Start / Trochtelfinger Tafelrunde

Gentechnik

Trochtelfinger Tafelrunde

Grüne Gentechnik kein Rezept gegen Hunger

Die Gentechnik gilt, im Rückblick auf das zu Ende gehende Jahrzehnt, als eines der Top-Themen. Dies nicht nur in der Forschung und Entwicklung, sondern auch im täglichen Leben. Gentechnik und Google, Billigflieger und Bin Laden sind laut Spiegel-online Dinge, die die Welt bewegen. Während die Fortschritte durch die Biotechnologie in der Medizin wenig umstritten sind, wird die grüne Gentechnik im kommenden Jahrzehnt zu einer Verschärfung der ethischen Wertediskussion führen. Eine sachliche Debatte wird erschwert durch die weit verbreitete Unkenntnis in der Bevölkerung über die Möglichkeiten und Gefahren der Technologie.

Der Kenntnisstand könnte höher sein, wenn die Industrie die Ergebnisse der eigenen Risikoforschung öffentlich zugänglich machen würde. Zu wenig ist die Grüne Gentechnik erforscht um verbindliche Aussagen zu Fragen zu machen wie beispielsweise: Können bei Pflanzen und Tieren die Gene artübergreifend zusammengeführt werden, um vermeintlich „gesündere Lebensmittel“ zu erzeugen? Was bedeutet dies für die Artenvielfalt? Kann durch die Grüne Gentechnik umweltfreundlich und nachhaltig mehr Ertrag auf dem Acker erzielt werden? Gefährdet die Grüne Gentechnik letztendlich die Wahlfreiheit und Ernährungssicherheit der Bauern und Verbraucher?

 

Viele Forscher sehen in der Grünen Gentechnologie den Schlüssel zur Lösung des Hungerproblems. Der Weltagrarbericht jedoch lässt wenig Zweifel daran, dass die Art und Weise, wie die Weltgemeinschaft in der Zukunft ihre Ernährung und deren Produktion gestaltet, die ökologische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zukunft unseres Planeten bestimmen wird. Die Empfehlung lautet: mit alternativen und angepassten Bewirtschaftungsmethoden, kleinbäuerliche Wirtschaftsformen und fairem Handel kann die Welternährung gesichert werden.

Klaus Freidler, Geschäftsführer und Inhaber der ALB-GOLD Teigwaren GmbH lädt  für eine weitere Trochtelfinger Tafelrunde international renommierte Experten ein, um Zusammenhänge und Hintergründe in diesem Themenfeld zu diskutieren. Kann die Grüne Gentechnik auf dem Acker das Welt-Ernährungsproblem lösen? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen der Krise des gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftssystems mit der größer werdenden Hungerkrise in den armen Ländern.

Die dritte Trochtelfinger Tafelrunde: „Grüne Gentechnik und Welthunger“ findet am Mittwoch, 2. Dezember 2009, um 19 Uhr im ALB-GOLD Kundenzentrum in Trochtelfingen statt. Mit Klaus Freidler diskutieren:  Prof. Dr. Suman Sahai, Humangenetikerin an der Universität Heidelberg und Direktorin der Gene Campaign in Indien. Dr. Rudolf Buntzel, Bonn, Beauftragter für Welternährungsfragen des Evangelischen Entwicklungsdienstes. Moderation: Manfred Ladwig, Umweltredakteur und Globalisierungsfachmann, SWR-Fernsehen, Mainz.

Die Diskussion wird in deutscher Sprache geführt und ab 20.30 Uhr sind alle Gäste zu einer offenen Gesprächsrunde bei kleinen Kostproben eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung werden durch das Ernährungszentrum Bodensee-Ober-schwaben auch aktuelle Verbraucherinformationen zum Thema Lebensmittel-kennzeichnung und „Ohne Gentechnik-Kennzeichnung“ sowie Tipps für ein nachhaltiges Konsumverhalten gegeben.

Um 18.30 Uhr wird im Foyer die Ausstellung „Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt“ eröffnet. Sie zeigt auf, wie die Ernährungsunsicherheit im Süden entsteht und mit unseren eigenen Konsumgewohnheiten zusammenhängt.  Bereits am Nachmittag um 16 Uhr findet ein Fachgespräch für Landwirte, Berater und interessierte Fachleute zum Thema „Sauberes Saatgut - Chancen für eine regionale Landwirtschaft ohne Gentechnik" statt. Landwirte diskutieren mit Experten und Beratern über die aktuellen Entwicklungen der Pflanzenzüchtung und modellhafte Projekte für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Ohne-Gentechnik-Gipfel 2026: Siegel sichern Transparenz

Internationale Non-GMO-Branche rüstet sich für Deregulierung

Ohne-Gentechnik-Gipfel 2026: Siegel sichern Transparenz © Nina Werth

Die Entscheidung in Brüssel rückt näher – und damit die Aussicht auf weitreichende Änderungen bei der Regulierung Neuer Gentechnik. Können Siegel die Wahlfreiheit für Verbraucher sichern, wenn die Kennzeichnungspflicht wegfällt? Lässt sich durch nationale Koexistenzregeln das Verursacherprinzip aufrechterhalten? Und wie steht es um die Entwicklung von Nachweisverfahren? Über 120 Vertreter aus Lebensmittelwirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Verbänden aus 14 Ländern trafen sich am 13. Mai zum ‚International Non-GMO Summit‘ in Frankfurt, um im Vorfeld der anstehenden EU-Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) über die Zukunft der ‚Ohne Gentechnik‘-Branche zu diskutieren.

22.05.2026mehr...
Stichwörter: Gentechnik

Einzelhandel fordert Nachbesserungen bei NGT-Regulierung

Abstimmung im Umweltausschuss auf Juni verschoben

Kennzeichnung bis zum Endprodukt, Rückverfolgbarkeit und Schutz der europäischen Bauern und Züchter vor Patenten: Das fordert eine Allianz des europäischen Lebensmitteleinzelhandels, bestehend aus Rewe-Gruppe, Alnatura, Dennree, dm, EcorNaturaSì (Italien), Odin (Niederlande) sowie dem Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), in einem gemeinsamen Schreiben an den Umweltausschuss (ENVI) des EU-Parlaments. Die Abstimmung im ENVI über den aktuellen Entwurf zur Regulierung Neuer Gentechnik (NGT) sollte eigentlich heute stattfinden, wurde jedoch kurzfristig in den Juni verschoben.

05.05.2026mehr...
Stichwörter: Gentechnik

Bäuerliche Verbände warnen vor EU-Gesetz zu Neuer Gentechnik

Offener Brief an EU-Parlament veröffentlicht

In wenigen Wochen soll im Europaparlament final über den Gesetzesentwurf zur Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) abgestimmt werden. Aus Sicht von Landwirtschaft und Verbrauchern sei der aktuelle Vorschlag inakzeptabel, sagen vier bäuerliche Verbände. In einem offenen Brief fordern sie die Abgeordneten auf, den Gesetzestext grundlegend zu verbessern oder abzulehnen.

04.05.2026mehr...
Stichwörter: Gentechnik