Vorwerk Podemus

Vorwerk Podemus betreibt im gleichnamigen Dresdner Stadtteil Podemus ein landwirtschaftliches Gut mit 250 Hektar Fläche. Der Hof wurde 1093 vom Bistum Meißen erbaut. 1991 erwarb ihn die Familie Probst. Das Gut hat die amerikanische NOP-Zertifizierung für Milch. Die US-Richtlinien sind hier strenger als die europäischen. Die Gläserne Meierei in Rostock nimmt die NOP-Milch der 45 Kühe ab und zahlt einen Aufschlag. Das Gut ist zudem Demonstrationsbetrieb des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Kartoffeln, Getreide, Milch und Fleisch werden hier erzeugt. Neben der traditionellen Landwirtschaft  wird ein Hofladen und eine Schlachterei betrieben. Gerade wurde eine neue Metzgerei gebaut, um die Kapazität zu erhöhen. Bio-Tiere aus ganz Sachsen werden hier geschlachtet und zu Fleisch und Wurst verarbeitet. 20 Prozent des Schlachtviehs stammt aus der eigenen Mast.

Die Bio-Landwirtschaft ist hier wie anderswo Rinder lastig. Geliefert wird in die großen Städte Dresden, Leipzig, Chemnitz und Berlin. Gastronomie und Handel werden mit Bio-Frischfleisch- und -Wurst versorgt. Die Konsum-Supermärkte aus Dresden, Karstadt und der Naturkostfachhandel werden beliefert.

Es geht um die Bio-Wurst

Das Unternehmen mit rund drei Millionen Euro Umsatz richtet das Augenmerk auf die Wurst. In der Wurstküche entsteht ein Bio-Vollsortiment mit 90 Sorten. Mischungen sind verpönt;  Monogewürze und eigene Kräuter werden eingesetzt. Bei Koch- und Brühwurst wird zum Teil mit Warmfleisch gearbeitet. 

Der Fleischermeister hat Erfahrung mit Hauschlachtungen und ist ein Spezialist für die traditionelle Kochwurst. Die gängigen Esstrends gelten hier nicht. „Griebenschmalz ist unser Umsatzrenner. Leberwurst verkaufen wir massenweise und in der Grillsaison Bratwürste“, berichtet Geschäfts­führer Bernhard Probst. Mit Rinderkochschinken hat Vorwerk ein einzigartiges Fleischprodukt nach einer hauseigenen Idee im Programm: „Der geht auch super“. Wenn die neue Schlach-terei steht, sind die Hygiene-Voraussetzungen gegeben für sechs Wochen im Schrumpfbeutel gereiftes Rindfleisch. „Dann erreichen wir argentinische Qualität“,  so Probst. Dann ist auch die Kapazität gegeben, um eine leistungsfähige Bio-Fleischvermarktung, wie sie in den alten Bundesländern schon existiert, aufzubauen. 

Einen Hofladen gibt es auch auf dem Gut. Rund 1.000 Dresdner fahren jede Woche raus in den Vorort Podemus, um hier  biologisch einzukaufen. Eine Fleischtheke mit den eigenen Erzeugnissen ist selbstverständlich. Auch einfache Stücke wie Beinscheiben oder  Suppenknochen finden hier Absatz. Milch, Eier und Kartoffeln aus eigener Produktion werden ebenfalls verkauft. Das Gut Taubenheim aus Sachsen liefert die Bio-Backwaren.

Das Herzstück des Bio-Hofladens ist aber die O+G-Abteilung, die von Naturkost-Großhändlern bestückt wird. Auch die Wein-Abteilung kann sich sehen lassen mit Demeter-Tropfen, Flaschen zum Preiseinstieg, mit stillen Verkostungen und Sonderplatzierungen. Eine Außenbewirtschaftung  lädt zum Verweilen ein.

Anton Großkinsky


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