Leitmesse für Bio-Fruchthandel
Fruit Logistica in Berlin gibt neue Impulse

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Eigner besucht den Verband der Obst & Gemüse Großmärkte.{_umbruch_}{_umbruch_}Am Stand des Partnerlands Türkei hat Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Fruit Logistica in Berlin eröffnet. Während des Rundgangs besuchte Aigner gemeinsam mit Messe-Chef Raimund Hosch den Stand der Frischemärkte Deutschlands, die auch zahlreichen Bio-Fruchthändlern eine Plattform bieten. „Die Fruit Logistica genießt als Leitmesse für das internationale Obst- und Gemüsegeschäft weltweit einen hervorragenden Ruf. Von den Erfahrungen und Kontakten, die hier ausgetauscht und geknüpft werden, profitieren alle“, sagte Aigner.

Wenn einer glaubt, es geht nichts mehr, kommt eine einfache Bio-Kartoffel daher... die Kaufleute freuen sich auf solche convenienten Ideen. Portioniert für eine(n) allein oder für zwei - erhitzen und fertig zum Servieren. Das Dinner verdient die Auszeichnung zum Neu-Produkt des Jahres! BioFarmers hat im gleichen Design auch die Kilo und Drei-Kilo-Gebinde zu bieten.
2.537 Aussteller aus 84 Ländern 
präsentieren Produkte und Dienstleistungen aller Produktions- und Handelsstufen von frischem Obst und Gemüse. Der Anteil ausländischer Aussteller beträgt rund 90 Prozent. Insgesamt kommen mehr als 56.000 Fachbesucher aus 130 Ländern zur Messe und den begleitenden Konferenzen, darunter alle wichtigen Entscheidungsträger der Branche wie die Handelspartner aus dem Groß- und Einzelhandel, von den Obst- und Gemüseerzeugern und vom Im- und Export.

Lehmann Natur betreibt in Spanien eine 50 Hektar große Finca in Permakultur und zeigt interessierten Lieferanten, wie Natur funktioniert.Die größten Beteiligungen stellen nach Anzahl der Aussteller die europäischen Fruchthandelsnationen Italien (457), Spanien (274), die Niederlande (266), Deutschland (265) und Frankreich (238).
Insgesamt 405 Aussteller können Bio-Produkte liefern. Die Fruit Logistica ist zur wichtigsten Plattform für den Bio-Fruchthandel geworden.
Lehmann Natur demonstrierte auf Plakaten den Bio-Anbau in Permakultur auf der Finca Jelanisol in Süd-Spanien. 2008 legte er die 50 Hektar in Permakultur an, auf denen Zitrusfrüchte und Avocados gedeihen. „Der Permakultur gehört die Zukunft“, ist Geschäftsführer Friedrich Lehmann überzeugt. Der Boden steht im Mittelpunkt der bäuerlichen Arbeit, nicht das schnelle Mengen- wachstum. Ausgelaugte Böden verlieren die Bindekraft, trocknen aus und mutieren zu unfruchtbaren Wüsten.
Die Marke Biofarmers aus Wustermark in Brandenburg stellte sich erstmals dem Fachpublikum vor. Kartoffeln in der Faltschachtel zusammen mit saurer Sahne edel verpackt, bieten eine neue Aufmachung für das einfache Feld-Produkt. Kartoffeln im Standbeutel für die Mikrowelle gibt es als Dinner for one, Dinner for two und Packungen für die Familie in verschiedenen Größen.

Kindgerechte Gemüsesnacks sollen Schüler in die Schule begleiten. Eine Karotte im Kleinstformat wird zu diesem Zweck in Israel angebaut, auch Gurken und Paprika.RAN aus den Niederlanden/Isreal stellte ein Gemüse-Sortiment für Kinder im wiederverschließbaren Beutel vor. Die Produkte wie Möhren, Tomaten und Gurken sollen als Schulverpflegung dienen. RAN sieht den Markt hauptsächlich in Deutschland.
Eosta aus den Niederlanden betrachtet aktuell seine Hauptaufgabe darin, eine Brücke zwischen Erzeuger und Verbraucher zu bauen. Das geschieht durch Kommunikation über das Internet mit dem Erzeuger. Sie stellt Transparenz her und schafft Glaubwürdigkeit. „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“, erklärte Eosta-Geschäftsführer Volkert Engelsmann und stellt damit die bekannte Weisheit auf den Kopf - oder die Beine? Zeigt es sich doch, dass die beste Kontrolle nur unvollständig sein kann.
Mit einem Anteil von 25 Prozent an der europäischen Bio-Apfelernte ist Südtirol der wichtigste Bio-Apfellieferant der Europäischen Union“, erklärte Paul Zandanel, Marketingleiter der EOS (Export Organisation Südtirol), auf der Messe. In Höhenlagen zwischen 200 und 1.100 Metern werden in Südtirol auf rund 680 Hektar Land jährlich knapp fünf Prozent der Gesamternte der Südtiroler Äpfel biologisch angebaut. 
Natur & more schafft einen Link vom Obst und Gemüse im Einkaufskorb direkt zum Herkunftort. Erzählungen und die Geschichte über das Produkt schafft Vertrauen und bringt Einsicht in den Anbau und dessen Kosten.
In den vergangenen Jahren stieg der Ernteertrag stetig. 43.000 Tonnen Bio-Äpfel wurden in den Saisons 2011 und 2010 geerntet, nach zuvor 37.000 Tonnen im Jahr 2009 und 31.000 Tonnen in 2008. „Aufgrund der weiterhin steigenden Nachfrage wollen wir in Zukunft noch mehr Äpfel nach biologischen Richtlinien anbauen“, ergänzt Zandanel.
Allein 20.000 Tonnen der Menge erntet Bio Vinschgau, die Bio-Abteilung des VI.P (Verband Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse). „Berlin ist für uns der zentrale Treffpunkt mit Kunde aus der ganzen Welt“, erklärte Michael Grasser aus dem Marketing.
Tunesien drängt mit Bio Obst und Gemüse in die EU. Hauptprodukte sind Zitrus, Datteln, Feigen und Granatäpfel. Der Granatapfel erfreut sich wachsender Beliebtheit. Frankreich ist mit Bio O+G wenig präsent in Deutschland, aber mit Vielfalt auf der Fruit Logistica. Valnantais debütierte in dieser Saison mit einem biologischen Feldsalat. Prince de Bretagne fährt seit Jahren ein Programm an Bio-Feldgemüse von Kraut bis Karotten. Viele französische Anbieter zeigen, dass sie Bio können bis hin zu Walnusskernen in der Vakuumverpackung.
Obst und Gemüse ist das Tor zu Bio für Handel und Verbraucher. Die Fruit Logistica gibt dem Handel wieder Impulse, wie er das Thema beleben und neu angehen kann.
Anton Großkinsky







