Start / Ausgaben / BioPress 49 - November 2006 / 100 Prozent Bio für Deutschland

100 Prozent Bio für Deutschland

Ökolandbau ist die Lösung für die gravierenden Umweltprobleme der Landwirtschaft, so lautete ein Fazit der Jahrestagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, in Berlin. „Allein die Klimafrage wird sich in nächster Zeit so zuspitzen, dass der erhebliche Anteil der konventionellen Landwirtschaft an der Erderwärmung gar keine andere Antwort als den Ökolandbau zulässt", so die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast. Im Ökolandbau sei die Energieeffizienz um ein Vielfaches höher, untermauerte Stephan Albrecht von der Universität Hamburg diese Einschätzung.

Auch Staatssekretär Gert Lindemann aus dem Verbraucherschutzministerium hielt es für lohnend, die „Perspektive 100 Prozent Bio" zu diskutieren. Er schloss sein Grußwort mit den Worten: „Lassen Sie uns gemeinsam die Hindernisse auf dem Weg dorthin beseitigen." Aber ökologischer Landbau bietet auch Lösungen für ökonomische Fragen. Er schafft zusätzliche Arbeitsplätze, trägt zur Entwicklung des ländlichen Raumes bei und reduziert die volkswirtschaftlichen Kosten.

Das sind nur einige der Ergebnisse, die von den Teilnehmern der Tagung in Workshops zusammengetragen wurden. „Unser Anliegen ist es nicht, durch geschicktes Marketing eine lukrative Nische einzurichten, sondern eine echte Alternative für die Landwirtschaft anzubieten", betonte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW.

Die Jahrestagung ist Auftakt für ein Projekt, mit dem der BÖLW in einem Szenario Wirkungen aber auch Voraussetzungen für 100 Prozent Bio erarbeiten wird. „Damit werden wir konkrete Schritte für einen Nachhaltigkeitsprozess innerhalb der Landwirtschaft vorschlagen können, der in Zukunft sehr viel konsequentere Maßnahmen erfordern wird", resümierte BÖLW-Geschäftsführer Alexander Gerber. Der BÖLW ist der Spitzenverband der deutschen Er- zeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln.


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