Gentechnik
EU-Gentechnik-Konferenz in Wien
BÖLW: EU muss Strategie zur Vermeidung von GVO-Kontaminationen vorlegen.
Auf Einladung der EU-Kommission diskutieren Politiker und Experten vom 4. bis 5. April in Wien über Koexistenzregeln für die Landwirtschaft.
"Wir fordern eine europäische Regelung zur Koexistenz, die die gentechnikfreie Landwirtschaft sichert. Die EU muss den Verbraucherwünschen Rechung tragen, die genmanipulierte Nahrung weitgehend ablehnen und dafür sorgen, dass die Kosten der Koexistenz vollständig den Verursachern zugeordnet werden", so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW und Mitglied der deutschen Delegation zur Tagung. "Dies erfordert eine europäische Strategie die GVO-Kontamination vom Saatgut bis zur Ladentheke vermeidet. Welcher Aufwand für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft damit verbunden ist, hat der BÖLW im Rahmen der Studie "Praxishandbuch Bioprodukte ohne Gentechnik" aufgezeigt.[1]"
Die Forderungen des BÖLW zur Konferenz in Wien:
♦ "Koexistenzregelungen" müssen zur Vermeidung von Kontaminationen durch GVO führen. Dies entspricht der Europäischen Freisetzungsrichtlinie 2001/18/EG, die Massnahmen vorsieht, das unbeabsichtigte Vorkommen von GVO in anderen Produkten zu verhindern.♦ Europäische Regelung statt einzelstaatlichem Flickenteppich. Gentechnik macht nicht vor Staatsgrenzen Halt. Pollen fliegt in Spaniern nicht weniger weit als in Ungarn. Es braucht deshalb eine "EU-Gentechnik-Anwendungs-Verordnung" (vergleichbar mit der für den Ökologischen Landbau).
♦ GVO-freie Regionen. Die EU muss das Selbstbestimmungsrecht der europäischen Regionen akzeptieren, die den Anbau von GVO ausschließen möchten, um Kontaminationen zu vermeiden.
♦ Reinheitsgebot für Saatgut: Nur mit Saatgut das frei ist von GVO-Verunreinigungen können beim Endprodukt die Kennzeichnungsgrenzen eingehalten werden.
♦ Verursacherprinzip für den Aufwand der Nichtkontaminations-Strategie. Alle Maßnahmen, einschließlich der erforderlichen Überwachung durch Labor-Analysen sind von den Gentechnik-Anwendern zu tragen. Alles Andere führt zur grotesken Folge, dass gentechnikfreie Produkte teurer werden, weil einige Gentechnik einsetzen wollen.
♦ Darlegung der "Koexistenz"-Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungs-Kette
Sowohl EU als auch Nationalstaaten haben es bislang versäumt darzustellen, welche Kosten tatsächlich entstehen, um Kontamination aus Gentech-Anbau zu verhindern.
[1] Praxishandbuch "Bioprodukte ohne Gentechnik". Hrsg.: BÖLW, FiBL Deutschland, Öko-Institut (2006). Verfügbar über www.bioxgen.de
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