Start / Ausgaben / BioPress 46 - Februar 2006 / 750 Küchen mit Bio-Zertifikat

750 Küchen mit Bio-Zertifikat

750 Küchen in Deutschland haben das Bio-Zertifikat. Das ergab eine Umfrage der Initiative „1000 Küchen mit Bio-Zertifikat“ unter den derzeit 23 staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstellen. Im Vergleich zum Herbst 2004 wuchs die Zahl der bio-zertifizierten Küchen um 66 Prozent. Im Schnitt wird fast täglich ein Restaurant, eine Betriebskantine oder eine Schule zertifiziert.

„Bio mit Zertifikat entwickelt sich in Großküchen und Gastronomie zu einem Erfolgsschlager“, sagt Rainer Roehl, geschäftsführender Gesellschafter des Ökologischen Großküchen Service (ÖGS) aus Frankfurt am Main. Betriebe aller Segmente des Außer-Haus-Marktes setzen inzwischen auf den zertifizierten Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Zu den bekanntesten Beispielen zählen der Möbelhersteller IKEA, die Marriott Hotels, das Modeunternehmen Esprit und die Uni-Klinik Freiburg.

Vorreiter in öffentlichen und sozialen Einrichtungen sind vor allem Studentenwerke wie das Seezeit Studentenwerk in Konstanz, das seine Backwaren ausschließlich in Bio-Qualität einkauft. Die Kunden schätzen vor allem den unverfälschten Geschmack, die Natürlichkeit und die hohe Transparenz bei der Erzeugung von Bio-Lebensmitteln.
„Aus unserer Sicht bietet das Bio-Zertifikat dem Tischgast maximale Sicherheit und ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit“, sagt Ulrich Birchel, Eurest-Betriebsleiter bei Braun in Kronberg. Das Bewerben des Bio-Angebotes mit dem Bio-Siegel stuft Birchel als besonders gewinnbringend ein, da der Wiedererkennungswert sehr groß sei. Der Aufwand für die Bio-Zertifizierung halte sich dagegen in Grenzen. „Entscheidend ist die durchgängige Trennung konventioneller und biologischer Ware von Anlieferung über Lagerung und Zubereitung bis zur Ausgabe beim Gast“, betont Birchel.

Der große Zuwachs an Großküchen, Restaurants und Hotels, die Bio-Produkte einsetzen, ist kennzeichnend für die enorme Dynamik der Bio-Branche. Gründe für den verstärkten Einsatz von Bio-Produkten in Küchen liegen vor allem in der besseren Verfügbarkeit der Produkte. Das Händlernetz ist dichter geworden und immer mehr Bio-Lieferanten haben sich auf die Bedürfnisse der Großverbraucher eingestellt.


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