Umsatz
Alnatura überschreitet 500 Millionen-Grenze
Zweistelliges Umsatzwachstum bei Bio-Supermarkt-Filialist
Bio-Supermarktfilialist Alnatura aus Bickenbach in Hessen hat im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 516 Millionen Euro erwirtschaftet und damit die 500 Millionen-Grenze überschritten. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Wachstum von elf Prozent. Damit entwickelte sich Alnatura etwas besser als der Markt. Der Bio-Markt wuchs um zehn Prozent. Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel gehört Alnatura mittlerweile zu den Top 30.
Zum Gewinn äußerte sich Geschäftsführer und Inhaber Götz Rehn traditionell nicht. „Es bleibt soviel übrig, dass wir aus eigener Kraft wachsen können“, war sein Kommentar. Aktuell betreibt Alnatura 70 Super Natur Märkte in 39 Städten und neun Bundesländern. Fünf neue Filialen wurden in Hannover, Hamburg, Bonn, Darmstadt und Grenzach-Wyhlen eröffnet. In Heidelberg zog das Unternehmen ins historische Alte Hallenbad um. Im neuen Geschäftsjahr seit dem 1. Oktober sollen elf weitere Filialen eröffnet werden. „Das ist nicht viel, gemessen an mehr als 100 Filialen die konventionellen Handelsketten eröffnen“, relativierte Rehn.
Das Handelsunternehmen modernisiert aktuell sein Filialnetz. „Das ist eine wichtige Aufgabe, seine Filialen auf dem neuesten Stand zu halten“, begründet Geschäftsführer Götz Rehn die Investitionen von 200.000 bis 400.000 Euro pro Standort. Bei den Umbauten geht es nicht nur um Ästhetik, sondern um Nachhaltigkeit. Konkret wird die Energieeffizienz verbessert. „Wir sparen bis zu 30 Prozent Strom. Das ist erheblich“, erläuterte Rehn.
In Zürich-Höngg eröffnete im August 2012 der erste Alnatura Bio-Supermarkt im Ausland seine Pforten. Migros, das größte Schweizer Handelsunternehmen, betreibt den Markt im Franchising. Weitere Märkte in der Schweiz sind geplant. „Die Schweiz als nicht EU-Land ist mehr Ausland als Österreich oder Frankreich. Schon einen Standort zu bekommen ist ohne Schweizer Partner schwierig. Mit Migros haben wir den richtigen Partner. Von den Werten liegen wir nahe beieinander“, erklärte Rehn.
Alnatura zählte mit 1.810 Beschäftigten den höchsten Mitarbeiterstand seit Gründung des Unternehmens. 150 neue Arbeitsplätze entstanden im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Zahl der Bewerbungen ist mit 12.000 auf einem Höchststand angelangt. „Wir haben bis zu 200 Bewerbungen auf einen Arbeitsplatz“, teilte Rehn mit. Bio-Unternehmen sind attraktiv für die Beschäftigten. Alnatura regte 2009 eine IHK-zertifizierte Zusatzqualifikation für Einzelhandelskaufleute im Bio-Handel. Für dieses Modell erhielt das Handelsunternehmen den Employability Award. Als Prämie erhalten die Mitarbeiter in diesem Jahr einen Einkaufsgutschein in Höhe von 850 Euro.
Rund die Hälfte des Umsatzes erzielt das Untenehmen mit dem Sortiment der Marke Alnatura. 1060 Bio-Produkte tragen mittlerweile das Logo. Die umfangreichste Bio-Marke im deutschen Hanel wird außer die den Alnatura-Märkten noch von dm, tegut, Budni, Hit, Globus, AEZ in München und Cactus in Luxemburg vertrieben. In 3.325 Filialen sind die Alnatura-Produkte erhältlich. „Beste Qualität zum günstigen Preis ist das Prinzip der Marke“, betonte Rehn. Ein wissenschaftlicher Beirat mit Vetorecht steht dem Unternehmen zur Seite. „Bei den Rezepturen wird jede einzelne Zutat unter die Lupe genommen“, erklärt Manon Haccius, zuständig für Qualität und Recht.
Soziale Verantwortung zählt zum Unternehmenskonzept. Seit Jahrenunterstützt Alnatura nachhaltige Projekte. Der Verkauf von Bio-Saatgut brachte 80.000 Euro, den der Bio-Filialist an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und an Mellifera, den Verein für wesensgemäße Bienenhaltung, spendete. Seit Beginn der Aktion vor neun Jahren wurde die ökologische Saatgut- und Bienenforschung mit über 370.000 Euro unterstützt. Unter anderem für diese Initiative erhielt Alnatura 2011 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.
116.000 Euro aus dem Verkauf von Kaffee und Tee der Serie Alnatura Projekte gingen seit November 2010 an Kinderhilfsprojekte. „Das machen wir nicht alleine. Dazu haben wir eine Kooperation mit dem Kinderhilfswerk Terre des Hommes“, verdeutlichte Rehn. Für das kommende Jahr ist eine Spendenaktion für ein Bildungsprogramm zur Vorbeugung von Kinderarbeit in Simbabwe geplant.
Alnatura hat die Payback-Karte eingeführt. „Die Idee kommt nicht von uns. Der Wusch ist von Kunden an uns herangetragen worden“, sagte Rehn. Seit Juni 2012 können Kunden bei jedem Einkauf in einem Alnatura Super Natur Markt Punkte sammeln und in Einkaufsgutscheine eintauschen oder für soziale Hilfsprojekte spenden.







