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Behörde ohne Einsicht in Weitsicht

BKK advita-Chef kämpft für gute Idee des Bio-Bonus

Die Krankenkasse BKK advita will durch einen Bio-Ernährungsbonus die gesunde Ernährung fördern. Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat aber einen Strich durch die Rechnung gemacht und  lehnt die Satzungsänderung ab. BKK-Chef Norbert Pasternack will weiter für die gute Sache kämpfen. Die zukunftsträchtige Idee zieht mediale Kreise und hat Resonanz auf zwei Internet-Plattformen erfahren.

„Das BVA ist in diesem Punkt bislang unflexibel. Es hält sich streng an die rechtlichen Vorgaben, obwohl die Zulassung unseres Erachtens nach möglich wäre“, sagt der BKK advita-Vorstand Norbert Pasternack zum Wirtschaftsmagazin enorm.

Das BVA teilt dieses Urteil nicht: „Beim Kauf von Bio-Produkten handelt es sich nicht um eine Leistung zur Früherkennung von Krankheiten oder um eine qualitätsgesicherte Leistung zur primären Prävention“, wird Sprecher Tobias Schmidt von enorm zitiert.

Das Max-Rubner-Institut hat in der Nationalen Verzehrstudie zweifelsfrei nachgewiesen, dass sich Bio-Käufer signifikant besser ernähren. Bio-Käufer kommen der Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) nach Menge und Zusammensetzung des Speiseplans näher als der Nicht-Bio-Käufer. Bioaffine Frauen treffen die günstigste Lebensmittelauswahl, da sie sich beim Fleisch zurückhalten im Gegensatz zu den Männern.

Bio-Käufer sind seltener übergewichtig. 45 Prozent halten das Normalgewicht, während es bei den Nicht-Bio-Käufern nur 37 Prozent schaffen. Sie rauchen auch seltener als die Bio-Verweigerer. 70 Prozent der Nicht-Bio-Käufer meiden Zigaretten. Bei den Bio-Konsumenten sind 80 Prozent nikotinfrei.

Bio-Esser sind zudem sportlich aktiver. Zwei Drittel treiben Sport, aber nur 52 der Nicht-Bio-Käufer. Diese Fakten sprechen für den Bio-Bonus von Pasternack.

Aber auch Berater sind resistent gegen Fakten und empfehlen weiter so wie bisher: „Es würde sicherlich schwierig sein, das entsprechende Ernährungsverhalten und seine Wirksamkeit zu überprüfen, da bio allein für eine gesunde Ernährung nicht ausreicht“, sagt Frank Fiedler. Mit seinem Unternehmen Motio Hamburg berät er Unternehmen in Sachen betriebliches Gesundheitsmanagement. Der Einzelfall braucht nicht überprüft zu werden. Schließlich gibt es Statistiker. Die als gesund geltenden Lebensmittel Obst, Gemüse und Milchprodukte sind auf dem Bio-Markt besonders gefragt.
Die Versicherten sind da schon weiter als Berater und Behörden.  „Wieder einmal zeigt sich der urpreußische Kontrollwahn: Anstatt diese Idee für alle Kassen zu übernehmen, es evtl. sogar federführend durch das Ministerium für Gesundheit zu koordinieren, stehen Missgunst und die Angst vor Missbrauch im Vordergrund. Es wird dem Bürger faktisch abgesprochen, dass er weiß, wie er sich gesundheitsfördernd zu verhalten hat, wenn es nicht gerade hochoffiziell bei der verordneten Vorsorgeuntersuchung durch den Arzt in diesem achtbaren Bonusheft gegengezeichnet wird“, kommentierte ein Internet-Nutzer den Vorgang.

„Genial! Auf so etwas warte ich schon lange - Ernährung ist mit die beste Gesundheitsvorsorge, leider haben das noch immer nicht alle begriffen“, lautet der Kommentar einer Internet-Leserin von utopia.

Behörden, Berater und Politiker denken nach anstatt vor und wissen wenig visionär das Wohl des Patienten zu verhindern. Eine Nation von Gesunden ohne Übergewicht und Diabetes wie schrecklich wäre das für Ärzte und Apotheker.

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