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Populismus

Gesättigte Fettsäuren wirbeln Medien-Hype auf

Kokosfett soll besonders schädlich sein?

Es herrscht allgemein die Vorstellung, dass ungesättigte Fettsäuren gesund seien, wobei schon die Unterscheidung zwischen mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren und ihr Verhältnis zueinander Verwirrung stiften. Im Gegensatz dazu wird vor gesättigten Fettsäuren gewarnt, oft unreflektiert und ohne auf die Konzentration und die täglich mit den Speisen aufgenommene Menge einzugehen. Gesättigte Fettsäuren sind bekannt für ihre anti-bakterielle Wirkung. Sie können dem Darm gut tun und böse Bakterien in Schach halten, so die Aussagen von Ernährungsmedizinern.

Höchstens zehn Prozent der Kalorien am Tag sollen mit gesättigten Fettsäuren gedeckt werden . Das ist etwa ein Drittel der empfohlenen täglichen Fettzufuhr von 80 Gramm (bei einer Gesamtmenge von 2.400 Kilokalorien). Die weiteren zwei Drittel Tagesbedarf sollen mit pflanzlichen Fetten gedeckt werden. Sie enthalten meist ungesättigte Fettsäuren und seien weniger schädlich, ja sie sollen sogar gesund sein, weil anti-oxidativ und damit zellunterstützend.

Jetzt hat ein populistischer Vortrag einer an und für sich ehrenwerten Professorin an der Universität Freiburg zu einem Sturm in den Medien geführt. Der Vortrag wurde ins Netz gestellt und erntete mehr als 1,1 Millionen Klicks. Ein Medien-Hype wie er im Buche steht hat so die Szene überrollt.

Kokosfett besteht aus mehr als 90 Prozent gesättigten Fettsäuren und sei daher das schädlichste Lebensmittel überhaupt, so die nicht wissenschaftlich hinterlegte propagandistische Behauptung von Frau Dr. Dr. Karin Michels, die auch schon an der Harvard Universität tätig war. Eine Einrichtung, der nicht selten nachgesagt wird, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse würden von den finanziellen Zuwendungen unternehmerischer Kreise geleitet.

Reich an gesättigten Fettsäuren sind jedoch auch Fleisch und Wurst, hier die beliebten Bratwürste, Wiener Würste, Roh- und Dauerwurst wie die geliebte Salami und anverwandte, Mettwurst und Leberwurst. Also fast alle Wurstarten tun nach der Definition von Dr. Dr. Michels nichts anderes, als die Gesundheit schädigen. Auch Gans und Ente, fettgebackener Fisch, Aal, Hering, Makrele oder Thunfisch zählen nach dieser Definition zu den Krankmachern.

Dabei ist es doch eine alte Weisheit, dass (zu) viel von den genannten Lebensmitteln der Gesundheit schaden könne. Doch warum essen wir so gerne Sauerrahm, Schlagsahne, fettreichen Käse, Mayonnaise, Plätzchen oder Kekse, Rührteig, Blätterteig oder Mürbteig - alles reich an gesättigten Fettsäuren - ohne, wie Michels das dem Kokosfett zuschreibt, gleich tot umzufallen?

Steckt eine unsichtbare Absicht hinter dieser einseitigen Auswahl? Dr. Dr. Michels hat in ihrem Vortrag in zweiter, dritter bis hin zur letzten Reihe auch andere Ernährungsmythen angesprochen. Vieles davon wird von den meisten Hörern/Lesern durchaus geteilt. Warum sie jedoch ausgerechnet Kokosfett so extrem kräftig aufs Korn genommen und bis zur Unkenntlichkeit diffamiert hat, bleibt unerfindlich.

