Erstes flexibles Milchmengenmodell in Bayern
Andechs, 14.08.2009 Mit 89 Prozent Zustimmung hat sich die Liefergemeinschaft der Andechser Molkerei Scheitz für eine flexible Milchmengensteuerung ausgesprochen.
Bereits für das laufende Milchwirtschaftsjahr wird das anpassungsfähige, von den BIO-Landwirten der Andechser Liefergemeinschaft selbst erarbeitete, Milchmengenmodell umgesetzt. Es sieht eine Neuregelung der Milchmengensteuerung in folgenden Schritten vor:
95 % der einzelbetrieblichen Milchquote wird als so genannte A-Menge mit dem aktuell festgelegten Milchpreis vergütet.
Alles was der BIO-Landwirt darüber hinaus produziert ist die B-Menge, von der 15 Cent pro Kilogramm vom momentan gültigen Milchpreis abgezogen wird.
Die einbehaltenen Abzüge der B-Menge werden am Ende des Milchwirtschaftsjahres an die gesamte A-Menge aller Lieferanten ausbezahlt.
Ziel der Landwirte ist die Stabilisierung und Verbesserung des BIO-Milchpreises durch die Anpassung der BIO-Milchmengen an den aktuellen Bedarf, ohne dabei Marktpotenziale für sich und die Molkerei zu verlieren. Denn das A- und B-Preissystem zur Mengenanpassung sieht vor, diejenige Milch, die am Markt nur zu Niedrigpreisen über den so genannten Spotmarkt abgesetzt werden kann, erst gar nicht zu erzeugen. Beteiligte Bio-Milchbauern geben sich so selbst einen Anreiz, diese Übermengen zu reduzieren. Die große Mehrheit der rund 300 teilnehmenden (von insgesamt 460) Lieferanten bei den Abstimmungen im Rahmen der drei Gebietsversammlungen im Allgäu und in Oberbayern von Ende Juli bis Anfang August zeigt deutlich die Zustimmung der BIO-Milchbauern für das von eigenen Vertretern entwickelte Mengenmodell auf.
Die Andechser Molkerei Scheitz hat die Vertreter der BIO- Milchliefergemeinschaften von Anfang an dabei unterstützt das Modell praxisnah zu gestalten und umzusetzen. Die Umsetzung des Modells soll als Vorbild für andere BIO-Molkereien und auch konventionelle Molkereien dienen und einen möglichen Ansatz zur Krisenbewältigung aufzeigen.







