Start / News / Bio-Tops / Freihandel ja, Abschaffen europäischer Ernährungskultur nein

BÖLW

Freihandel ja, Abschaffen europäischer Ernährungskultur nein

BÖLW-Position zu TTIP

Berlin, 17.07.2015. Heute endet in Brüssel die 10. TTIP-Verhandlungsrunde. Landwirtschafts- und Ernährungsthemen stehen weiter auf der Agenda. „Die Bio-Branche stellt sich weder grundsätzlich gegen globalen Handel noch gegen Handelsabkommen“, sagt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. „Freihandel darf jedoch nicht zu einem Dumping bei Umwelt- oder Tierschutzleistungen führen oder dazu, dass die hohen EU-Standards an Umwelt-, und Verbraucherschutz ausgehöhlt werden. Auch das kulturelle Grundverständnis davon, wie Landwirtschaft und Ernährung in unserer Gesellschaft aussehen, darf nicht zur Disposition gestellt werden. Globalisierung braucht starke Regeln."

Für den BÖLW sind folgende Punkte für eine nachhaltige Handelspolitik essentiell*:

  • Handelspolitik muss auf Wohlfahrtseffekte ausgerichtet werden.
  • Das Vorsorgeprinzip muss der Maßstab der Verhandlungen bleiben.
  • Regulatorische Kooperation: Empfehlungen ja, Demokratieabbau nein.
  • Zollabbau im Agrarbereich: Die wahren Produktionskosten müssen berücksichtigt werden.
  • Rechtssicherheit für Investoren darf nur im Rahmen ordentlicher Gerichtsbarkeit hergestellt werden.
  • Nationale Parlamente müssen an der Entscheidung über TTIP beteiligt werden.

Beim derzeitigen Verhandlungsstand von TTIP, soweit er bekannt geworden ist und unter Berücksichtigung der bereits ausverhandelten Bedingungen des europäisch-kanadischen Abkommens CETA, gibt es nach den Maßstäben eines echten Wohlfahrtsgewinns laut Löwenstein nur eine Schlussfolgerung: „TTIP und Co. müssen abgelehnt werden.“

*Mehr zu den Grundsätzen einer nachhaltigen Handelspolitik aus Sicht des BÖLW lesen Sie im TTIP-Positionspapier des Bio-Dachverbandes auf http://www.boelw.de/fileadmin/Dokumentation/150714_BOELW_Position_TTIP.pdf. 

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren


BÖLW sieht TTIP kritisch

Forderungen des Bio-Dachverbands an die Politik

Der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert einen besseren rechtlichen Rahmen für Bio. Der BÖLW verlangt die Abkehr von der geplanten Totalrevision der EU-Öko-Verordnung und will stattdessen eine Verbesserung des Öko-Kontrollsystems und der Regelungen zu Importen durch eine Weiterentwicklung des bestehenden Rechts.
14.01.2015mehr...
Stichwörter: BÖLW, TTIP, EU-Standards

Ohne-Gentechnik-Gipfel 2026: Siegel sichern Transparenz

Internationale Non-GMO-Branche rüstet sich für Deregulierung

Ohne-Gentechnik-Gipfel 2026: Siegel sichern Transparenz © Nina Werth

Die Entscheidung in Brüssel rückt näher – und damit die Aussicht auf weitreichende Änderungen bei der Regulierung Neuer Gentechnik. Können Siegel die Wahlfreiheit für Verbraucher sichern, wenn die Kennzeichnungspflicht wegfällt? Lässt sich durch nationale Koexistenzregeln das Verursacherprinzip aufrechterhalten? Und wie steht es um die Entwicklung von Nachweisverfahren? Über 120 Vertreter aus Lebensmittelwirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Verbänden aus 14 Ländern trafen sich am 13. Mai zum ‚International Non-GMO Summit‘ in Frankfurt, um im Vorfeld der anstehenden EU-Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) über die Zukunft der ‚Ohne Gentechnik‘-Branche zu diskutieren.

22.05.2026mehr...
Stichwörter: BÖLW, TTIP, EU-Standards