Gentechnik
Marsch für eine gentechnikfreie Welt
Aufruf zum Erhalt von rund 170.000 Arbeitsplätzen
Zahlreiche Bio-Pioniere begaben sich heute in Berlin zusammen 1.500 Mitarbeitern aus der Bio-Landwirtschaft, der Bio-Erzeugung, von Bio-Herstellern, Bio-Groß- und -Einzelhändler und vielen weiteren aktiven Unterstützern auf den Marsch für eine gentechnikfreie Welt von Berlin nach Brüssel. Sie forderten die Politik auf, sich gerade in Hinblick auf die Wahlen klar zum Thema Agro-Gentechnik zu positionieren. Das bisherige Taktieren gefährdet rund 170.000 Arbeitsplätze der Bio-Branche.
„Grundsätzlich hat sich an der Bedrohung unserer Landwirtschaft, unserer Lebensmittel und unserer Bio-Branche durch die Agro-Gentechnik nichts geändert. Die viel gepriesene Koexistenz von konventioneller, ökologischer und gentechnisch veränderter Landwirtschaft gibt es nicht. Die Grüne Gentechnik birgt die Gefahr, dass die Kunden auf Grund verunreinigter Bio-Lebensmittel dem Bio-Fachhandel fernbleiben. Wenn die Politik hier keinen Riegel vorschiebt, sind in naher Zukunft keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr erhältlich.“ Mit diesen Worten unterstrich Joseph Wilhelm, Bio- Pionier und Gründer der Rapunzel Naturkost AG, die Forderung der Bio- Branche an die Politik, in Zeiten wie diesen zum Erhalt von Arbeitsplätzen beizutragen.
Die große Beteiligung zum Start von „Genfrei Gehen“ heute in Berlin zeigt, dass die Zeit reif ist für ein aktives Zeichen der deutschen Bevölkerung, sich für eine gentechnikfreie Welt einzusetzen. Der mehrheitliche Wille der Menschen muss endlich respektiert werden. Sie möchten die Gentechnik weder auf dem Acker noch auf dem Teller.
Von den Auswirkungen der Agro-Gentechnik, von Abhängigkeiten, die durch die wenigen, aber großen Saatgutkonzerne in der Welt entstehen, berichteten die Träger des Alternativen Nobelpreises Percy und Louise Schmeiser aus Kanada und Dr. Vandana Shiva aus Indien. Sie können nicht verstehen, warum man in Deutschland und Europa die Grüne Gentechnik vorantreiben möchte, die in Kanada, Nordamerika und vielen Schwellen- und Entwicklungsländern bereits großen Schaden angerichtet hat.
In vielen europäischen Ländern läuft mittlerweile eine massive öffentliche Diskussion zum Thema Gentechnik. Trotz intensiver Lobbyarbeit der Gen-Konzerne lässt sich die Wahrheit und die daraus resultierende Bewusstseinsbildung nicht mehr unterdrücken. „Wir müssen erreichen, dass sich nun auch die Politik in Deutschland klar positioniert. Nur so wachsen die Chancen für ein gentechnikfreies Europa“, fassten Claudia Roth, Bundesvorsitzende und Renate Künast, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, die aktuelle Lage zusammen. „Genfrei Gehen“ sei eine kreative Form von Protest gegen gefährliche Politik.
Als Initiator der Aktion „Genfrei Gehen“ war Joseph Wilhelm überwältigt von der Resonanz seines Aufrufs an die Bio-Branche, zum Start von „Genfrei Gehen“ die Geschäfte/Firmen zu schließen, um sich gemeinsam für eine gentechnikfreie Welt einzusetzen. Viele folgten diesem. Nun hofft er auf die deutsche Bevölkerung, die den Unternehmer in den kommenden 43 Tagen begleiten soll. Das Ziel von „Genfrei Gehen“ ist klar formuliert: Der Marsch für eine gentechnikfreie Welt von Berlin nach Brüssel über weitere, wichtige politische Standorte wie Bonn und Maastricht soll Verbraucher ansprechen und sie aufklären über die Risiken im Umgang mit der Agro-Gentechnik. Denn Wissen verleiht Macht und vielleicht den Mut, die Zukunft in eigener Verantwortung aktiv lebenswert zu gestalten ohne Gentechnik.
„Wir in Europa können und müssen darauf Einfluss nehmen, unsere Ernährung, unsere Landwirtschaft, die Naturschutzgebiete und empfindlichen Öko-Systeme vor möglichen Beeinträchtigungen zu schützen, die von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen können“, so Joseph Wilhelm. „Die Agro-Gentechnik schafft unumkehrbare Realitäten, deren Ernten schließlich auf unseren Tellern landen.“







