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Gesundheit

Die Bedeutung von bitteren und herben Geschmacksrichtungen für eine ausgewogene Ernährung

Der Ayurveda beschreibt sechs Rasas oder Geschmacksrichtungen. Der Geschmack wirkt sich nicht nur auf die Wahrnehmung der auf der Zunge befindlichen Geschmacksknospen aus, sondern auch auf die Endverarbeitung von Nahrung durch die Magensäure. Der Geschmack im Mund wird Svadu genannt und der Geschmack im Magen heißt Paka. Im Ayurveda wird z.B. Weizenbrot als süß eingestuft, obwohl der Geschmack im Mund nicht in dem Sinne süß ist, wie man es sich allgemein vorstellt. Seine Reaktion im Magen macht es erst süß.

Die sechs Geschmacksrichtungen sind:
1. madhura--süß
2. amla-- sauer
3. lavana--salzig
4. katu--scharf
5. tikta--bitter
6. kashai--herb

Für eine optimale Gesundheit und eine optimale Ernährung sollten die sechs Geschmacksrichtungen in einem ausgewogenen Verhältnis in der Nahrung vorhanden sein. Dieses ayurvedische Prinzip der sechs Geschmacksrichtungen nimmt auch eine Schlüsselstellung in der Wissenschaft der Zubereitung ayurvedischer Kräuterpräparate ein. Menschen, die Pitta und Kapha ausgleichen müssen, sollten allgemein mehr bittere und herbe Nahrungsmittel zu sich nehmen. Die ayurvedischen Churnas bzw. Gewürzmischungen sind eine praktische und bequeme Art, diese Geschmacksrichtungen in die Ernährung zu integrieren.

Die westliche Ernährungsweise neigt hauptsächlich zu süßen und saueren Geschmacksrichtungen. Zu den süßen Nahrungsmitteln rechnet man Weizenprodukte wie z.B. Brot, Zerealien (Haferflocken, Müsli) und Nudeln, außerdem Reis, Milch, Eis und andere Süßspeisen. Zu den saueren Nahrungsmitteln gehören Nahrungsmittel, die aus Tomaten hergestellt wurden wie Ketchup und Nudelsaucen, außerdem Käse, Zitrusfrüche und sauere Fruchtsaftgetränke. Zu viel von diesen saueren Nahrungsmitteln erzeugen zu viel Hitze im Körper und Menschen mit Übersäuerung oder anderen Anzeichen eines Pitta-Ungleichgewichts sollten diese reduzieren oder möglichst vermeiden.

Bitteres trägt dazu bei, Pitta und Kapha auszugleichen. Es reduziert die Wasserspeicherung und wird als Stärkungsmittel für eine blockierte Leber verwendet. Es reinigt und trägt dazu bei, Brennen und Jucken zu verringern. Im Übermaß angewendet, kann es Vata erhöhen und den Körper austrocknen. Herbe Nahrungsmittel reinigen das Blut und tragen ebenfalls zum Ausgleich von Pitta und Kapha bei, im Übermaß erzeugen sie Gase und Verstopfung.

Beispiele für Nahrungsmittel und Gewürze mit bitterem und herbem Geschmack:

Bitter:
· Bittermelone und Kürbis
· Japanische Aubergine
· Kurkuma (Gelbwurz)
· Bockshornkleesamen
· grünes Blattgemüse
· Gerste
· Basilikum
· Brennessel
· Kopfsalat
· Aloe Vera

Herb:
· Apfel
· Granatapfel (schmeckt sauer auf der Zunge, ist aber sowohl herb als auch bitter)
· Birne
· Quinoa
· Hülsenfrüchte
· Tofu
· Sprossen
· Bohnen

Versuchen Sie, einige dieser Nahrungsmittel in Ihren täglichen Speiseplan aufzunehmen. Eine einfache Art, den bitteren Geschmack zu integrieren, ist es, dem Essen beim Kochen Bockshornkleesamen zuzufügen. Ein Teelöffel Bockshornkleesamen pro Tag ist eine sehr gute Art, mehr von dem ausgleichenden bitteren Geschmack im Essen zu haben. Sie können sie in Ghee anbraten und dann Ihr Gemüse zufügen oder Sie geben sie einfach während des Kochens zu.

Kurkuma (Gelbwurz) ist sowohl bitter als auch herb. Es wird als blutreinigend und antioxidant angesehen. Ein Teelöffel davon pro Tag, den Sie in Ihrem Essen mitkochen, ist eine ausgezeichnete und billige Gesundheitsvorsorge und ist eine wunderbare Art, Ihre Aufnahme an Antioxidantien zu erhöhen.

Granatapfelkerne schmecken sauer, sind aber sowohl herb als auch bitter und sind nicht pitta-erhöhend. In den ayurvedischen Schriften werden Granatapfelkerne als pitta-ausgleichende Früchte und als wunderbares Herzstärkungsmittel bezeichnet. Aus Granatapfelkernen kann man leckere Tunke und Chutneys machen, die man täglich essen kann, besonders im Sommer, wenn das Pitta Dosha leicht aus dem Gleichgewicht gerät.
Aloe Vera Saft ist für jeden gut, aber er ist besonders vorteilhaft für diejenigen, die unter einem Pitta-Ungleichgewicht leiden. Er ist gut für die Verdauung und Ausleitung. Er reinigt und erfrischt das ganze System.
Gewürze sind sicher eine schnelle, bequeme und aromatische Art, die eher ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen bitter und herb in Ihren täglichen Speiseplan aufzunehmen, aber mit ein bisschen mehr Aufwand und Kreativität können Sie diese Geschmacksrichtungen auch durch andere Nahrungsmittel zu sich nehmen.

www.ayurveda.de

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