiment liefert der Ökoring aus Mammendorf, Mitglied in der Bio-Innung. Das Netzwerk Bio-Innung funktioniert in der Praxis. Die Mitglieder arbeiten zusammen auch außerhalb von Sitzungen und Tagungen. 

Anton Großkinsky


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