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Mehr Bio auf der Anuga 2017

Über 2.000 Bio-Anbieter auf der Anuga erwartet - Sonderschau Organic Market - Kongress im Bio-Kompetenzzentrum

Die ersten Erfolgsmeldungen für Bio auf der Anuga: Die Bio-Halle ist genauso ausverkauft wie die gesamte Anuga. Wer auf der Warteliste steht, muss viel Geduld mitbringen oder sich auf einer der Sonderschauen anmelden, um noch dabei zu sein. Im Organic Market ist bereits jetzt ein Teilnehmer-Rekord zu vermelden. Bio-Käse hat im Supermarkt noch viel Luft nach oben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Bio-Käse mit 85 Artikeln von aktuell 13 Anbietern an der Spitze der Anmeldungen steht, gefolgt von fünf Anmeldungen mit annähernd 50 Wurst- und Schinken-Angeboten. Fleisch von Rind, Schwein und Geflügel wird das Angebot in der zentral platzierten großen Frische-Theke abrunden.

Ein frischer Wind weht in die Bio-Sortimente des Lebensmitteleinzelhandels. Neben dem Obst und Gemüse und der Weißen Linie im Kühlregal drängen weitere Umsatzträger aus dem Frischebereich in die Regale beziehungsweise Theken. Ein Käsesommelier wird im Organic Market 2017 auf der Anuga das reiche Käseangebot zur Verkostung anbieten.

Traditionell sind auch in diesem Jahr Feinkost sowie Heiß- und Kaltgetränke stark vertreten.  Bei Feinkost sind diesmal jedoch weniger die Aufstriche gefragt. Spezialitäten bis hin zu Fisch in der Dose wurden angemeldet. Außerdem wird eine Vielfalt an Nudeln und unterschiedlichen Convenience-Produkten die Regale füllen. Backwaren, Nährmittel, Pizza und Suppen ergänzen das Angebot bereits Ende Juli ebenso wie Süßwaren und vegane Produkte.

Auffallend sind die vermehrten Anbieter aus dem Ausland, von Dänemark über Frankreich mit sagenhaften Salamis bis hin nach Turkmenistan, von wo Nüsse und getrocknete Früchte nach Köln kommen sollen.

Sorgten in den vergangenen Jahren mehrere Dachmarken wie Bio-Zentrale und andere rein rechnerisch zu einem Durchschnitt von 18 bis 19 Artikel pro Teilnehmer, so sind es beim aktuellen Anmeldestand nur zwölf bis 13. Einige angekündigte Großhändler werden die Lücke noch schließen. Erwartet werden bis Messebeginn rund 1.500 Bio-Produkte von 100 Teilnehmern, viele davon sind noch selten in den Märkten zu finden.

Events auf dem Organic Market

Während der gesamten Messezeit werden die Bio-Spitzenköche den Besuchern an der Front Cooking Station ausgesuchte Schmankerl zum Verkosten anbieten. Ein weiteres Highlight zum Genießen dürfte der Ausschank von Grünteecocktails des Grüntee-Experten Hastenpflug werden. Die neue Matcha-Cocktailmaschine von Shimodozono wird dabei vorgestellt.

Für den Anuga-Dienstag sollten sich bio-affine Besucher rechtzeitig den Bio-Abendempfang mit dem legendären Bio-Büfett in den Kalender schreiben. Frühes formloses Anmelden wegen der begrenzten Plätze dürfte empfehlenswert sein (zu richten an: redaktion@biopress.de). Der Anuga-Projektleiter und die Koelnmesse sorgen seit vielen Jahren für die Räumlichkeiten und das Catering. Organisiert wird der Abend vom bioPress Verlag und mit ermöglicht von vielen Firmensponsoren, die Getränke und die Rezeptzutaten beisteuern.

Experten-Begleitprogramm

Das Bio-Kopetenzzentrum beherbergt am Sonntag ab 10.30 Uhr eine Reihe von Vorträgen zum Thema Olivenöl. Am Montag und Dienstag dreht sich (fast) alles um Nachhaltigkeit im Lebensmittelsektor. Aber auch neue Aspekte der Bio-Vermarktung werden besprochen und diskutiert. In den Veranstaltungen können die Teilnehmer mitwirken und ihre Fragen stellen.

Harald Ebner, MdB in Berlin, eröffnet die Reihe mit einem Vortrag über die UN-Resultate der Untersuchungen zu den Auswirkungen von Pestiziden auf dem Acker bis hin zu den Belastungen der Verbraucher, den Kunden der Lebensmittelkaufleute.

Ein umfangreicher Bericht vom Frühjahr von der University City of London, eine von fünf der im weltweiten Ranking führenden Lehr- und Forschungseinrichtungen, schockierte selbst die Verfasser: Mehr als jährlich 18 Millionen Todesfälle mit steigender Tendenz fallen auf das Konto von minderwertigen Lebensmitteln.

Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel

Um die Mittagszeit stellt der Moderator Peter Jossi das System Nachhaltigkeit der Coop Schweiz vor. Vor den Kurzinputs zur Frage 'Kann Bio die Welt ernähren' von Urs Niggli, FiBL Schweiz, und 'Coop Schweiz: Nr. 1 im Thema Nachhaltigkeit' von Roland Frefel, Mitglied der Direktion Coop Schweiz, referiert Melanie Prengel von Transgourmet Deutschland das Thema 'Europäische Nachhaltigkeits-Partnerschaften: Wie implementiert Coop ihre Nachhaltigkeitsstandards in Partnerländern und -firmen?'

Danach diskutieren Urs Niggli, Harald Ebner, Alexander Beck (AöL) und Rudolf Bühler (BESH) zusammen mit dem Vertreter des Instituts für Ernährungs-Politik der Unversity City of London die politischen Leitplanken der Ernährungsbranche.

Am zweiten Tag wird das Thema Nachhaltigkeit geprägt vom ZNU - Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke. Die anschließende Diskussion über die nachhaltige Ernährung und die Rolle der Kaufleute wird ebenfalls zusammen mit dem ZNU für weitere Spannung sorgen.

Bio-Handel

Vorweg gibt es am Anuga-Dienstagmorgen Referate über Rückstände und Kontaminanten in konventionellen und Bio-Lebensmitteln sowie sichere und nachhaltige Bio-Rohstoffbeschaffung aus der Ukraine und Osteuropa.

In dem Slot 'Mehr Bio und Vertrauen' berichtet der Bio-Experte Conrad Thimm über Praxis-Beispiele und einfache Regeln für gemeinsames Handeln.  Bauern, Produzenten und Handel reden miteinander.

Weltweit direkt vom Hof: Neue Systeme der Direktvermarktung ist ein Projekt der Gebana AG in der Schweiz. Globales Denken wird hier mit lokalem Handel(n) verbunden zur Plattform Marktzugang.

Über die Gestaltung des Marktzugangs diskutieren am Dienstagnachmittag dann Conrad Thimm, Sandra Dütschler (Gebana AG) und Erich Margrander (Bio-Experte und bioPress-Herausgeber) zusammen mit einem Einzel- und einem Großhändler.

Link zum vorläufigen Bio-Kopetenzzentrum-Programm 2017 (Entwurf)[174 KB]