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Gentechnik

Staatssekretär Paziorek unterstreicht Recht auf Wahlfreiheit bei Lebensmitteln

Verband der Bio-Supermärkte übergibt mehr als 100.000 Unterschriften gegen Genfood im BMELV

Bickenbach, 7. Juli 2006. Der Verband der Bio-Supermärkte übergab gestern im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 111.401 Unterschriften gegen Genfood an den Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Peter Paziorek in Vertretung von Minister Seehofer. Von Mitte Februar bis Mitte April lagen in mehr als 200 Bio-Supermärkten und Vitalia-Märkten  Unterschriftenlisten aus, in die sich Kunden eintragen und damit deutlich machen konnten, dass sie keine Gentechnik auf ihren Tellern wollen.

In einem offenen und konstruktiven Gespräch mit Vertretern des Verbandes der Bio-Supermärkte äußerte sich Dr. Paziorek zuversichtlich in Bezug auf eine weiterhin gesicherte Wahlfreiheit der Konsumenten: "Sie können sicher sein, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher auch in Zukunft in Deutschland gentechnikfreie Lebensmittel erwerben können."

Der Sprecher des Verbandes der Bio-Supermärkte, Michael Radau, äußerte sich besorgt über die zunehmenden Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen, durch die sich Öko-Landwirte in ihrer Existenz bedroht sehen. In der Frage der Mindestabstände zu Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen unterstrich Radau, dass sich die Natur nicht an Abstände und Grenzen halte. Dr. Götz Rehn wies auf die kontinuierlich zunehmende Nachfrage nach Bio-Produkten hin, die von den deutschen Bio-Bauern nicht mehr befriedigt werden könne. Den Grund sieht Rehn in der Streichung der Umstellungsprämien, in der zur Debatte stehenden Revision der EU-Öko-Verordnung sowie in der als Bedrohung empfundenen Gentechnik. Auch deshalb sei die Mehrheit der Bevölkerung gegen Genforschung, was die politisch Verantwortlichen ernstnehmen sollten.

Der Verband der Bio-Supermärkte spricht sich gemeinsam mit seinen Kundinnen und Kunden nachdrücklich für die Beibehaltung der strengen Haftungsregeln im deutschen Gentechnik-Gesetz aus: Nur eine verschuldensunabhängige, gesamtschuldnerische Haftung derjenigen, die Genpflanzen anbauen, gewährleistet, dass die Verbraucher und Landwirte auch zukünftig eine echte Wahl haben zwischen gentechnikfreien Lebensmitteln und Produkten mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen.

Zum Verband der Bio-Supermärkte gehören zehn Bio-Handelsunternehmen: Alnatura, Basic, Bio B. Bio-Discount, BioCompany, Ebl-Naturkost, eo Komma, Füllhorn, Grüner Markt, SuperBioMarkt und Vollcorner BioMarkt. 

Die Mitgliedsunternehmen betrieben zum Jahresabschluss 2005 insgesamt 85 Bio-Supermärkte und damit 22 Filialen mehr als 2004. Die Anzahl der Mitarbeiter wuchs von rund 1.400 im Jahre 2004 auf 1.900 im Jahre 2005, die Zahl der Lehrlinge stieg im selben Zeitraum von 99 auf 138.

Mail:  radau@superbiomarkt.de

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