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Richtfest Gläserne Meierei

Neuer Bau der Bio-Molkerei in Dechow

Der Bau der neuen Bio-Molkerei „Gläserne Meierei“ in Dechow, Landkreis Nordwestmecklenburg, nimmt Gestalt an. Am 29. August feierte der Betrieb Richtfest. Mit vor Ort: Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, der in einem Grußwort die Bedeutung des Vorhabens für das Land würdigte.

Die Inbetriebnahme der Gläsernen Meierei erfolgt dann Mitte Dezember 2011. Nach dem Spatenstich im April 2011 beträgt die Bauzeit gut acht Monate. In Zukunft wird hier Bio-Milch zu Produkten wie Frischmilch, Joghurt, Butter und Sahne verarbeitet. Die Milch stammt aus dem norddeutschen Raum, insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Bis zu 40 neue Arbeitsplätze werden hier entstehen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 16 Millionen Euro. Das Vorhaben wird aus Mitteln der EU (Bereich Marktstrukturverbesserung) und des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert.   

Die Gläserne Meierei als die Bio-Molkerei Norddeutschlands

In 2009 wurde bereits die Gläserne Molkerei in Münchehofe, Spreewald, eingeweiht – mit Erfolg. Das Unternehmen erzielte in 2010 einen Jahresumsatz von über 70 Millionen Euro. An beiden Standorten wird das Unternehmen insgesamt bis zu 100 Millionen Liter Bio-Milch verarbeiten, über 100 Bio-Landwirte liefern ihre Bio-Milch an die Gläserne Meierei. Der Bau der Gläsernen Meierei in Dechow folgt nach dem Münchehofer Vorbild. Das Gebäude entsteht mit exakt den gleichen Abmaßen. Beide Entwürfe stammen vom Berliner Architekturbüro Lehrecke. In Dechow wird sich auch ein Hofladen befinden, in dem die Milchprodukte der Gläsernen Meierei, ein Bio-Sortiment von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs sowie regionale Produkte aus der Region Schaalsee erhältlich sind. 

Transparente Produktion und Schaumolkerei

Das Konzept der Gläsernen Meierei ist klar: Transparente und glaubwürdige Bio-Produkte, an deren Produktion die Verbraucher Anteil nehmen können. Wie in Münchehofe öffnet sich auch die Gläsernen Meierei in Dechow für Besucher, damit diese die Produktion über eine Glasgalerie besichtigen können. „Das Prinzip der Schaumolkerei haben die Besucher bereits in Münchehofe gut angenommen“, erläutert Geschäftsführer Hubert Böhmann. „Über einen gläsernen Gang durch die Produktionsstätte erhalten unsere Besucher einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Herstellungsprozesse von biologisch wertvollen Molkereiprodukten – von der Anlieferung bis zum fertigen Produkt“, erklärt Böhmann. „Mit der dadurch entstehenden Transparenz trägt die Gläserne Molkerei zur Stärkung der Glaubwürdigkeit qualitativ hochwertiger Erzeugnisse aus der Region bei.“ Insbesondere interessierten Menschen soll so das Verständnis für die Verarbeitungsprozesse von Lebensmitteln näher gebracht werden.

Besuchergarten und „Grünes Klassenzimmer“

Neben der Schaumolkerei sind weitere Attraktionen geplant. So werden die Gäste nach der Besichtigung der Produktionsstätte auch einen Besuchergarten mit zahlreichen Pflanzen und Kräutern erkunden können. Ebenso ist ein Spielplatz geplant sowie ein „grünes Klassenzimmer“. Weiden mit traditionellen Rinderrassen und eine Streuobstwiese laden hier zu einer Erkundungsreise durch die Natur ein.

Lage Biosphärenreservat Schaalsee und Renaturierung

Die Gläserne Meierei in Dechow liegt direkt im Biosphärenreservat Schaalsee.  „Es gehört zur Philosophie, uns in der Nähe von Erholungsgebieten für Mensch und Natur anzusiedeln.“, so Geschäftsführer Hubert Böhmann. Auch hier folgt die Meierei ihrem Vorbild in Münchehofe, die im Naturschutzgebiet Dahme/Heidesee am Rande des Biosphärenreservats Spreewald liegt. Das Gelände der Gläsernen Meierei in Dechow entsteht auf einem ehemaligen LPG-Betrieb. Dessen umfangreiche Gebäudeanlagen wurden in diesem Zuge entfernt und alte Betonflächen entsiegelt. „Das Biosphärenreservat hat es sehr begrüßt, dass wir diese Maßnahmen rund um den Abriss ergriffen haben. Was der Natur gut tut, dient letztlich auch dem Menschen.“, so Böhmann. 

Regionale Wirtschaft eng eingebunden

Insbesondere die regionale Wirtschaft ist eng in die Baumaßnahmen eingebunden. Der gesamte Rohbau des neuen Gebäudes, das hölzerne Tragwerk und die Lärchenholzfassade stammen von der Bau-Union Wismar. Auch zahlreiche weitere regionale Betriebe sind in das Bauprojekt involviert, so beispielsweise die Firma Griechendach in Blowatz für die Dachdecker- und Klempnerarbeiten. Ebenso erhielt die Firma STB Gadebusch Aufträge für die Erschließung und den Straßenbau. Die Firma Ascona Metallbau in Bad Kleinen übernimmt zudem die Metallbau- und Verglasungsarbeiten.

Ökologie und Nachhaltigkeit

Die Gläserne Meierei legt großen Wert auf eine verantwortungsvolle, nachhaltige Wirtschaftsweise. Sie produziert ausschließlich Milchprodukte aus ökologischer Landwirtschaft bei transparenter Herstellung. Auch beim Bau der neuen Bio-Molkerei wird auf Nachhaltigkeit besonders geachtet. Das Material der Lärchenholzfassade stammt beispielsweise aus unbehandelten, heimischen Lärchen. Auf dem Dach des Gebäudes wird eine Photovoltaikanlage für Strom aus regenerativen Energien sorgen. Die neue Produktion arbeitet zudem mit Wärmerückgewinnung. Die Abwärme aus der Produktion wird dabei auch für die Büroräume genutzt. Außerdem werden Ammoniakkühlanlagen eingesetzt. Diese haben einen besseren Wirkungsgrad gegenüber anderen Kältemitteln und tragen daher weder zum Abbau der Ozonschicht noch zur Klimaerwärmung bei. Mit der Produktionsaufnahme entsteht mit der Bio-Milch von den Landwirten aus der Region und den Absatzwegen in der Region eine Kreislaufwirtschaft im engeren Sinne.

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