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Ukraine

Biomarkt-Projekt in der Ukraine

Ackerbauprodukte für Westeuropa und Milchprodukte für den heimischen Markt

An der ukrainischen Wissenschaftsakademie in Kiew wurde das neue Schweizer Biomarktprojekt in der Ukraine vorgestellt. Das Projekt wird durch das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO finanziert und vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL umgesetzt. Kleinen und mittleren Unternehmen in der Ukraine soll mit zertifizierten biologischen Produkten besserer Zugang zu internationalen Märkten verschafft werden.

Schweizer Biowissen für die Ukraine ist nichts Neues. Das SECO hat zwischen 2005 und 2011 die erste Phase dieses Marktentwicklungsprojekts unterstützt und beschlossen, diesen Sektor in der Ukraine für weitere vier Jahre bis 2016 zu unterstützen. „In der zweiten Phase werden wir uns auf zwei erfolgversprechende Sektoren mit einer starken Nachfrage konzentrieren: Ackerbauprodukte für den internationalen Markt in Westeuropa und Milchprodukte für den ukrainischen Markt. Zudem werden wir eine Regionalmarke für Produkte aus den Ukrainischen Karpaten lancieren, lokale Dienstleistungen stärken und gute Rahmenbedingungen für den Biosektor fördern“, sagt Guido Beltrani, Direktor des Schweizerischen Koordinationsbüros in Kiew.

Das Schweizer Bioprojekt ist abgestimmt auf die Schweizer Zusammenarbeitsstrategie 2011– 2014 in der Ukraine: Stärkung der Wirtschaftlichkeit kleiner und mittlerer Unternehmen durch den Ausbau der Exportmöglichkeiten und die Erschließung internationaler Märkte. „Wir sehen ein großes Potenzial für biologische Produkte aus der Ukraine. Wir arbeiten an einer ukrainischen Biogesetzgebung und verzeichnen immer mehr Betriebe, die auf biologische Landwirtschaft umstellen. Internationale Unterstützung und Expertise ist dringend nötig. Unsere Landwirte und Verarbeiter benötigen Know-how bei der Umstellung, im Marketing und der Promotion von biologischen Produkten“, erklärte Anatolii Rudiuk vom ukrainischen Landwirtschaftsministerium.

Schweizer Bio-Wissen ist weltweit Spitze.  „Die Schwarzböden in der Ukraine, die zu den fruchtbarsten weltweit gehören, bieten ideale Voraussetzungen für eine biologische Bewirtschaftung“, sagt Tobias Eisenring vom FiBL, der das Biomarkt-Projekt leitet. In den letzten Jahrzehnten hat infolge ungeeigneter Techniken der Humusgehalt dieser Schwarzböden stark abgenommen. Die Erträge ließen sich steigern durch den Einsatz verbesserter und nachhaltiger Methoden. Zurzeit gibt es 190 zertifizierte Biobetriebe in der Ukraine. Der Bedarf an technischem Know-how und Unterstützung bei der Marktentwicklung ist enorm. 

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