Gentechnik
Saatgut mit Gen-Mais verunreinigt
Greenpeace und Bioland legen Liste betroffener Mais-Sorten vor
Importierte Mais-Saaten sind zum Teil mit Gen-Mais verunreinigt. Dies ist das Ergebnis von stichprobenartigen Saatgut-Untersuchungen der Bundesländer, die Greenpeace und Bioland veröffentlichten. 13 Bundesländer testen jedes Frühjahr Mais-Proben auf gentechnische Verunreinigungen, neun haben bis heute ihre Ergebnisse mitgeteilt: In Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg wurden die Behörden fündig.
Greenpeace und Bioland haben die Ergebnisse nach dem Umweltinformationsgesetz abgefragt, Hersteller und Sorten-Bezeichnungen der verunreinigten Saaten sind auf ihren Internetseiten veröffentlicht. „Verunreinigtes Saatgut kann dazu führen, dass sich Gen-Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und in die Nahrungskette gelangen“, sagt Martin Hofstetter, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace. Landwirte sollten Mais-Saaten erwerben, die in Deutschland vermehrt wurden. Hier ist der Gen-Mais-Anbau verboten, empfiehlt Greenpeace.
„Die schleichende Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen ist vollkommen inakzeptabel und widerspricht dem Prinzip der Wahlfreiheit“, kommentiert Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die Gen-Mais Funde.
„Wieder zeigt sich, dass die Gentechnik-Industrie hier und vor allem bei Importen aus den USA schlampig arbeitet, erklärte Ulrike Höfken, agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. Die Bundesregierung müsse endlich dafür sorgen, dass die Verursacher der Verunreinigungen und nicht die gentechnikfreie Wirtschaft für die Kosten zur Vermeidung von Verunreinigungen aufkommen muss.