Tatsache ist, dass in unserer heutigen Medienwelt eine solch marktschreierische, nicht hinterlegte Behauptung - ja es gäbe sogar keine einzige Studie, die eine oft behauptete Gesundheitswirkung untermauere, so Michels im O-Ton - rücksichtslose Schäden bei jenen verursacht, die sich der Vermarktung von Kokosöl und damit der Existenz der Bauern im Ursprungsland widmen. Mit dem Geschmack von Kokos werden viele Speisen verfeinert. Für viele ist Kokos ein Genuss wie für andere die Salami oder die Blut- und Leberwurst. 

Cremespeisen, Schokolade oder Knabberartikel und Milchshakes zählen nicht gerade zu den Gesundmachern dieser Welt, werden jedoch von der Mehrheit über alles geliebt. Sie sind reich an gesättigten Fettsäuren, genau wie Kokosnüsse, Paranüsse, Macadamianüsse, Cashewnüsse, Kürbiskerne und auch Erdnüsse.

Muss da eine vom radikalen Umsatzeinbruch betroffene Firma noch auf Studien hinweisen, die positive Wirkungen von Kokosöl aufzeigen? Oder reicht die Frage: warum Kokosöl und die anderen nicht?

Nur weil es aus über 90 Prozent gesättigter Fettsäure besteht muss doch nicht so getan werden, als würde beim Bockwurstessen mehr Senf aufs Brötchen kommen als Wurst! Die Menge macht’s, nicht ihr Gehalt an bestimmten Fettsäuren. Auch Sonnenblumenöl kann super schädlich wirken, wenn es erhitzt wird und sich die eher harmlosen ungesättigten Fettsäuren in karzinogene Transfettsäuren verwandeln. Niemand wird deshalb eine wissenschaftliche Definition in die Welt setzten, die behauptet Sonnenblumenöl sei das schädlichste Lebensmittel überhaupt.

Auf den Webseiten von Paleo ist eine breite Auswahl an Informationen zu Kokosöl zu finden, die weder beschönigen noch verteufeln.
Dort wird u.a. auch von Langzeitstudien berichtet, die auch Kokosöl bewerten:
https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/gesaettigte-fettsaeuren/
https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/kokosoel-in-der-paleo-ernaehrung/

In der Zwischenzeit weiten sich die Reaktionen im Netz aus. Nach Tagen des Hypes kursieren jetzt auch englischsprachige Meldungen zum Thema durchs Netz und zudem mischen sich Umweltschützer unter die Akteure. Angeblich sei Kokosöl wegen der weiten Wege unökologisch. 

Wie in vielen anderen Fällen bei Lebensmittel-Importen aus fernen Ländern wird hier verschwiegen, dass die Containerschiffe vollbeladen mit deutschen Exportgütern, die den Sozialstaat erst möglich machen und die Rente sichern, täglich in alle Welt ausschwärmen und dann nicht mit leeren Containern zurück fahren sollten! Vollbeladen mit leeren Containern würde die Schiffe gefährden. Der Schiffsführer müsste große Wassermengen in die Kiele pumpen lassen um die Stabilität wieder herzustellen. Schiffe sind eben nicht für Leerräume gebaut.

Zum Öko-Thema Waldrodung sei darauf hingewiesen, dass die Bio-Kokospalmen nicht auf zuvor gerodeten Plantagen sondern in dort üblicher Permakultur angebaut werden. Es wird auf Agrarchemie verzichtet und Pestizide sind nicht notwendig um unnatürliche Wachstumsbedingungen auszugleichen wie das auf den heimischen Ackerflächen zu weit über 90 Prozent der Fall ist. Ökologie importieren kann also durchaus positiv sein für unser Ökogleichgewicht.

Erich Margrander

Anhang
Stellungnahme von EGESUN mit Hinweisen auf Studien, die positive Wirkungen auf die Gesundheit belegen:
egesun-stellungnahme-kokosöl-Studien[2 MB]

Und folgen Sie der Autorin:
Ulrike Gonder, Diplom Oecotrophologin und Freie Wissenschaftsjournalistin



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