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Gentechnik

BÖLW: Schavan’s Dialog zur Agro-Gentechnik muss ergebnisoffen geführt werden

Berlin, 19.05.2009 Bundesministerin Schavan lädt am morgigen Mittwoch zum Dialog zur Agro-Gentechnik ein und verhindert diesen zugleich.

„Mit ihrer Erklärung vom Montag, ohne die Agro-Gentechnik könnten die globalen Herausforderungen, wie Welthunger und Klimawandel, nicht gelöst werden, setzt Frau Schavan blind auf die Heilsversprechungen der Gentechnikfirmen und leugnet die Realität“, kritisiert Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Statt einseitig Milliarden in die Agro-Gentechnik zu stecken, fordert Löwenstein eine gleichberechtigte Förderung der Forschung zum Öko-Landbau. Denn dieser leistet schon heute einen maßgeblichen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Welternährung.

Trotz jahrzehntelanger Ankündigungen ist es der Agro-Gentechnik bisher nicht gelungen, Lösungen für die globalen Herausforderungen der Welternährung und des Klimawandels auf den Markt zu bringen. „Weltweit sind nach wie vor nur Pflanzen im Anbau, die gegen ein Unkrautvernichtungsmittel resistent gemacht sind und solche, die in der gesamten Pflanze ein Insektengift gegen den Maiszünsler produzieren. Nicht nur, dass es dadurch zu keinen Ertragssteigerungen kommt, für beide Anwendungen gibt es einfache ackerbauliche Alternativen“, fasst Löwenstein zusammen.

„Nachdem ungezählte Steuermilliarden in diese Technologie investiert und gleichzeitig wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe durch sie verursacht wurden, muss Ministerin Schavan nun die Frage nach dem volkswirtschaftlichen Nutzen und der Effizienz der Gentechnikforschung beantworten.“ Gerade in armen Ländern, die zu den ersten Opfern des Klimawandels zählen werden, helfen vor allem angepasste und ökologische Methoden bei der Bekämpfung des Hungers, wie auch der Bericht des Weltagrarrates eindrucksvoll belegt. „Patentgeschütztes Gentechnik-Saatgut und toxische Agrarchemikalien lösen keine Probleme, sondern führen die Menschen tiefer in Abhängigkeiten, aus denen sie keinen Ausweg mehr finden“, betont Löwenstein.

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