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Gentechnik

„Genfrei Gehen“ startet in Berlin

Initator Joseph Wilhelm setzt politisches Zeichen für eine GMO-freie Welt

Joseph Wilhelm steht in den Startlöchern. Nach dem Erfolg von „Genfrei Gehen“ 2007 macht sich der Bio-Unternehmer erneut auf den Weg für eine gentechnikfreie Welt. Zusammen mit weiteren Pionieren der Naturkostbranche möchte er in „freier Vereinbarung“ Flagge zeigen, damit das Thema Gentechnik in der heißen Wahlkampfphase von der Politik ernster wahrgenommen wird als bisher. Eine überwältigende Mehrheit von 75 Prozent  der deutschen Bevölkerung  lehnt Gentechnik im Essen ab.

„Die Zeit ist reif für ein aktives Zeichen der deutschen Bevölkerung für eine
gentechnikfreie Welt. Für die Bio-Branche birgt Gentechnik in naher Zukunft die Gefahr, dass die Kunden auf Grund verunreinigter Bio-Lebensmittel dem Bio-Fachhandel fernbleiben. Für alle Verbraucher birgt Gentechnik in naher Zukunft die Gefahr, dass keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr erhältlich sind,“ erkärt Joseph Wilhelm. Zum anderen ist sein Ziel Millionen von Verbraucher anzusprechen und sie aufzuklären über die Risiken im Umgang mit der Agro-Gentechnik. Wissen verleiht Macht und vielleicht den Mut, die Zukunft in eigener Verantwortung ohne Gentechnik zu gestalten. Ihm ist klar, dass schafft er nicht allein. Deswegen hat der Unternehmer die Bio-Branche aufgerufen, zum Start von „Genfrei Gehen“ in Berlin die Geschäfte zu schließen, um sich gemeinsam für eine gentechnikfreie Welteinzusetzen. Zugesagt haben bereits Zwergenwiese, Neumarkter Lammsbräu, Bio- Großhändler Dennree,  BÖLW und andere.

Anti-GMO-Aktivisten Shiva und Schmeiser kommen

In diesem Jahr führt „Genfrei Gehen“ von Berlin über Bonn nach Brüssel. Los geht’s mit einer großen Auftaktveranstaltung am 18. Juni 2009, um elf Uhr am Schloss Charlottenburg in Berlin. Neben zahlreichen Gästen aus der Bio-Branche, der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast werden die Träger des Alternativen Nobelpreises Percy und Louise Schmeiser aus Kanada und Vandana Shiva aus Indien erwartet. Sie berichten von den Einflüssen der „Grünen Gentechnik“ in ihren Heimatländern. Im Anschluss startet der Marsch für eine gentechnikfreie Welt mit Freude und Spaß am Wandern in Richtung Brüssel.

Joseph Wilhelm legt die Hände nicht in den Schoss und möchte das Thema Gentechnik weiterhin sichtbar machen: „Wir in Europa können und müssen darauf Einfluss nehmen, unsere Ernährung, unsere Landwirtschaft, die Naturschutzgebiete und empfindlichen Öko-Systeme vor möglichen Beeinträchtigungen zu schützen, die von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen können. Die viel gepriesene Koexistenz von konventioneller, ökologischer und gentechnisch veränderter Landwirtschaft gibt es nicht. Die Agro-Gentechnik schafft unumkehrbare Realitäten, deren Ernten schließlich auf unseren Tellern landen.“

Bereits 2007 löste der Bio-Unternehmer Joseph Wilhelm eine Bewegung für eine gentechnikfreie Zukunft aus, die jedoch nur ein Anfang sein konnte. Über 4.000 Menschen begleiteten den Unternehmer auf seinem Marsch für eine gentechnikfreie Welt  von Lübeck nach Lindau. Mehr als 55.000 Menschen bekannten sich mit ihrer Unterschrift für eine gentechnikfreie Welt. Diese Unterschriften wurden im Februar 2008 persönlich an den damaligen Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer übergeben mit Erfolg zumindest für Bayern. Horst Seehofer verkündete, sich auf landespolitischer Ebene für ein gentechnikfreies Bayern einzusetzen.

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