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Schweiz: Hanfextrakt gegen Kartoffelfäule

Hanfextrakt gibt Vollschutz gegen Bakterien-Nassfäule der Kartoffeln

Dass Gentechnik unnötig ist, beweisen immer mehr Einsichten in natürliche Abläufe. Nur wer nicht hinschauen will, erfährts nichts über die vielen natürlichen Methoden, die uns zur Verfügung stehen. Nachteil der Natur-Fähigkeiten: Das kann der Bauer aus eigener Kraft umsetzen. Solche Prozesse benötigen keinen Umweg über eine Chemie-Aktie.

(Communiqué, VSHF, 19.06.2006)   In einer Versuchsserie, durchgeführt von der Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau Reckenholz (FAL), wurde die Wirkung von Hanfblütenextrakt gegen die bakterielle Nassfäule der Kartoffeln, verursacht durch Erwinia carotovora, geprüft. Getestet wurde der Hanfextrakt sowohl in vitro an einer Bakterienkultur als auch in vivo an natürlich kontaminierten Kartoffelknollen der Sorte "Erntestolz".

100 Prozent Schutz

Die mit Hanfextrakt behandelten Knollen wiesen einen Gewichtsverlust von 0,0 Prozent auf.

Bakteriostatisch

Es konnte erwiesen werden, dass die Hanfblüten-Inhaltstoffe auf die Fäulniserreger bakteriostatisch wirken. Die vorliegenden Resultate bestätigen ausländische Beobachtungen über die antibiotischen Effekte von Hanfextrakten gegen die phytopathogenen Bakterien. Dies bedeutet, so der FAL-Bericht (http://www.inaro.de/deutsch/KULTURPF/Hanf/extrakt.htm), dass Erwinia carotovora mit einer Hanfblütenbehandlung an der Ausbreitung gehindert werden kann.

Bedeutung für die Praxis

Bei Speisekartoffeln kann mit einem auf dem Hof selbst hergestellten, praktisch kostenlosen Hanfblütenabsud das Risiko der Nassfäule am Lager vermindert werden. Eine Behandlung von Saatkartoffeln würde noch interessanter, wenn damit auch andere wirtschaftlich wichtige Krankheitserreger erfasst werden können, so die FAL-Experten, die dieses Jahr beim Prüfen sind, ob beim Hanf auch eine Wirkung gegen Rhizotionia (Wurzeltöterkrankheit) vorhanden ist.

Heimische Hanfblüten

Die gegenständlichen Versuche der FAT wurden nicht mit richtigem, sprich mit dem zweihäusigen und daher phytosanitärisch vollwirksamen, mitteleuropäischen Hanf (cannabis sativa non-indica) bewerkstelligt, sondern mit einhäusigen, daher relativ unwirksamen Hybridsorten aus Frankreich (cannabis sativa sui. gen.; Code 532), welche die dem zweihäusigen Hanfs zugeschriebenen Eigenschaften nur in sehr beschränktem Ausmass besitzen. Daraus folgt, dass beim Einsetzen des naturbelassenen, heimischen Hanfes (Code 533) die mit Hybridhanf schon festgestellten, an sich bemerkenswerten phytosanitärischen Wirkungen des Hanfextrakts optimiert werden. Die diesjährigen Versuche an der FAL finden denn auch zum ersten Mal mit heimischen Hanfblüten statt.

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